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Catania-"Ultra" verurteilt

Nachwehen der Fußballrandale in Italien: Jugendgericht in Sizielien verdonnert Antonio Speziale zu 2,5 Jahren Haft.

Ein Jugendgericht in der sizilianischen Stadt Catania hat am Dienstag den "Ultra" Antonino Filippo Speziale zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Fußball-Fan war wegen Mordverdachts am Polizisten Filippo Raciti bei schweren Krawallen am Rande des sizilianischen Derbys gegen Palermo am 2. Februar 2007 festgenommen worden. Speziale war bei seiner Verhaftung noch minderjährig, er wurde nun vorerst wegen Beteiligung an Verwüstungen und Widerstand gegen die Staatsgewalt zur Rechenschaft gezogen. Der Mordfall wird gesondert verhandelt.

Der Rechtsanwalt Speziales bestreitet, dass sein Mandant Racitis Mörder sei, er habe sich lediglich an den Krawallen in Catania beteiligt. Speziales Vater hatte in den vergangenen Monaten mehrmals gegen die Untersuchungshaft für seinen Sohn protestiert. Die Ermittler behaupten dagegen, Speziale als jenes Mitglied der "Ultras" identifiziert zu haben, das Raciti mit einem Waschbecken getroffen hatte. Dieses war von den Toilettenanlagen der Nord-Kurve des Angelo-Massimino-Stadions von Catania herausgerissen worden.

Wegen der Ausschreitungen in Catania waren im Februar 2007 insgesamt 41 Personen festgenommen worden, darunter 15 Minderjährige. Nach Racitis Ermordung hatte das italienische Parlament ein strenges Anti-Gewalt-Gesetz verabschiedet.