Ausgebrannt

Guardiola verlässt Barcelona

Erfolgstrainer verlängert Vertrag in Barcelona nicht. Vilanova neuer Barca-Coach.

Beim FC Barcelona geht im Sommer eine Ära zu Ende. Trainer Josep Guardiola kündigte an, seinen mit Saisonende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. "Das ist keine einfache Entscheidung für mich, aber es ist an der Zeit, zu gehen", erklärte der 41-Jährige am Freitag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Club-Präsident Sandro Rosell und Sportdirektor Andoni Zubizarreta. Guardiolas Nachfolger steht bereits fest: Sein bisheriger Assistent Tito Vilanova fungiert ab 2012/13 als neuer Cheftrainer.

Mit dem Abgang von Guardiola verliert der FC Barcelona den möglicherweise erfolgreichsten Coach der Clubgeschichte. Seit seinem Amtsantritt 2008 gewannen die Katalanen 13 Titel, darunter zweimal die Champions League und dreimal die spanische Meisterschaft. Die Chance auf die 14. Trophäe bietet sich am 25. Mai im Cup-Finale gegen Athletic Bilbao - der Meistertitel und die Champions League wurden allerdings in den vergangenen Tagen verspielt.

Diashow: Guardiola verkündet Barca-Abschied

Guardiola verkündet Barca-Abschied

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    Offensiv-Feuerwerk
    Nicht nur durch die zahlreichen Triumphe, auch durch die Art und Weise, wie sie errungen wurden, sorgte der scheidende Trainer mit Barcelona für Schlagzeilen. Die Katalanen schwangen sich mit bedingungslosem Offensiv-Fußball, rasantem Kurzpassspiel und laufintensivem Pressing zur besten Mannschaft der Welt auf, was sowohl als Verdienst von Lionel Messi und Co. als auch von Guardiola gilt.

    Guardiola ausgebrannt
    Nach fast vier Jahren im Amt sei er nun aber ausgebrannt, erklärte der Katalane. Er habe schon im vergangenen Sommer gewusst, dass es sich um seine letzte Saison auf der Barca-Bank handeln würde. "Ich bin erschöpft und muss meine Batterien wieder aufladen. Ich brauche wieder die Leidenschaft, die ich in meinem ersten Jahr hatte." Vor einigen seiner Spieler wie Xavi, Andreas Iniesta, Carles Puyol oder Cesc Fabregas bat Guardiola um Verständnis für seinen Abschied. "Es tut mir leid, dass ich die Energie verloren habe. Aber ich gehe mit dem Gefühl, einen guten Job gemacht zu haben."

    Berater von Neo-Coach Vilanova
    Spekulationen, wonach er bei Chelsea, Inter Mailand oder sogar beim englischen Nationalteam anheuern könnte, erteilte Guardiola eine Absage. "Ich möchte im Moment nicht als Trainer arbeiten." Dafür wird er seinem Nachfolger mit Rat und Tat zur Seite stehen. "Wenn Tito mich braucht, werde ich hier sein."

    Die Wahl von Vilanova sei die richtige gewesen, so Guardiola. "Er ist sehr kompetent und alle Spieler kennen ihn. Er wird Dinge einbringen, die ich nicht mehr einbringen kann." Der 42-Jährige entstammt so wie Guardiola und der Großteil der Barcelona-Spieler der clubeigenen Talenteschmiede "La Masia".

    Logischer Nachfolger
    Für Sportdirektor Zubizarreta ist Vilanova deshalb der logische Guardiola-Nachfolger. "Wenn wir für die Kampfmannschaft Spieler suchen, schauen wir uns ja auch zuerst im eigenen Verein um", sagte der Ex-Goalie und sprach von einem "Langzeit-Projekt" mit dem designierten neuen Cheftrainer.

    In dieser Funktion heißt für Vilanova vor allem, den Erzrivalen Real Madrid hinter sich zu lassen. Mit dessen Coach Jose Mourinho machte der Katalane bereits im vergangenen August im spanischen Supercup nähere Bekanntschaft: Damals fuhr ihm Mourinho mit dem Finger ins Auge und wurde dafür mehrere Wochen gesperrt. Wenig später, im November des Vorjahres, wurde Vilanova wegen eines Ohrspeicheldrüsen-Tumors erfolgreich operiert.

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    14:31 Uhr: Die Pressekonferenz ist jetzt beendet.

    14:27 Uhr: Immer wieder wollen die Journalisten nun wissen, wann sich Guardiola nach seiner Auszeit wieder mit Fußball beschäftigen wolle. Doch er sagt klipp und klar: "Ich brauche die Auszeit". Eine Rückkehr ins Traineramt, wo auch immer, schließt er zwar nicht kategorisch aus. Er brauche allerdings Zeit. Zeit zum Nachdenken, was er in Zukunft machen will.

    14:22 Uhr: Guardiola wird nun nochmals aufgefordert, seinen vielleicht glücklichsten Moment beim FC Barcelona zu benennen. Er sagt, das wisse er nicht, er freue sich aber darauf, irgendwann mal mit den Verantwortlichen ein Bier zu trinken und die vier Jahre Revue passieren zu lassen.

    14:18 Uhr: Sportdirektor Zubizarreta ist voll des Lobes für Guardiola: "Pep ist ein Vertreter des internationalen Fussballs. Er ist ein Kapitel in einem Buch, in dem er noch viele Seiten schreiben muss". Allerdings sieht ihn Zubizarreta nicht wie einen neuen Cruyff.

    14:16 Uhr: "Pep" Guardiola wird konkret gefragt, wie lange er eine Auszeit nehmen will. Er antwortet: "Das weiß ich nocht nicht".

    14:14 Uhr: Der Präsident des FC Barcelona führt nun aus, dass er bis zum Schluss gehofft habe, dass Guardiola seine Entscheidung überdenkt. Doch dazu sei es leider nicht mehr gekommen.

    14:12 Uhr: Auf die Frage, ob seine Familie bei seiner Entscheidung eine Rolle gespielt habe, antwortet Guardiola: "Nein. Ich habe das alleine entschieden".

    14:11 Uhr: Nun wird Guardiola gefragt, was ihm am schönsten und was am schlechtesten in Erinnerung bleiben wird. Guardiola: Dafür müsse er ersteinmal nachdenken, die Frage sei zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht.

    14:06 Uhr: Nun geht es um den Druck beim FC Barcelona. Der Präsident erklärt: "Natürlich gibt es Druck beim FC Barcelona. Sonst wäre es nicht Barca".

    14:01 Uhr: Auch wenn Barcelona in der letzten Woche zwei Titel "verloren" habe (Anm: Die Meisterschaft wird wohl Real gewinnen, in der Champions League unterlagen die "Azulgranas" dem FC Chelsea) geht Guardiola mit einem guten Gefühl. Allerdings schließt er ein neuerliches Trainer-Engagement vorerst aus; er müsse nun erst einmal Kraft tanken.

    13:58 Uhr: Jetzt sind die Journalisten mit Fragen an der Reihe: Ob er sich mehr auf dem Platz oder außerhalb davon "aufgerieben" habe, wird Guardiola gefragt. Er antwortet: "Seit dem ich hierher gekommen bin habe ich versucht, der bestmögliche Trainer für die Spieler zu sein. Ich bin der dritte Trainer Barcelonas mit den meisten Spielen. Es ist die Zeit, man muss nicht nach anderen Gründen suchen. Man verausgabt sich und die Kraft, die man zur Verfügung hat, schwindet mit der Zeit.

    13:54 Uhr: Zubizarreta führt weiter aus: "Pep hat Werte beim FC Barcelona geschaffen. Mit Namen und seiner Arbeit. Er hat uns den Weg vorgegeben und in seinem Sinne wollen wir weiter arbeiten." Mit einem Zitat von Guardiola beendet er seine Laudatio: "Wir müssen uns anschnallen weil wir sicher sehr viel Spaß haben werden".

    13:51 Uhr: Nun ergreift der ehemalige National-Torhüter Spaniens und jetzige Sportdirektor des FC Barcelona, Andoni Zubizarreta,  das Wort. Er dankt Guardiola für sein Engagement.

    13:50 Uhr: Der Präsident des FC Barcelona gibt nun den Nachfolger von Guardiola bekannt: Es wird sein bisheriger Co-Trainer Tito Vilanova. Dann bedankt sich Barcelona-Präsident Rossell bei "Pep" für seine hervorragende Arbeit.

    13:47 Uhr: Jetzt bedankt sich Guardiola bei den Journalisten für ihre Geduld; alle drei Tage vor ihnen zu erscheinen, auch dass habe ihm viel abverlangt.

    13:45 Uhr: Und weiter: "Ein Fußball-Trainer muss mit all seiner Kraft dabei sein, um Spieler zu motivieren. Genau diese Kraft muss ich wiedererlangen."

    13:44 Uhr: Der Grund für seinen Rücktritt sei einfach, so Guardiola. "Es sind vier Jahre, die Zeit reibt alles auf, ich habe mich verausgabt und brauche eine Pause".

    13:43 Uhr: Bereits im Herbst habe er dem Präsidenten des FC Barcelona gesagt, dass sein Vertrag bald enden werde. Damals konnte er allerdings klarerweise noch nicht mit der Mannschaft darüber sprechen. Jetzt aber sei der Zeitpunkt gekommen,

    13:41 Uhr: Guardiola entschuldigt sich für die Unruhe, die er mit seiner Entscheidung hervorgerufen hat. Er sagt, dass es vielleicht ein Fehler gewesen sein, nicht auf seine Berater gehört zu haben, die ihm dazu geraten hatten, einen Zwei-Jahres-Vertrag zu unterschreiben. Doch er sei immer ein Freund von kurzen Verträgen gewesen.

    13:36 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt. Guardiola wird das Wort erteilt. Zu Beginn sagt er, dass die Situation nicht leicht sei und dass er versuchen werde, seine Beweggründe darzulegen.

    © oe24

    13:34 Uhr: Jetzt erscheint Pep Guardiola. Er wird von unzähligen Journalisten und Fotografen belagert.

    13:31 Uhr: Die gesamte Führung des FC Barcelona hat nun im Presse-Saal des Stadions Camp Nou Platz genommen.

    13:26 Uhr: Heute morgen um 09:30 Uhr hat der Star-Trainer seine Mannschaft über seinen Rücktritt informiert. Um 13:30 Uhr tritt er Guardiola vor die Presse und gibt Details zu seiner Entscheidung bekannt.

    13:15 Uhr: "Jungs, ich gehe von Barça weg", wurde Guardiola vor der Pressekonferenz von der spanische Zeitung "Marca" zitiert. Barcelona war am Dienstag gegen Chelsea im Champions-League-Halbfinale ausgeschieden und liegt im Meisterschaftsrennen vier Runden vor Saisonende sieben Punkte hinter dem Rivalen Real Madrid.

    Unglaubliche Erfolgsserie
    Der ehemalige spanische Nationalspieler hatte nach einer Saison als Coach des B-Teams 2008 von Frank Rijkaard die erste Mannschaft übernommen. Dabei führte Guardiola Barcelona zu zwei Erfolgen in der Champions League (2009, 2011), drei Meistertiteln (2009, 2010, 2011), dem Weltpokal (2009, 2011) und einem Sieg im spanischen Cup (2009).

    Unter dem früheren defensiven Mittelfeldspieler dominierte Barca mit rasantem Kurzpassstil sowie einem laufintensivem Pressing den Vereinsfußball. Als mögliche Nachfolger werden Ernesto Valverde (Olympiakos Piräus), der französische Nationaltrainer Laurent Blanc und Marcelo Bielsa (Athletic Bilbao) gehandelt.