Rapid-Fans verlieren Nerven

Extreme Enttäuschung

Rapid-Fans verlieren Nerven

Rapid enttäuschte bei Nullnummer erneut - Fans werden ungeduldig.

Rapid hat in der Winterpause viel gemacht und hart gearbeitet. Die Handschrift von Trainer Canadi ist auch durchwegs sichtbar. ABER: Ohne Sieg - keine Ruhe. ES sollte der erhoffte Befreiungsschlag für Rapid werden. Vor 17.300 Zuschauern im Weststadion kam man nach schwacher Leistung gegen die Admira aber nur zu einem 0:0. Grün-Weiß muss damit weiter auf den ersten Sieg im Frühjahr warten, liegt nun 12 Punkte hinter einem Europacupplatz, nur noch neun vor Platz 10.

+++Nur 0:0 - Rapid enttäuscht erneut+++

Die Fans sind bereits bitter enttäuscht, bereits gegen die Austria hatte man sich die Butter vom Brot nehmen lassen. Statt sechs Punkten sind es im Frühjahr deren erst zwei. Rapid steckt weiter tief in der Krise und kassiert die nächste herbe Enttäuschung. Die Fans verweigerten dem Team nach Schlußpfiff die Verabschiedung. Wüste Gesten und Pfiffe statt Applaus für das Bemühen.

Rapid braucht Punkte
Neun Punkte beträgt der Vorsprung auf das Tabellenende, zwölf Zähler fehlen derzeit auf die dritte Stelle, die fix für die Europa-League-Qualifikation reicht. Von der Teilnahme an einem internationalen Bewerb ist derzeit beim Rekordmeister aber ohnehin nicht die Rede - Durchhalteparolen sind angesagt. "Jetzt zu sudern, wäre der falsche Ansatz. Wir müssen einfach hart trainieren", forderte Christopher Dibon.

Die Nullnummer gegen die Südstädter hinterließ beim Defensivspieler eine gewisse Ratlosigkeit. "Wir sind alle sehr enttäuscht. Jeder gibt alles, aber am Schluss fehlt immer ein Quäntchen." Die Misserfolge der vergangenen Monate haben Spuren hinterlassen. "Man beginnt nachzudenken, wenn man Chancen vergibt. Wir sind Menschen, keine Roboter", erklärte Dibon.

Auch Trainer Damir Canadi bemängelte die fehlende Effizienz seiner Mannschaft in deren bester Phase vor der Pause. "Da hätten wir die Partie entscheiden müssen", kritisierte der Wiener. Nach dem Seitenwechsel jedoch stellte die Admira auf ein 4-3-3-System um und ließ Rapid dadurch nicht mehr zur Geltung kommen.

Rasen nicht optimal
Für den verpassten Sieg gab es laut Canadi aber auch noch andere Gründe - etwa der nicht gegebene Strafstoß nach einem Zweikampf zwischen Alex Sobczyk und Markus Pavic. "Aus meiner Sicht war das ein klarer Elfmeter", sagte Canadi und ärgerte sich zudem über den ramponierten Rasen, der demnächst getauscht werden soll. "Ein Passspiel ist auf dieser Wiese nicht leicht, es sind viele Hügeln drin."

Der 46-Jährige sah allerdings auch positive Ansätze. "Die Spieler hatten eine tolle Körpersprache und wollten bis zuletzt gewinnen. Wir werden weiterhin hart arbeiten, die Mannschaft ist aus meiner Sicht auf keinem schlechten Weg."

Diese Ansicht vertraten nicht alle Fans. Als sich die Spieler nach dem Schlusspfiff zur Verabschiedung vom Block West aufmachten, wurden sie zumindest von Teilen des Anhangs mit Pfiffen bedacht und weggeschickt. "Wenn wir wieder gemeinsam Erfolg haben, werden wieder alle applaudieren. Darauf konzentrieren wir uns", sagte Canadi.

Die aktuelle Durststrecke könne auch positive Auswirkungen haben. "In solchen Phasen lernen Spieler mehr als in anderen. Wenn es immer nur gut läuft im Leben, funktioniert es nicht, dass man sich weiterentwickelt", erklärte Canadi und nannte in diesem Zusammenhang namentlich Mario Pavelic und den wieder relativ früh ausgewechselten Louis Schaub.

Die nächste Chance zur Trendwende hat Rapid am Samstag gegen den WAC in der Lavanttal-Arena, wo man sich in den vergangenen Jahren traditionell schwertat. Eine Woche später gastiert Tabellenführer Red Bull Salzburg im Allianz Stadion.