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Nach 0:5 - Letsch überrascht mit Aussage

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Wiener kamen unter die Räder: Der Sportchef tobt, der Trainer überrascht.

Unbeirrte Salzburger haben am Sonntag in der 27. Bundesliga-Runde ihren Marsch zum fünften Meistertitel in Folge fortgesetzt und den neugestarteten Motor der Wiener Austria mit einem 5:0 wieder abgewürgt. Die "Veilchen" hatten auch gegen eine veränderte "Bullen"-Elf keinen Auftrag, glauben aber weiterhin an die Europacupchance. Bei Salzburg regierte trotz des Torfestivals Nüchternheit.

"Den Deckel können wir noch lange nicht draufmachen auf die Meisterschaft. Wir müssen uns auch weiterhin den Arsch aufreißen", mahnte Salzburg-Tormann Alexander Walke drei Tage nach dem Einzug ins Viertelfinale der Europa League. Für Außenverteidiger Stefan Lainer endete mit dem zweiten 5:0-Erfolg der Saison - der andere gelang am 19. November gegen Sturm - eine "überragende Woche".

Von einem lockeren Sieg gegen die Wiener wollte niemand sprechen. "Es war für uns kein Schongang", erklärte Lainer. Hannes Wolf, im Vergleich zum Spiel gegen Dortmund einer von fünf "Neuen" in der Startelf, bestätigte: "In der ersten Hälfte haben wir uns schwergetan, hatten auch wenig Ballbesitz."

Tatsächlich sorgte die Elf von Marco Rose nach der frühen Führung durch Andre Ramalho (17.) bis zur Pause nur noch selten für Gefahr, tat sich gegen die erstmals unter Neotrainer Thomas Letsch gespielte violette Fünferkette schwer. Die Austria freilich trat offensiv praktisch überhaupt nicht in Erscheinung.

Letsch: "Hätten nicht verlieren müssen"

Das änderte sich zwar nach der Pause, weil der ehemalige Salzburger-Interimscoach Letsch auf eine Viererkette umstellte, zum Erfolg führte aber auch das nicht. Mit dem 2:0 durch Doppeltorschütze Takumi Minamino war die Partie praktisch gelaufen. "Das Spiel war im Prinzip bis zum 0:2 ausgeglichen", stellte Letsch fest: "Man hätte es die Partie bis dahin nicht verlieren müssen. Das hört sich bei diesem Ergebnis blöd an." Eine überraschende Aussage nach einem 0:5!

Für seinen deutschen Landsmann Rose war das zweite Tor der Knackpunkt. "Meine Jungs haben dann die zweite, dritte Luft bekommen, hatten richtig Spaß am Spiel, und dann wird es gegen uns schwierig", meinte er nach dem 34. Pflichtspiel ohne Niederlage in Serie. "Eigentlich würde ich gern weiterspielen, weil wir einen richtig guten Lauf haben, aber wichtig ist jetzt einmal, durchatmen zu können, Zeit zu haben, um runterzufahren."

Jene seiner Kicker, die nicht in diversen nationalen Auswahlen stehen, haben nun zumindest die Möglichkeit, die Akkus wieder aufzuladen - Rose gibt ihnen am kommenden Wochenende bzw. Montag frei. Schließlich warten zwischen 31. März und 8. April die Partien gegen den WAC, bei Lazio Rom und gegen den LASK.

© APA
Salzburg Austria

Wohlfahrt kündigt Konsequenzen an

Viel Arbeit ist jedenfalls bei der Austria gefragt, die nach zwei ungefährdeten Siegen über die Liga-Prügelknaben WAC und St. Pölten wieder auf den Boden zurückgeholt wurde. "Das Ergebnis ist absolut enttäuschend", lautete das Fazit von Letsch, dessen Truppe vor einem schwierigen Triple gegen Altach, Sturm und Rapid steht. "Lamentieren wäre jetzt der völlig falsche Ansatz, wir müssen das Selbstvertrauen aus den vorangegangenen Spielen für das letzte Viertel mitnehmen", forderte Letsch.

Der Rückstand auf einen Europacupplatz beträgt neun Runden vor Schluss zehn Punkte. "Solange es rechnerisch möglich ist, glauben wir alle an eine Europacup-Teilnahme." Einer, der mit Kritik hingegen nicht sparte, war Austria-Sportdirektor Franz Wohlfahrt.

Der Auftritt in Salzburg habe ihm gezeigt, "dass einige uns nicht zuhören, es sie gar nicht mehr interessiert, sie mit dem Kopf nicht mehr dabei sind", sagte er. Er habe im Hinblick auf die kommende Saison einen Offenbarungseid gesehen: "Wenn einige nicht mehr wollen, werden sie bald nicht mehr das Austria-Leibchen tragen."

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