Frankreichs Streik-Kicker wollen WM-Geld

"Das sind Lügner!"

Frankreichs Streik-Kicker wollen WM-Geld

Henry & Co verlangen nun doch Prämien für ihr WM-Versagen.

Frankreichs Skandal-Kicker sorgen viereinhalb Monate nach dem schlimmsten Fiasko in der Geschichte der "Bleus" schon wieder für Empörung. Die WM-Teilnehmer wollen entgegen früheren Beteuerungen nun doch ihre Antrittsprämie für das Turnier in Südafrika ausgezahlt bekommen. Die meisten Profis hätten sich bisher geweigert, eine vom Verband FFF vorgelegte Prämienverzichtserklärung zu unterschreiben, berichtete die Sportzeitung "L'Equipe" unter Berufung auf Verbandsangaben.

Millionenbeträge im Spiel
Die Spieler, so heißt es, forderten ihren Anteil an den insgesamt fünf Millionen Euro, die WM-Sponsoren an den FFF überwiesen haben. Es geht um eine Summe von rund zwei Millionen Euro. Noch Ende Juni hatte WM-Kapitän Patrice Evra nach dem desaströsen Auftreten öffentlich beteuert: "Wir werden auf alle Prämien verzichten, wir werden nicht einen einzigen Cent akzeptieren". Kein einziger WM-Spieler meldete damals Widerspruch an.

Peinliche Ausrede
Doch nun behaupten die Spieler, man habe damals die Prämien für die K.o.-Runde gemeint, die die nach der Vorrunde ausgeschiedenen Franzosen ohnehin nicht erreicht haben, so das Fachmagazin "France Football" in seiner Onlineausgabe. "Die Bleus sind Lügner", schrieb das Sportportal "Le10Sport".

Diarra ist Spielersprecher
Teamkapitän Alou Diarra wurde den Berichten zufolge von seinen Nationalelf-Kollegen nun zum Sprecher ernannt. Der Mittelfeldmann von Girondins Bordeaux soll in den nächsten Tagen bei Verhandlungen mit den FFF-Funktionären eine Einigung erzielen. Nach Einschätzung von "France Football" wird der Verband so leicht nicht nachgeben. Schließlich sei der FFF auf die Sponsorengelder angewiesen, um die leeren Kassen wieder zu füllen. Zum 30. Juni habe der Verband ein Defizit von 26 Millionen Euro registriert.

Blamable WM-Vorstellung
Frankreich war im Juni bei der WM in Südafrika schon nach der Gruppenphase sieglos ausgeschieden. Höhepunkt der Blamage war der Trainingsstreik , mit dem die Profis gegen den WM-Ausschluss von Stürmer Nicolas Anelka protestierten, nachdem der Chelsea-Profi den damaligen Trainer Raymond Domenech in der Pause des Mexiko-Spiels (0:2) wüst beschimpft hatte.

Anelka wurde für 18 Länderspiele gesperrt. Evra und Franck Ribery mussten jeweils für fünf und drei Partien pausieren. Jeremy Toulalan bekam ein Spiel Sperre. Außerdem bestrafte der neue Trainer Laurent Blanc alle 23 WM-Teilnehmer mit einer "kollektiven Sperre" für das Testspiel in Norwegen (1:2).