Linzer gestehen Regel-Verstoß

Wirbel nach Video-Skandal

Linzer gestehen Regel-Verstoß

Der LASK gesteht nach dem Mega-Aufreger um ein verbotenes Mannschaftstraining Fehler ein.

Fußball-Österreich steht unter Schock. Der LASK sorgte vor dem Wiederanpfiff am 2. Juni für einen handfesten Skandal. Was war passiert? Gestern durften alle Klubs wieder ins Mannschaftstraining einsteigen - vorher war nur Kleingruppentraining erlaubt. Videoaufnahmen zeigten: Die Linzer hielten bereits Teamtrainings ab. Die Liga leitete ein Verfahren ein - sogar der Zwangsabstieg droht jetzt.

Gestern gaben die Linzer auf einer Pressekonferenz den Verstoß zu. "Das war ein Blödsinn und ein großer Fehler. Dafür möchte ich mich bei den elf anderen Klubs und der Öffentlichkeit entschuldigen", meinte Vizepräsident Jürgen Werner, der am Donnerstag Präsident Siegmund Gruber sogar seinen Rücktritt angeboten hatte. Gruber lehnte ab, erfuhr erst von der Liga vom Vergehen. Wie kam es dazu? Der LASK sah die Gesundheit der Spieler bei der kurzen Vorbereitungszeit als gefährdet. "Wir wollten einen Reiz setzen. Im Nachhinein war das ein Fehler, aber der Grundgedanke war nicht, sich einen Vorsprung zu verschaffen.

Wir stehen für unseren Fehler gerade und entschuldigen uns bei allen", so Trainer Valérien Ismaël, der auf Werner mit der Bitte zukam, die Kleingruppen gegeneinander spielen zu lassen. Vier Trainingseinheiten wurden so absolviert. Die Videos stammen vom Mittwoch -also zwei Tage vor dem erlaubten Start. Werner: "Das war dumm, da hätten wir auch warten können. Wir haben aber nichts gestohlen und niemanden umgebracht. Ich glaube, man muss die Verhältnismäßigkeit sehen."

Die ganze Liga schießt scharf gegen den LASK

Die Liga ist auf Kriegsfuß mit dem LASK. Nach dem Trainingsskandal ließ die Kritik der Konkurrenz nicht lange auf sich warten. "Der LASK verletzte massiv den Fair-Play-Gedanken", sagte Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek, "es ist ein Regelverstoß, das ist Sportbetrug und für mich gleichzusetzen m it Doping", sagte Salzburg-Geschäftsführer Stephan Reiter. Austria-Sportvorstand Peter Stöger nannte die Aktion "pures Gift für unsere Bemühungen".

Klar ist: Die Liga ermittelt gegen die Linzer. Vorstand Christian Ebenbauer verspricht: "Der Anlassfall ist natürlich ein Rückschlag, aber ein verbandsinterner, der lückenlos aufgeklärt werden muss. Den Wiederanpfiff sieht er aber nicht in Gefahr: "Aus meiner Sicht ist der Neustart nicht gefährdet."

"Das ist Sportbetrug, gleichzusetzen mit Doping." meint Salzburg-Boss Stephan Reiter.