Darum flüchtet Messi nach 20 Jahren von Barca

Er will weg

Darum flüchtet Messi nach 20 Jahren von Barca

Fehlkäufe, falsche Trainer und interne Querelen mit der Klubführung waren dem Argentinier schon lange ein Dorn im Auge.

Nach 20 Jahren soll Schluss sein. Weltfußballer Lionel Messi will den FC Barcelona verlassen, will sich aber einer mittlerweile verstrichenen Klausel für eine einseitige Vertragsauflösung bedienen. Entsprechende Medienberichte seien vom Club inzwischen bestätigt worden, berichtete am Dienstagabend die katalanische Fachzeitung "Mundo Deportivo". Messi soll dem Club sein Begehren mittels Fax mitgeteilt haben.

Der Verein habe dem Spieler bereits mitgeteilt, dass er diese Entscheidung nicht allein treffen könne. Am vergangenen Donnerstag hatte bereits der katalanische Privatsender RAC1 versichert, dass sich Messi mit Abwanderungsgedanken trage. Eine öffentliche Stellungnahme des Profis gab es zu diesem Thema bisher nicht.

Doch die Probleme zwischen Messi und seinem Klub kamen nicht plötzlich auf. Es war ein langer Weg, der nun in der Flucht des Superstars endet. Fehlkäufe, falsche Trainer und interne Querelen mit der Klubführung waren dem Argentinier schon lange ein Dorn im Auge. Immer wieder äußerte Messi auch öffentlich Kritik an Barca.

Neymar-Tranfer verpatzt

Vor allem der verpatzte Neymar-Transfer stieß ihm sauer auf. Er und andere Stammspieler, wie Gerard Piqué, hatten von der Klub-Spitze verlangt, ihren Ex-Kollegen aus Paris zurückzuholen. Sie waren davon überzeugt, dass die "Blaugrana" mit ihm den Weg zurück an die Spitze der Champions League schaffen. Der letzte Sieg liegt immerhin schon fünf Jahre zurück. Doch statt dem Brasilianer kam der Franzose Antoine Griezmann. Messi war der Meinung, dass der 29-Jährige vom Spieltyp nicht zu Barca passen würde. Immer wieder warf er dem Klub in Interviews vor sich nicht genügend um Neymar bemüht zu haben.

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Falsche Trainer

Zudem brachten die ständigen Trainerwechsel ebenfalls Unruhe. Im Januar wurde der eigentlich unter den Spielern beliebt Ernesto Valverde rausgeschmissen. Nachdem dann auch noch aufflog, dass der Klub noch während Valverdes Zeit als Coach parallel mit Ex-Spieler Xavi über den Trainerposten verhandelte, war die Blamage perfekt. Anschließend kam Quique Setién um die Katalanen wieder zu einem Titel zu führen. Er scheiterte kläglich. Kein Titel in dieser Saison und dazu auch noch die 2:8-Blamage gegen Bayern im Champions Leage Halbfinale.

Seit vergangener Woche hält der Niederländer Roland Koeman die Zügel bei Barca in der Hand. Der Sender TyC Sports berichtete, der sechsmalige Weltfußballer habe sich nach einem Gespräch mit dem neuen Barca-Coach schlussendlich zum Abschied entschieden.

Dieser Abgang stürzt die Katalanen nun in eine der größten Krisen der Vereinsgeschichte. Kurz nach Bekanntwerden des Messi-Abgangs versammelten sich bereits die ersten Fans vor dem Camp Nou und protestierten gegen die Klub-Führung.

© Pau BARRENA / AFP

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Wer stemmt die 700-Millionen-Ablöse?

Dem Profiteam des FC Barcelona gehört er bereits seit 2004 an. Er ist somit der dienstälteste Spieler des Clubs. Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni nächsten Jahres. Die im Vertrag festgeschriebene Ablöseklausel beträgt laut Medien 700 Millionen Euro. Ob diese von den angeblich interessierten europäischen Top-Clubs wie Manchester City, Juventus Turin, Paris SG oder Inter Mailand bezahlt werden kann, ist nicht zuletzt angesichts der Corona-Pandemie zweifelhaft.