So war's wirklich in Cordoba

Krankls Erinnerungen

So war's wirklich in Cordoba

Am Donnerstag wird Krankl 60. Sein Aufstieg zum Weltstar in Barcelona.

1972 habe ich meinen Profivertrag bei Rapid unterschrieben. Zunächst ein Fixum von monatlich 1.000 Schilling plus Prämien. In der zweiten Saison ist die Gage auf 3.500 Schilling angehoben worden. Plus 35.000 Schilling Handgeld. Davon habe ich mir gleich ein Auto gekauft.

Ernst Hlozek, damals Rapid-Trainer, hat mich extrem gefördert. Im ersten Jahr habe ich 16 Tore geschossen. 1974 sind es 36 Treffer gewesen – Schützenkönig! Ja, ich hatte Talent. Aber das reicht nicht, wenn du nicht jeden Tag versuchst, noch besser zu werden und deinen Instinkt noch mehr zu schärfen.

1978 sind wir noch als Nobodys zur WM geflogen
Ich habe immer mit Nummer 9 gespielt. Meine Glückszahl. Ohne den 9er am Rücken wäre ich in der Kabine geblieben.

Dann ging meine Teamkarriere los. 1973 hat mich Leopold Stastny in die Nationalmannschaft geholt. Österreich gegen Brasilien im Prater. Das Gefühl? Unbeschreiblich! Die Brasilianer sind meine Helden gewesen. Ich bin geflogen, habe jede Sekunde genossen.

1978 meine erste Weltmeisterschaft. Argentinien. Wir sind als Nobodys hingeflogen. Waren ein Punkt auf der Fußball-Landkarte. Und haben bei dieser WM trotzdem so viel erreicht. Beim legendären Match in Cordoba gegen Deutschland ist es für uns eigentlich um nichts mehr gegangen. Wir sind schon vor der Partie weg gewesen. Doch als uns die Deutschen verhöhnt und verspottet haben und die Bild-Zeitung ein 11:0 prophezeit hat, haben wir uns geschworen: „Den Piefkes zeigen wir’s – die kriegen kalt-warm.“

Unser 3:2 ist ein Sieg für die Ewigkeit. Tore für die Ewigkeit. Am Anfang haben wir gar nicht kapiert, was uns da gelungen ist. In Wien haben uns 10.000 Leute empfangen.