Erster Experte rechnet mit EM-Absage

Corona-Pandemie

Erster Experte rechnet mit EM-Absage

In diesem Jahr soll die EM 2020 nachgeholt werden. Macht Corona dem Fußballspektakel ein weiteres Mal einen Strich durch die Rechnung?

Für die UEFA steht fest: Die EM 2021 wird definitiv stattfinden. Am 11. Juni soll es losgehen - ein Jahr später als zunächst geplant. Ganz anders sieht es hingegen SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Der Virologe nennt die noch andauernde Corona-Pandemie als Grund für den womöglichen Ausfall des Fußball-Fests.

„Ich glaube, dass die EM komplett abgesagt wird, weil wir im März eine Situation haben werden, die in vielen Ländern Europas schlechter sein wird als heute“, sagte der 57-Jährige bei „t-online“. „Es wird sich alles – leider – von allein ergeben. Wir könnten im März eine Situation erleben, in der kaum jemand überhaupt auf die Idee kommen wird, eine Fußball-EM auszutragen.“

Zuschauer? UEFA will verbindliche Regelung treffen

Die UEFA hat für die EM-Endrunde, die bis 11. Juli andauern soll, allerhand Corona-Szenarien für ihre wölf Spielorte bedacht. Diese reichen von Spielen in vollen Stadien bis hin zu einem kompletten Zuschauerausschluss. Diesbezüglich will man am 5. März eine verbindliche Regelung treffen, wie viele Zuschauer an den Spielstätten in die einzelnen EM-Stadien dürfen.

„Wir können in Europa nicht davon ausgehen, dass wir bis Mitte des Jahres ausreichend Impfstoff haben werden“, meinte Lauterbach. Es sei „am wahrscheinlichsten“, dass das Turnier, wenn überhaupt, ohne Zuschauer durchgeführt wird.

Hoffnung auf Impfungen

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin setzt seine Hoffnungen in die Impfprogramme der verschiedenen Gastgeberländer. Diese sollen der Schlüssel sein, um am ursprünglichen Plan festzuhalten zu können. „Die Impfung hat begonnen und ich denke, wir werden im Sommer volle Stadien haben können“, sagte Ceferin kürzlich der serbischen Zeitung „Informer“. „Derzeit ist geplant, in allen zwölf Ländern zu spielen. Natürlich gibt es Back-up-Optionen für den Fall, dass ein Land ein Problem hat.“

Für solche Notsituationen könnte sich die Zahl der Länder, in denen das Turnier ausgetragen wird, sukzessive verringern. Bei Bedarf soll sogar nur in einem Land gespielt werden. Derzeit werde, so ist zu hören, an vier Betriebsszenarien gearbeitet – für volle Stadien, für eine Kapazität von 50 bis 100 Prozent, 20 bis 30 Prozent und für Spiele ohne Zuschauer.