Porträt

Polen: Zuversicht dank Torgarantie Lewandowski

Polen auf EM-Ebene noch sieg- und torlos. Gruppenduell mit großem Rivalen Deutschland.

Polen darf beim EM-Turnier auf einen echten Torjäger mit Treffergarantie vertrauen. Robert Lewandowski bewies im vergangenen Jahr nicht nur beim FC Bayern München, sondern auch für seine Heimat seine Qualitäten vor dem gegnerischen Gehäuse. Polen tritt in Frankreich zum dritten Mal bei einer Europameisterschaft an. Nach 2008 und 2012 soll erstmals der Einzug in die K.o.-Phase gelingen.

Selbst auf einen Sieg auf der europäischen Bühne warten die Osteuropäer bisher vergeblich. Dieser gelang auch bei der Heim-EM vor vier Jahren nicht. Der damalige Dortmunder Lewandowski spielte bereits für seine Heimat, bei den Bayern reifte der nun 27-Jährige dann zu einem Vollblutangreifer. In der Qualifikation, die Polen hinter Weltmeister Deutschland als Gruppenzweiter beendete, traf der Stürmer in zehn Spielen 13-mal und stellte damit einen diesbezüglichen Rekord auf.

Duell mit Deutschland
In Frankreich trifft Polen erneut auf den großen Rivalen Deutschland. Der Start ins Turnier erfolgt aber gegen Nordirland. Der dritte Konkurrent um den Aufstieg ist die Ukraine. An Selbstvertrauen dürfte es den Weiß-Roten nicht mangeln. In ihrer Qualifikationsgruppe ging für die Polen nur das Auswärtsspiel in Deutschland verloren, ansonsten gab es sechs Siege und drei Remis. In den EM-Tests wurden zuletzt Serbien (1:0) und Finnland (5:0) geschlagen.

Neben Lewandowski kann der seit Oktober 2013 als Teamchef arbeitende Adam Nawalka auch auf andere Stützen mit Erfahrung in großen europäischen Ligen vertrauen. Im defensiven Mittelfeld gibt Grzegorz Krychowiak vom FC Sevilla den Stabilisator, in der Abwehr spielen der Dortmunder Lukasz Piszczek und Kamil Glik von Torino. In der Offensive stehen neben Lewandowski auch noch die starken Arkadiusz Milik (Ajax Amsterdam) und Kamil Grosicki (Stade Rennes) zur Verfügung.

Zu viele gute Spieler
Der für seinen Optimismus bekannte Nawalka hat laut polnischen Medien derzeit ein Luxusproblem: zu viele formstarke Spieler. "Es herrscht eine gesunde Rivalität im Team, das freut mich", sagte der 58-Jährige selbst über den Konkurrenzkampf im Team.

Mit den Erfolgen wächst beim WM-Dritten von 1974 und 1982 aber auch sofort wieder die teils übertriebene Erwartungshaltung. Dass Polen als stärkster Gegner Deutschlands in die EM starten wird, ist aber schon allein wegen Lewandowski gegeben.