Gustafsson zittert

Holt Stevens jetzt Lehmann als Goalie?

Eddie Gustafsson (33) zittert um seine Karriere. Der Bullen-Keeper wurde nach dem bösen Foul 90 Minuten operiert. Das ganze Drama.

Gestern Mittag meldete sich der schwer verletzte Bullen-Tormann aus dem Salzburger LKH. Sein Schicksal bewegt das Land. Gustafsson: „Ich bin von der Reaktion so vieler Menschen überwältigt. Als großer Kämpfer werde ich alles daran setzen, um bald wieder zu spielen!“

Das Horror-Foul von LASK-Stürmer Lukas Kragl (20) an Gustafsson beim 0:0 auf der Gugl schockte die Liga, löste Entsetzen aus!

Eddies Ehefrau und Bruder wachten am Krankenbett
Bullen-Klubarzt Helmut Klampfer operierte knapp eineinhalb Stunden. Eddie lag auf der Intensivstation. Frau und Bruder wachten am Krankenbett. War das linke Bein in Gefahr? Der Chirurg: „Zum Glück hat die Durchblutung gepasst, denn sonst wäre es um jede Minute gegangen. Es ist mit der schlimmen Verletzung von Hermann Maier beim Motorrad-Unfall durchaus vergleichbar.“

Gustafsson erlitt bei der Brutalo-Attacke einen Schienbein-Querbruch. Das äußere Wadenbein ist zweimal gebrochen. Bei der Operation wurden ein Titan-Nagel und dazu vier Schrauben eingesetzt. Das kommt in etwa einem Jahr wieder raus.

Beiersdorfer: Keine Klage wegen Körperverletzung
Wann und ob Gustafsson sein Comeback feiert, wagt Vereinsarzt Klampfer nicht zu sagen: „Es ist zu früh für so eine Prognose. Das wäre nicht seriös – auch deshalb, weil wir noch ein, zwei Tage haben, die kritisch sind. Ich hoffe, dass Eddie in sechs, sieben Monaten das Training aufnimmt.“

Der Bullen-Goalie darf sein Bein drei Wochen nicht belasten. Am Freitag soll er aus dem Spital in Salzburg entlassen werden – vor dem Rapid-Match!

Montag bekam Gustafsson bereits Besuch von Alex Zickler (36) und Ibrahim Sekagya. Zickler hatte eine ähnliche Verletzung wie Eddie, machte ihm Mut. „Es ist geplant, dass die ganze Mannschaft bei ihm vorbeischaut“, sagt Marc Janko. Fix: Es gibt kein Gerichtsverfahren. Gustafsson und die Bullen verzichten auf eine Klage wegen Körperverletzung. Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer (46) meint: „Das bringt nichts.“

In den letzten Runden steht Heinz Arzberger (37) im Tor. Doch die Bullen suchen einen neuen Goalie.

"Eine Verletzung wie bei Hermann Maier"

ÖSTERREICH: Kann Eddie Gustafsson je wieder Fußball spielen, Herr Doktor?
Dr. Helmut Klampfer: Es wäre nicht seriös, jetzt so eine Prognose abzugeben. Man muss den Heilungsverlauf abwarten. Aber ich hoffe, dass er in sechs bis sieben Monaten wieder trainieren kann.
ÖSTERREICH: War sein Bein in Gefahr?
Klampfer: Man kann das mit der Verletzung von Hermann Maier durchaus vergleichen. Wenn die Durchblutung nicht mehr gewährleistet ist, geht’s um jede Minute. Doch das war zum Glück nicht der Fall. Die Rettungskette ist perfekt gewesen.
ÖSTERREICH: Und wie geht’s Ihrem Patienten nun?
Klampfer: Kurz nach der Operation war Eddie sehr niedergeschlagen. Jetzt sitzt er lächelnd im Bett. Wir haben aber noch zwei kritische Tage.(ruc)

"Es passiert zu viel gegen uns"

ÖSTERREICH: Herr Stevens, nach dem Spiel haben Sie gesagt, dass Sie der Titel im Moment gar nicht interessiert – ist das noch immer so?
Huub Stevens: Ja. Das Schicksal von Eddie ist am wichtigsten. Natürlich will die Mannschaft ein Zeichen setzen und ihm den Titel schenken.
ÖSTERREICH: Haben Sie LASK-Spieler Lukas Kragl schon verziehen?
Stevens: Ich glaube, er ist übermotiviert gewesen. Aber wenn ich sehe, dass Kragl im Finish bei einem Duell mit Schiemer eine ganz ähnliche Bewegung gemacht hat, dann finde ich das besonders schlimm. Kragl kommt da wirklich nicht gut weg. Für den österreichischen Fußball ist das alles nicht sehr positiv.
ÖSTERREICH: Wie meinen Sie das?
Stevens: Es passiert viel im Zusammenhang mit Red Bull Salzburg. Der LASK hat nur zwei gelbe Karten bekommen – wir fünf gelbe Karten. Das ist doch nicht normal.
ÖSTERREICH: Wie gehen die Spieler mit der besonderen Situation um?
Stevens: Ich habe ihnen frei gegeben – damit sie das verarbeiten.