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Fußball

Schöttel hört als Rapid-Sportdirektor auf

Unmut über Fans: Rapid-Sportdirektor Peter Schöttel hört bei Rapid auf.

Spätestens mit Jahresende werde er den Klub verlassen, der genaue Zeitpunkt hänge aber davon ab, wann sein Nachfolger feststehen wird, erklärte der 39-jährige Wiener rund zwei Stunden nach dem 1:1 im Heimspiel gegen Pasching.

Diese Entscheidung hat Schöttel laut eigenen Aussagen bereits vor einigen Wochen getroffen. Die Bekanntgabe seines Entschlusses sei nun aber durch das Verhalten der Fans nach dem Schlusspfiff am Samstagabend (Platzsturm) beschleunigt worden.

Kritik von Krankl
"Ich habe immer gesagt, dass ich nicht glaube, diesen Job ein Leben lang zu machen. Es sollte auch für mich noch etwas anderes geben als Rapid", erklärte Schöttel. Als einen der Hauptgründe für seinen Rückzug führte er die regelmäßige und heftige Kritik von Rapid-Legende Hans Krankl an, der nun nach Ende seiner Teamchef-Tätigkeit als "Österreich"-Kolumnist tätig ist.

"Da ist sehr viel gegen meine Person passiert, und das ist nicht das, was mich interessiert. Die Vereinsführung hat von meinem Entschluss schon länger Bescheid gewusst, Peter Pacult jedoch nicht", sagte Schöttel. Der Trainer wusste zwar, dass er Abschiedsgedanken hege, doch nichts vom definitiven Rückzug noch in diesem Jahr. Auch das Verhalten einiger Fans hatte Schöttel in seiner Entscheidung beeinflusst.

Der Ex-Internationale und WM-Teilnehmer 1998 war am 24. Mai 2003 als Sportdirektor der Hütteldorfer präsentiert worden und ist noch immer Rapid-Rekordspieler (insgesamt 524 Pflichtspieleinsätze). Er war gemeinsam mit dem aktuellen ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger hauptverantwortlich für die Zusammenstellung jener Rapid-Mannschaft, die in der Saison 2004/05 den 31. und bisher letzten österreichischen Meistertitel der Klubgeschichte geholt hat. Vor seinem Engagement als Sportdirektor hatte Schöttel unmittelbar nach seinem Karriereende die Rapid-Amateure trainiert und war somit seit seiner Jugend ständig mit den Hütteldorfern verbunden.

Edlinger auf Nachfolger-Suche
Rapid-Präsident Rudolf Edlinger nahm den Rücktritt des grün-weißen Urgesteins mit Bedauern zur Kenntnis und muss sich nun in den kommenden Tagen und Wochen auf die Suche nach einem Nachfolger für Schöttel machen. Zu den Anwärtern auf diesen Posten zählt laut Aussage des Klub-Chefs definitiv nicht der von einigen Fans geforderte Krankl. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Hans Krankl diesen Posten auf Grund seiner Qualifikation bewältigen könnte", betonte Edlinger.