Moniz trauert vergebenen Chancen nach

Bullen-Pleite auf Zypern

Moniz trauert vergebenen Chancen nach

Bullen-Coach: "Probleme gekommen, weil wir das 2:0 nicht gemacht haben."

Das 1:2 (1:2) bei Omonia Nikosia hat Salzburgs Nimbus der Unbesiegbarkeit am Donnerstag verschwinden lassen. Erstmals nach 14 Spielen ohne Niederlage in Folge mussten sich die Bullen geschlagen geben, kassierten erstmals in dieser Saison mehr als ein Gegentor, dürfen vor dem Rückspiel des Play-offs zur Gruppenphase der Fußball- Europa-League am kommenden Donnerstag dank des Auswärtstreffers aber noch hoffen. Die Enttäuschung bei Trainer Ricardo Moniz saß dennoch tief.

Ausgelassene Chancen schmerzen
"Du musst das akzeptieren, und du musst die depressive Stimmung reparieren. Die Jungs waren sehr enttäuscht", erzählte Moniz nach der Partie. Der Knackpunkt war für den Niederländer, dass dem Blitztor nach herrlicher brasilianischer Kombination zwischen Leonardo und Alan schon in der dritten Minute keine weiteren Gäste-Treffer folgten - trotz einiger Möglichkeiten. "Wir haben auf traumhafte Weise das 1:0 erzielt, dadurch, dass wir aber nicht das 2:0 gemacht haben, sind die Probleme gekommen", meinte der Niederländer.

Schwachstelle Außenverteidiger
Dass Omonia immer wieder über die Seiten gefährliche Aktionen lancierte, erschwerte die Aufgabe. "Christian (Schwegler) und Andi (Ulmer) haben Probleme mit den direkten Gegnern gehabt, und diese Gegner haben natürlich eine gewisse Klasse", merkte Moniz zu seinen Außenverteidigern an. "Wenn du vorne weiter dominierend bleibst und Chancen kreierst, dann hast du Entlastung. Aber die Gegner sind dann auf uns zu gekommen."

"Montezumas Rache" auf Zypern
Denkbar ungelegen kamen Magen-Darm-Probleme des zentralen Mittelfeldspielers Simon Cziommer, unter denen beim Rückflug am Freitag bereits die halbe Mannschaft litt. Selbst der Ligaschlager am Sonntag gegen Meister Sturm Graz könnte abgesagt werden, wenn es nach den Salzburgern geht. Sportdirektor Heinz Hochhauser hat diesbezüglich bereits die Bundesliga kontaktiert. Knapp zehn Spieler hatten sich die Probleme auf Zypern eingefangen.

Cziommer musste bereits in der 22. Minute geschwächt durch Stefan Hierländer ersetzt wurde. "Cziommer musste raus, dann ist eine Disbalance entstanden. Da haben wir den Griff verloren", meinte Moniz. Zu Beginn der zweiten Hälfte beorderte der 47-Jährige dann Leonardo von der Seite in die Zentrale. "Wir hatten keinen Ballbesitz mehr, das wollten wir reparieren", erläuterte Moniz. "Das hat aber nicht funktioniert, weil es viel zu eng war."

Jantscher brachte neuen Schwung
Eine Situation, die erst mit der Einwechslung von Jakob Jantscher (72.) wieder korrigiert wurde. "Aber das war nicht mehr in der Klasse wie in den ersten zehn Minuten. Das musst du durchhalten. Und wenn es nicht über Einzelaktionen geht, dann muss es über Positionsspiel gehen", sagte Moniz, dessen Elf auswärts erstmals nach sieben Siegen en suite keinen vollen Erfolg einfahren konnte.

Schiemer-Comeback als Hoffnungsschimmer
Doch Moniz wollte nicht nur schwarzmalen. "Wir mussten dann eigentlich sogar froh sein, nicht das 1:3 zu bekommen. Da haben wir dann Disziplin bewiesen. Das und die Einwechslung von Franz Schiemer waren für mich die positiven Aspekte", erklärte er hinsichtlich des erstmaligen Einsatzes des Verteidigers nach überstandener Muskelverletzung seit 20. März. Bezüglich des Rückspiels am kommenden Donnerstag zeigte sich Moniz optimistisch: "Wir sind mental stark und nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen."

Naturgemäß zufrieden zeigte sich Omonia-Coach Neophytos Larkou. "Das 2:1 ist nicht das Beste, was wir erreichen konnten, aber eine gute Grundlage", sagte der 45-jährige Zypriote.