Niersbach

Wegen WM 2006

FIFA sperrt Ex-DFB-Präsident Niersbach

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Sommermärchen wird ihm zum Verhängnis: FIFA zieht Niersbach aus Verkehr.

Der frühere DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ist von der Ethik-Kommission des Fußball-Weltverbandes (FIFA) im Zuge der Affäre um die WM 2006 für ein Jahr von allen Fußballaktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene gesperrt worden. Das teilte die Rechtskammer der FIFA am Montag in Zürich mit.

Die Sperre sei ausgesprochen worden, weil der ehemalige Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) es versäumt habe, Erkenntnisse über mögliches Fehlverhalten bei der WM-Vergabe einschließlich möglicher Verstöße gegen den FIFA-Ethikcode "in einer angemessenen Weise" zu melden.

"Unangemessen und überzogen"

Die Sperre gelte ab sofort, teilte die Kommission am Montag in Zürich mit. "Dieser Entscheid trifft mich hart", teilte Niersbach in einer Stellungnahme am Montag mit. "Die nun verhängte Sanktion halte ich für unangemessen und überzogen", hieß es in der Erklärung des Deutschen. Er werde sich anwaltlich beraten lassen, "ob ich gegen diesen Entscheid Rechtsmittel einlegen werde".

Niersbach erklärte, bei einer mündlichen Verhandlung in Zürich einen Fehler eingeräumt zu haben. Er habe seinerzeit zu spät über kritische Zahlungsflüsse zwischen dem deutschen WM-Organisationskomitee und der FIFA im Vorfeld des Sommermärchens informiert, schrieb Niersbach. Dieser Argumentation folgte die FIFA-Ethikkommission nicht.

Ämter gehen durch Sperre verloren

Niersbach hatte im November 2015 wegen des WM-Skandals seinen Rücktritt als Präsident des nationalen Verbands erklärt. Der 65-Jährige verliert durch den Bann seine Ämter im Exekutivkomitee er Europäischen Fußball-Union (UEFA) und im FIFA-Council. In letzterem saß er seit März 2015.

Er ist der einzige des damaligen WM-Organisationskomitees um OK-Chef Franz Beckenbauer, der noch offizielle Funktionen im Weltfußball bekleidete. Die bisherigen Ermittlungen beziehen sich der FIFA zufolge noch nicht auf aufgekommene Korruptionsvorwürfe bei der WM-Vergabe selbst.

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