Soriano schießt Bullen zum Sieg

Gegen Wr. Neustadt

Soriano schießt Bullen zum Sieg

Rapids Alar trifft gegen Ex-Klub doppelt. Auch Ried und Sturm gewinnen.

Red Bull Salzburg hat die Führung in der Fußball-Bundesliga in der 26. Runde der Fußball-Bundesliga behauptet. Die "Bullen" feierten dank Premierentreffern von Soriano (18.) und Andreas Ulmer (21.) ohne zu Überzeugen einen 2:1-(2:0)-Heimerfolg gegen den Nachzügler und liegen damit weiterhin zwei Punkte vor dem ebenfalls siegreichen Rekordmeister Rapid.

Salzburg ging vor 4.800 Zuschauern schnell mit 2:0 in Führung - sowohl für Ulmer als auch Soriano war es das erste Tor im Dress der Mozartstädter. Nach dem Anschlusstreffer durch Serkan Ciftci (51.) schien der Ausgleich für die Gäste zwar in Reichweite, blieb den durchaus mutigen Gästen aber schließlich verwehrt.

Erster "echter" Frühjahrs-Treffer

Wr. Neustadt durfte zwar über den ersten "echten" Treffer seit 17. Dezember des Vorjahres jubeln, fiel aber auf Rang neun zwei Punkte hinter Mattersburg zurück. Der Vorsprung auf Schlusslicht Kapfenberg beträgt weiter relativ beruhigende elf Zähler.

Salzburg musste das Mittelfeldtrio Gonzalo Zarate (krank), Leonardo (Knieprobleme) und Christoph Leitgeb (Ödem in Knie wieder akut) sowie Defensivmann Franz Schiemer (Muskelfaserriss) vorgeben und hatte als Solospitze Stefan Maierhofer aufgeboten. Dahinter agierte das Dreier-Mittelfeld Georg Teigl, Soriano und Jakob Jantscher.

Während die "Bullen" zu Beginn bemüht aber fehlerhaft im Zusammenspiel agierten, lauerten die Gäste auf schnelle Gegenstöße. So kam das 1:0 auch etwas überraschend - und durchaus glücklich. Denn nach Cristiano-Ecke leitete Ibrahim Sekagya den Ball mit der Hand auf Soriano weiter, der sich schließlich den Ball mit der Brust herunternahm und verkehrt zum Tor stehend aus Kurzdistanz einschoss.

Ulmer-Volley
Nicht einmal drei Minuten später "klingelte" es erneut im Kasten von Jörg Siebenhandl: Ulmers Volley nach präziser Flanke von Georg Teigl erwies sich für den Gäste-Schlussmann als unhaltbar. Anstatt befreit aufzuspielen und ein entfesseltes Furioso zu zeigen, beschränkte sich die Truppe von Ricardo Moniz aber auf halbgare Aktionen, die nur wenig Spielkultur durchscheinen ließen.

Nach gut 50 Minuten bestraften die bis dahin völlig chancenlosen Gäste diese Mentalität im Konter. Helly bediente am Sechzehner per Kopf Ciftci, der schüttelte Sekagya locker ab und erzielte den Anschlusstreffer (51.).

Pfiffe
Die Gastgeber wachten dadurch wieder etwas auf, erarbeiteten sich mehrere Chancen: Cristiano ließ nach fast einer Stunde die Latte erzittern (59.), Siebenhandl machte schließlich zweimal gute Chancen von Maierhofer zunichte (66., 71.).

Doch der Mut der Gäste war keineswegs geschwunden. Immer wieder versuchte sich die Elf von Peter Stöger im schnellen Konter, selbst den Ausgleich hatte man am Fuß: In der 75. Minute bewahrte Andreas Walke sein Team mit einer starken Parade gegen Danijel Prskalo vor dem Punktverlust. Pfiffe von den Rängen blieben den Siegern dennoch nicht erspart.

Red Bull Salzburg - SC Wiener Neustadt 2:1 (2:0)
Salzburg, Red-Bull-Arena, 4.800, SR Muckenhammer
Torfolge: 1:0 (18.) Soriano, 2:0 (21.) Ulmer, 2:1 (51.) Ciftci

Salzburg: Walke - Schwegler, Sekagya, Hinteregger, Ulmer - Mendes (46. Cziommer), Cristiano - Teigl, Soriano (61. Svento), Jantscher (89. Pasanen) - Maierhofer
Wr. Neustadt: Siebenhandl - Imamaoglu, Maak, Madl, Klapf - Pollhammer (69. Friesenbichler), Besenlehner (82. D. Wolf), Stanislaw, Saurer (71. Prskalo) - Ciftci, Helly

Gelbe Karten: Maierhofer bzw. Besenlehner, Friesenbichler, Stanislaw

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Rapid bleibt in der Fußball-Bundesliga Salzburg auf den Fersen. Die Wiener fuhren daheim gegen das abgeschlagene Schlusslicht Kapfenberg einen 3:0-(1:0)-Pflichtsieg ein und weisen als erster Verfolger weiter zwei Punkte Rückstand auf den Titelfavoriten auf. Nach verkrampftem Beginn wurde Rapid gegen Ende der ersten Spielhälfte stärker und mit den Treffern des Ex-Kapfenbergers Deni Alar (45., 60.) belohnt. In der Nachspielzeit markierte Rene Gartler den Endstand (94.).

Die Rapidler freuten sich nicht nur über den zweiten Sieg im siebenten Match 2012, sondern auch erstmals im Frühjahr über mehr als ein erzieltes Tor. Kapfenberg, das gegen Rapid im Oberhaus weiter seit 1956 sieglos ist, präsentierte sich offensiv fast völlig harmlos und weist zehn Partien vor Saisonschluss elf Punkte Rückstand auf den Vorletzten Wiener Neustadt auf.

Rapid-Elf umgebaut

Rapid-Trainer Peter Schöttel musste sein Team ordentlich umbauen. Neben den gesperrten Drazan und Nuhiu waren auch Burgstaller (Grippe), Schimpelsberger (Adduktorenverletzung) und Trimmel (Oberschenkelzerrung) kein Thema. Schöttel kehrte vom 4-4-2- zum 4-2-3-1-System zurück, als Solospitze fungierte Alar.

Für Schöttel waren aber weniger Gegner oder System entscheidend, der Rapid-Headcoach erhoffte sich nämlich vor allem eine bessere Chancenauswertung. Allerdings tat sich sein Team zunächst schon beim Erzeugen von Möglichkeiten sehr schwer. Erst in der 24. Minute wurde es erstmals richtig gefährlich im Kapfenberger Strafraum, nach Thonhofer-Flanke köpfelte Alar übers Tor.

Wenig Effizienz
Ansonsten schlugen die Hütteldorfer wie schon so oft im bisherigen Liga-Frühjahr wenig Kapital aus der optischen Überlegenheit, vor allem aufgrund von von Ideenlosigkeit und zahlreichen Fehlpässen. Erst in den letzten Minuten vor der Pause wurde die Partie flotter. Die zweite große Rapid-Chance war ein Spiegelbild der ersten, nach Flanke von Thonhofer vergab Alar per Kopf aus aussichtsreicher Position (37.), Kapfenberg-Goalie Wolf parierte.

Prokopic verpasste das Tor der Steirer mit einem Fallrückzieher knapp (41.). Auf der Gegenseite waren die offensiv zaghaft agierenden Gäste der überraschenden Führung bei einem Vulin-Kopfball nahe, doch Katzer rettete auf der Linie (43.). Mit der letzten Aktion der ersten Spielhälfte gelang Rapid das 1:0. Grozurek spazierte bei einem Sololauf durch die Kapfenberger Abwehr und setzte den Ball an die rechte Innenstange, Alar war zur Stelle und staubte ab (45.).

Entscheidung durch Alar
Nach einer Stunde sorgte Alar für die Entscheidung, der 22-Jährige traf jedoch aus Abseitsposition. Nach Pass von Grozurek spielte Katzer von der linken Seite einen Querpass zur Mitte, wo Alar wartete und einschoss (60.). Die Kapfenberger Schlussoffensive blieb aus, mehr als eine Chance durch Nathan Junior (63.) sprang für die Steirer nicht heraus. In der Nachspielzeit stellte der eingewechselte Gartler noch auf 3:0 (94.).

SK Rapid Wien - Kapfenberger SV 3:0 (1:0)
Wien, Gerhard-Hanappi-Stadion, 13.200, SR Hameter.
Torfolge: 1:0 (45.) Alar, 2:0 (60.) Alar, 3:0 (94.) Gartler

 Rapid: Königshofer - Thonhofer, Sonnleitner, Pichler, Katzer - Heikkinen (86. Kulovits), Prager - Prokopic, Hofmann (92. Wydra), Grozurek - Alar (84. Gartler)
Kapfenberg: R. Wolf - Pitter, Gerson, Vulin, Prettenthaler - Lovin (81. Erkinger) - Elsneg (69. Felfernig), Sencar, Grgic (85. Sand), Babangida - Nathan Junior

 Gelbe Karten: Prokopic, Kulovits bzw. Vulin, Felfernig, Pitter

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Sturm Graz hat sich am Mittwochabend in der Fußball-Bundesliga zwei Tage nach der offiziellen Bekanntgabe des Rückzugs von Trainer Franco Foda nach Saisonende zumindest in der ersten Hälfte wie ausgewechselt präsentiert. Der Meister feierte in der UPC-Arena vor 7.616 Zuschauern gegen den FC Wacker Innsbruck einen 1:0-(1:0)-Heimsieg und meldete sich damit nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge im Kampf um die Europacup-Plätze zurück.

Kainz trifft
Florian Kainz (27.) erlöste die Steirer mit dem ersten eigenen Treffer nach fünf torlosen Spielen in Folge sowie seit dem 11. Februar, an dem Imre Szabics im Duell mit Mattersburg erfolgreich gewesen war. Nach der Pause war von den Grazern aber nur noch wenig zu sehen. Die Foda-Elf ist nach wie vor nur Sechster, rückte aber bis auf drei Zähler an den Tabellendritten Ried heran. Den siebentplatzierten Tirolern fehlen weiterhin sechs Zähler auf den zweiten Europa-League-Startplatz.

Bei den Grazern gab der wieder voll fitte ÖFB-Teamgoalie Christian Gratzei sein Comeback, sein bisher letztes Spiel hatte er am 10. September 2011 bei der 2:4-Auswärtsniederlage gegen die Admira bestritten. Das war aber nicht die einzige Veränderung gegenüber der 0:2-Niederlage bei der Admira am Sonntag, Feldhofer (für Pürcher), Popchadse (Klem) und Hölzl (Wolf) rückten neu in die Mannschaft.

Schrecksekunde
Die Grazer mussten zu Beginn des Spiels eine Schrecksekunde überstehen. Gratzei rettete vor Hackmair und der diesmal von Beginn an aufgebotene Merino (anstelle von Perstaller) setzte den Volley-Nachschuss leichtfertig über das Tor (1.). Danach hatten die topmotivierten Grazer die Partie aber im Griff und zeigten die mit Abstand beste Halbzeit im Frühjahr. Den Fans der "Blackies" wurden in einer flotten Partie zahlreiche flüssige Kombinationen geboten.

Bei einem Kopfball von Szabics sprang der Ball von der Unterkante der Latte ins Feld zurück (4.). Bodul agierte bei einem Abschluss zu umständlich (17.) und Wacker-Tormann Safar konnte sich bei einem Hölzl-Volleyschuss auszeichnen (18.). In der 27. Minute war die eigene Torsperre der Grazer dann aber endlich zu Ende. Kainz lenkte einen Schussversuch von Hölzl unhaltbar für Safar zum 1:0 ab. Der Innsbruck-Goalie behielt seine durchaus mitspielende Truppe in der Folge im Spiel, konnte einen Bodul-Schuss parieren (29.).

Zwei verschiedene Hälften
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Spielgeschehen komplett. Die Tiroler drückten von Beginn an auf den Ausgleich und schnürten die Steirer zum Teil in der eigenen Hälfte ein. Gratzei wehrte einen Kofler-Freistoß kurz ab und Dudic rettete vor dem einschussbereiten Schütz (51.). Drei Minuten später lenkte der Sturm-Goalie eine gut angetragene Schütz-Flanke in den Corner ab (54.).

Die Steirer blieben im Gegensatz zu den ersten 45 Minuten in der Offensive fast völlig harmlos, beschränkten sich nur auf das Notwendigste und mussten deshalb bis zuletzt gehörig zittern. Schiedsrichter Lechner entschied in der Schlussminute nach einem Foul von Popchadse an Kofler zuerst auf Elfmeter, korrigierte nach Rücksprache mit dem Assistenten aber richtigerweise auf Freistoß, der nichts einbrachte (90.). Zuvor hatten die Steirer bei der einzigen Großchance nach der Pause das 2:0 auf den Beinen gehabt, Kofler rettete in höchster Not volley auf der Linie, nachdem Szabics Safar bereits überhoben hatte (77.).

SK Sturm Graz - FC Wacker Innsbruck 1:0 (1:0)
Graz, UPC-Arena, 7.616, SR Lechner
Tor: 1:0 (27.) Kainz

Sturm Graz: Gratzei - Standfest, Feldhofer, Dudic, Popchadse - Hölzl (83. Ehrenreich), Weber, Säumel, Kainz (68. Klem) - Szabics, Bodul (87. M. Haas)
Wacker Innsbruck: Safar - Kofler, Bea, Svejnoha, Hauser - Abraham - Wernitznig (82. Ildiz), Hackmair (37. Schütz), Schreter - Burgic, Merino (71. Perstaller)

Gelbe Karten: Kainz, Popchadse, Feldhofer, Säumel, Ehrenreich bzw. Kofler, Perstaller

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Im ersten Match nach der Trennung des zu Sturm Graz als Geschäftsführer wechselnden Erfolgstrainers Paul Gludovatz hat Cupsieger SV Ried am Mittwochabend einen 2:1-(1:1)-Heimsieg über die Admira gefeiert. Die Treffer erzielten Casanova (23.) und Daniel Beichler bzw. Daniel Toth (42./Foulelfer). Damit überholten die Oberösterreicher die Niederösterreicher in der Tabelle und sind nun vor der punktegleichen Wiener Austria sogar Dritter.

Ried machte vor 3.400 Zuschauern, darunter auch Gludovatz, von Beginn weg das Spiel, die 1:0-Führung resultierte jedoch aus einem Abseitstor von Casanova, der einen Hinum-Pass verwertete (23.). Der spanische Stürmer hatte bereits in der 27. Minute die nächste Topchance, doch sein Schuss nach langer Vorlage von Beichler zischte hauchdünn am langen Eck vorbei. Und wenig später flog ein Kopfball von Reifeltshammer nach einem Corner nur knapp am Außenpfosten vorbei (33.).

Schnelle Konter
Die Admira war dagegen selten nach schnellen Kontern gefährlich, so etwa in Minute 41, als der für den angeschlagenen Ouedraogo eingewechselte Benjamin Sulimani nach Körperkontakt mit Ried-Verteidiger Riegler im Rieder Strafraum zu Fall kam. Schiedsrichter Alexander Harkam entschied sofort auf Strafstoß, den Toth sicher zum Ausgleich verwertete (42.). Der 24-jährige Mittelfeldspieler hatte bereits zuletzt beim 1:2 gegen die Austria sowie beim 2:0-Heimsieg am vergangenen Sonntag gegen Meister Sturm aus Freistößen Treffer erzielt.

In Hälfte zwei dauerte es dann aber nicht einmal eine Minute, bis Ried wieder in Führung ging. Nach erneuter Vorarbeit von Hinum sowie Pass-Verlängerung von Casanova drückte Beichler den Ball zum 2:1 über die Linie (46.). Die vorzeitige Entscheidung für die Rieder "versemmelte" Hinum, der an Admira-Schlussmann Tischler scheiterte (66.).

Zwei Ausschlüsse
Davor und danach gab es Ausschüsse: Admira-Linksverteidiger Stephan Auer (61.) musste ebenso wie Thomas Hinum (67.) wegen wiederholten Foulspiels vorzeitig unter die Dusche. Die beste Admira-Ausgleichschance hatte Kapitän Gernot Plassnegger, dessen Schuss von der Strafraumgrenze nur knapp sein Ziel verfehlte (77.). Im Finish traf Ried-Mittelfeldspieler Hadzic nach einem Konter nur das Außennetz (93.).

SV Ried - FC Admira 2:1 (1:1)
Ried, Keine Sorgen Arena, 3.400 Zuschauer, SR Alexander Harkam
Torfolge: 1:0 (23.) Casanova, 1:1 (42.) D. Toth (Foulelfer),  2:1 (46.) Beichler

Ried: Gebauer - Karner, Reifeltshammer, Riegler - Hinum, Ziegl, Schreiner - Nacho (80. Lexa), Hadzic, Beichler (89. Meilinger) - Casanova (73. Zulj)
Admira: Tischler - Plassnegger, Drescher, Schrott, Auer - Seebacher, Mevoungou, D. Toth (56. Thürauer), Zeman - Schwab (79. Hosiner) - Ouedraogo (30. B. Sulimani)

Gelb-Rote Karten: Hinum (67./wiederholtes Foulspiel) bzw. Auer (61./wiederholtes Foulspiel)
Gelbe Karten: Karner bzw. Drescher, Schrott, Tischler, D. Toth, Plassnegger