Prügel-Kicker beteuert nun Unschuld

Prettenthaler verurteilt

Prügel-Kicker beteuert nun Unschuld

Die wahren Gründe für Prettenthalers Ried-Rauswurf: Frau Nasenbein gebrochen.

Ein Gerichtsurteil hat Fußball-Profi Mark Prettenthaler seinen Vertrag beim österreichischen Cupsieger SV Ried gekostet. Der 28-Jährige hat laut Gericht am 27. Dezember 2010 in einer Disco in Schladming einer 21-jährigen Niederösterreicherin mit einem Faustschlag das Nasenbein gebrochen. Prettenthaler wurde am 19. Mai im Landesgericht Leoben wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 8.400 Euro verurteilt, hinzu kommt das Schmerzensgeld für das Opfer.

Ried löste Vertrag auf
Prettenthalers bisheriger Arbeitgeber Ried hat die Konsequenzen gezogen. Der eigentlich noch bis 2012 laufende Vertrag mit dem nun vorbestraften Kicker wurde aufgelöst. "Ich habe vom Urteil am Montag erfahren und danach den Spieler sofort zu mir geholt. Wir haben uns getrennt", sagte Ried-Manager Stefan Reiter.

"Bin unschuldig"
Prettenthaler beteuerte seine Schuldlosigkeit: "Einer Frau ins Gesicht zu schlagen, so etwas würde ich niemals tun. Ich habe ein reines Gewissen und kann mich in den Spiegel schauen. Ob das andere auch können, bezweifle ich." Der Steirer ist sich bewusst, dass sein Image nun im Keller sei. "Ich stehe jetzt in einem extrem schlechten Licht, als wäre ich der schlechteste Mensch überhaupt."

"Keine Zeugen"

Das Pech des Abwehrspielers sei laut eigenen Angaben gewesen, keinen Zeugen gehabt zu haben. "Das war mein Problem. So ist Aussage gegen Aussage gestanden. Und der Freund der Klägerin hat mich belastet. Es ist alles gegen mich gelaufen", schilderte Prettenthaler, der vor Gericht von der Kanzlei von Rieds Ehrenpräsident Peter Vogl vertreten wurde.

Verzicht auf Berufung
Wegen der fehlenden Zeugen hat Prettenthaler auch auf eine Berufung verzichtet. "Das hätte nur noch mehr Kosten verursacht." Prettenthaler betonte aber trotz des Urteils die völlige Rückendeckung durch seine Familie und Freundin Dominique, das Playboy-Playmate des Monats März 2011 .

Nach jetzigem Stand wird Prettenthaler die Vertragsauflösung durch die Rieder juristisch nicht anfechten. "Wichtig ist jetzt, dass meine Karriere weitergeht. Ich möchte einen Verein finden, zur Ruhe kommen und mich wieder auf den Fußball konzentrieren. Auch wenn ich weiß, dass das schwierig wird", so Prettenthaler, der im Laufe seiner Karriere auch schon in Deutschland für Augsburg gespielt hat.

Opfer musste operiert werden
Im Lager des Opfers sieht man die Situation anders. Denn gemäß Urteil soll Prettenthaler die Niederösterreicherin an den Haaren gezogen und ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Der Nasenbeinbruch musste demnach operativ behandelt werden.

Prettenthaler stark alkoholisiert
Laut Opfer-Anwalt Wolfgang Moser soll Prettenthaler stark alkoholisiert gewesen sein, die Abfuhr bei seiner Mandantin habe danach "sein Ego gekränkt". Für das Opfer wurden laut Moser von Prettenthaler bis jetzt 4.530 Euro überwiesen, einen außergerichtlichen Vergleich soll Prettenthaler vor Prozessbeginn abgelehnt haben.

Auch Royer in der Zwickmühle
Einer von Prettenthalers Zeugen, sein Mitspieler Daniel Royer, soll laut Moser vor Gericht keine Entlastung gebracht haben. "Die Staatsanwaltschaft hat nach der Aussage des Zeugen Royer eine Protokollabschrift beantragt", sagte Moser. Demnach könnte laut dem Anwalt gegen den ÖFB-Teamspieler in Richtung Falschaussage oder Verleumdung ermittelt werden.