Die Angst spielt im Derby mit

Nach Platzsturm

Die Angst spielt im Derby mit

Beim 298. Wiener Derby wird das happelstadion zur Festung.

1.000 Sicherheitskräfte, Ausweis-Kontrollen und Appelle. Das 298. Derby soll friedlich über die Bühne gehen. Doch die Angst bleibt.

Auch die Familie von Rapid-Kapitän Steffen Hofmann kommt heute zum Derby: die Schwiegereltern, seine schwangere Ehefrau Barbara sowie die Töchter Sophie-Marie und Emily. Warum das erwähnenswert ist? Beim letzten Derby, am 22 Mai, weinten Hofmanns Kinder vor Angst – weil Chaoten mit Leuchtraketen in den Austria-Sektor schossen und Sitze auf Polizisten warfen.

Bei über 30.000 verdient Rapid ca. 150.000 Euro
Diesmal soll es wieder friedlich zugehen. „Die Verlegung ins Happel-Stadion macht es leichter, für Sicherheit zu sorgen“, erklärt Rapids Klubservice-Leiter Andy Marek. Nicht zuletzt, weil es kaum möglich ist, aus den Fan-Sektoren Gegenstände aufs Spielfeld zu werden. Zur Erinnerung: Beim letzten Derby schleuderten „Fans“ schwere Trommelstöcke auf die Austria-Spieler.

Auch ein neuerliches Attentat auf den Austria-Bus soll verhindert werden. Der Bus gelangt über eine eigene Zufahrt direkt bis ins Stadion-Innere. Marek: „Im Hanappi müssen die Spieler an der Straße aussteigen und durch die Rapid-Fans zum Eingang. Das gibt es in keinem anderen Stadion in Österreich.“

Klingt, als wolle Rapid die nächsten Heim-Derbys ebenfalls im Happel austragen. Wegen des Geldes? Kaum! Bei erwarteten 30.000 bis 35.000 Fans im Prater bliebe dem Klub heute ein Erlös von ca. 150.000 Euro – so viel wie im ausverkauften Hanappi-Stadion. Marek: „Es geht vor allem darum, dass nichts mehr passiert. Schließlich haben wir noch ein zweites Geisterspiel bekommen – bedingt, falls durch unsere Fans irgend etwas Außergewöhnliches vorfällt.“

Marek warnt vor erneutem Geisterspiel für Rapid
Gefahr droht wohl am ehesten im unübersichtlichen Würstl-Prater – falls vor oder nach dem Spiel die gegnerischen Fan-Gruppen aufeinandertreffen. Kritisch außerdem: Die Einhaltung von Stadionverboten wird auf den Seitentribünen nicht kontrolliert. Hier gilt keine Ausweispflicht.