Salzburg blamiert sich in Altach

Bundesliga

Salzburg blamiert sich in Altach

Die Bullen müssen in Vorarlberg eine unerwartete Niederlage einstecken.

Die Erfolgsserie von Red Bull Salzburg in der Fußball-Bundesliga ist gerissen. Der Titelverteidiger musste sich am Samstag nach vier Siegen in Folge auswärts Altach 0:1 geschlagen geben. Die "Bullen" können damit am Sonntag die Tabellenführung an die punktgleiche Wiener Austria verlieren, die zum Abschluss der 14. Runde in Mattersburg gastiert. Der Vorsprung auf Rapid schmolz auf zwei Zähler.

Zum Matchwinner für die Vorarlberger avancierte Felix Roth, er sicherte der Canadi-Truppe nach drei Niederlagen en suite wieder einmal einen vollen Erfolg. Schlüssel zum Sieg war der gut funktionierende Abwehrriegel sowie die eigene Effizienz. Sie nützten eine von nur zwei Chancen im ganzen Match aus. Die Altacher setzten sich damit sechs Punkte vom Tabellenende ab, neuer Zehnter ist der WAC.

Peter Zeidler entschied sich dazu, seine Startformation im Gegensatz zu den jüngsten vier Auftritten und zugleich Siegen in der Meisterschaft erstmals zu verändern. ÖFB-Teamverteidiger Martin Hinteregger rückte anstelle von Duje Caleta-Car in die Mannschaft. Gefordert wurde die Defensive der "Bullen" aber vor der Pause nicht.

Die Altacher waren vor allem auf eine gesicherte Abwehr bedacht und konnten sich im Spiel nach vorne nicht entfalten. Die Salzburger waren ambitionierter, hatten auch mehr Ballbesitz, viel schaute aber auch für sie nicht heraus. Ein Keita-Abschluss (25.) fiel zu schwach aus, war leichte Beute für Altach-Tormann Andreas Lukse. Topstürmer Jonatan Soriano war bei den Altachern, die aufgrund des zurückgezogenen Lukas Jäger mit einer Fünferkette agierten, gut aufgehoben. Nur einmal kam der Salzburg-Kapitän gefährlich zum Abschluss, traf den Ball aber nach der schönsten Aktion vor der Pause über mehrere Stationen aus guter Position nicht richtig (33.).

Kurz nach der Pause kam Soriano aus spitzem Winkel gut zum Abschluss, diesmal verhinderte aber Lukse mit einer Parade einen Gegentreffer (54.). Die Altacher machten ihre Sache besser. Gleich die erste Tormöglichkeit führte zum 1:0. Dabei stand den Gastgebern auch das nötige Glück zur Seite. Walke wehrte eine Harrer-Hereingabe nur kurz ab und der Ball wurde vom daherrutschenden Roth wohl mit der Hand über die Linie befördert (64.). Cesar Ortiz hätte mit einem Kopfball nachlegen können, verfehlte aber vom Elfer frei stehend das Tor (77.).

Die Salzburger drängten in der Schlussphase vehement, wurden aber nicht belohnt. Bei der besten Chance scheiterte "Joker" Yordy Reyna am starken Lukse (84.). Der Ex-Rapidler war auch bei einem Mukhtar-Volleyschuss auf dem Posten (89.). Damit blieb es bei der dritten Saisonniederlage der "Bullen" nach jenen gegen Mattersburg und Rapid zum Saisonbeginn. Die Generalprobe für den Ligaschlager bei der Austria kommenden Samstag ging damit gehörig in die Hose.
 

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SV Grödig - Wolfsberger AC 1:0 (0:0).
Grödig, DAS.GOLDBERG Stadion, 1.226, SR Heiß.
Tor: 1:0 (94.) T. Kainz

Der SV Grödig ist in der Fußball-Bundesliga in letzter Minute zu einem 1:0-Sieg über den WAC gekommen. Tobias Kainz sicherte den Salzburgern an seinem 23. Geburtstag mit einem direkt verwandelten Freistoß in der vierten Minute der Nachspielzeit den vierten Saisonsieg. Die Kärntner finden sich hingegen nach dem gleichzeitigen 1:1 der SV Ried gegen Admira am Tabellenende wieder.

Während die Salzburger im siebenten Heimspiel zum sechsten Mal unbesiegt blieben, treten die Kärntner "Wölfe" in der Fremde weiter zahnlos auf: Seit 19 Auswärtsspielen ohne Sieg, steht in dieser Saison erst ein Zähler und ein Tor zu Buche. Christopher Wernitznig erzielte am 9. August in der 20. Minute bei Rapid Wien das 1:0 - seither wartet die Elf von Trainer Dietmar Kühbauer in Gastspielen auf einen Torerfolg.

Nur 1.226 Zuschauer sahen ein über weite Strecken schwaches Spiel mit wenigen Höhepunkten und den WAC zu Beginn als spielbestimmendes Team, jedoch ohne nennenswerte Chancen herauszuspielen. Erster Aufreger war eine Ecke von Jacobo, an der Solostürmer Issiako Ouedraogo knapp vorbeisegelte (7.).

Bei Grödig deutete Benjamin Sulimani mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, der knapp links am Tor vorbeiging, nach einer halben Stunde erstmals Gefahr an. Danach traf Roman Wallner zwischen die Beine von WAC-Goalie Christian Dobnik. Das Schiedsrichterteam rund um Referee Andreas Heiß entschied aber richtigerweise auf Abseits.

Obwohl der Treffer nicht zählte, war jener Moment wie ein Weckruf für die Salzburger, die danach das Kommando übernahmen. Nach dem Seitenwechsel erkämpfte Wallner erst den Ball, übersah vor seinem Distanzschuss aber die mitgelaufenen und besser postierten Sulimani und Lucas Venuto (46.). Nach einer Stunde vergab Sulimani kläglich den "Sitzer" auf das 1:0, als er eine Djuric-Hereingabe weit über das Tor schoss.

Danach plätscherte die Partie dahin, ehe der eingewechselte Roland Putsche in der 92. Minute ein Silvio-Zuspiel aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbrachte. Als bereits alles nach einem leistungsgerechten Unentschieden aussah, versenkte Kainz den Freistoß im rechten Eck und versprach: "Wir werden heute beim Geburtstagfeiern sicher viel Spaß haben."
 

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SV Ried - FC Admira Wacker Mödling 1:1 (0:0)
Ried, Keine Sorgen Arena, 3.190 Zuschauer, SR Schörgenhofer.
Torfolge: 1:0 (58.) Trauner
          1:1 (77.) R. Schicker

Die SV Ried hat am Samstagabend mit einem 1:1 (0:0) im Heimspiel gegen die Admira das Tabellenende der Fußball-Bundesliga verlassen. Für die Innviertler war aber nach der Führung durch Gernot Trauner in der 58. Minute mehr als ein Punkt drin. Doch "Joker" Rene Schicker glückte noch der schmeichelhafte Ausgleich für die Admira (77.), die Sturm überholte und damit vorerst auf Platz fünf vorstieß.

Die erste Hälfte hatte wenig Sehenswertes zu bieten. Die beste Admira-Chance - ein spektakulärer Fallrückzieher von Dominik Starkl - schlug knapp neben der Stange ein (24.). Auf der Gegenseite musste sich Schlussmann Jörg Siebenhandl nur bei einem Filipovic-Kopfball (41./nach Kragl-Freistoß-Flanke), den er über die Latte drehte, auszeichnen. Da sich Schiedsrichter-Assistent Markus Gutschi bereits in der 18. Minute an der Wade verletzt hatte, musste der vierte Offizielle Dominik Ouschan an der Linie einspringen.

Nach dem Wechsel erhöhten die Rieder den Druck und kamen durch Trauners Kopfball-Aufsetzer nach einem Eckball von Dieter Elsneg zur verdienten Führung. In der Folge ließen Thomas Reifeltshammer (74./drüber) und Elsneg (75./per Kopf daneben) aber Topchancen aufs 2:0 aus. Dies rächte sich nur zwei Minuten später, als Rene Schicker nach einem Konter und Blutsch-Assist zwischen die Beine von Tormann Thomas Gebauer mit seinem ersten Saisontor das 1:1 besorgte. Es war die einzige Torchance der Gäste in der zweiten Hälfte.

Die Admira erwies sich damit einmal mehr als Meister der Effizienz und könnte sich am Sonntagabend bei einer Heimniederlage von Mattersburg gegen die nach der Tabellenführung greifende Wiener Austria sogar noch auf Platz vier verbessern. Ried hat nun nach der 14. Runde einen Punkt Vorsprung auf den Wolfsberger AC, der in letzter Sekunde in Grödig 0:1 verlor.