Janko nach Doppelpack bescheiden

"Mann des Spiels war Alaba"

Janko nach Doppelpack bescheiden

Goalgetter hat Ego zurückgeschraubt: "Nehme mich nicht mehr so wichtig".

In seiner ersten Reaktion nach dem persönlichen Triumph hat Marc Janko lieber einen ÖFB-Kollegen hervorgehoben. "Mann des Spiels war Alaba mit zwei Assists, bei denen ich nur noch 'Danke' sagen musste. Und dann hat er noch ein Tor nachgelegt", sagte der Goalgetter am Dienstag nach dem 4:0-Heimsieg in der Fußball-WM-Qualifikation über Kasachstan.

Ego zurückgeschraubt
Janko war sichtlich bemüht, seine eigene Person trotz des Doppelpacks nicht allzu sehr in den Mittelpunkt zu rücken - und zwar nicht nur wegen des traumhaften Comebacks von Alaba. "Ich nehme mich selbst nicht mehr so wichtig, wie es vielleicht früher der Fall war. Man schraubt das Ego im Sinne der Mannschaft ein bisschen zurück", erklärte der 29-Jährige.

Dies sei in der Vergangenheit nicht immer der Fall gewesen. "Man darf sich selbst nicht wichtiger als das Team nehmen. Das habe ich in den letzten Jahren vielleicht nicht immer so gelebt und empfunden. Aber man muss sich unterordnen - die Mannschaft ist der Star, wie es so schön heißt."

Janko als Teamplayer
In den jüngsten drei Länderspielen saß Janko zunächst nur auf der Ersatzbank, im Heimspiel gegen die ultradefensiven Kasachen setzte Teamchef Marcel Koller jedoch von Beginn an auf die Strafraum-Qualitäten des 30-fachen Internationalen (13 Tore). Der Trabzonspor-Legionär weiß aber, dass er in Partien gegen stärkere Gegner seinen Platz in der Startformation wohl wieder räumen muss. "Es gibt Spiele, da werde ich von Anfang an dabei sein. Und wenn das nicht der Fall sein sollte, werde ich mich trotzdem so gut wie möglich einbringen", versprach Janko.

Doppelpack als Befreiungsschlag?
Nach dem Erfolgserlebnis im Kasachstan-Match hofft der frühere Salzburg-Stürmer wieder auf erfolgreichere Zeiten. In den vergangenen Monaten lief es für Janko alles andere als wunschgemäß - im Frühjahr verlor er zunächst seinen Stammplatz beim FC Porto, dann warf ihn in der Sommer-Vorbereitung eine Muskelverletzung zurück und schließlich schaffte er es bisher noch nicht, bei Trabzonspor ein Stammleiberl zu ergattern. "Ich hatte eine lange Durststrecke, habe monatelang kein Spiel länger als über 50 Minuten gemacht. Ich brauche Spiele, bis ich meinen Rhythmus finde. Vielleicht war das Match gegen Kasachstan der erste Anstoßpunkt", vermutete der Niederösterreicher.

"Schauen wieder nach vorn"
Laut Janko könnte der höchste Sieg des ÖFB-Teams seit dem 30. Mai 2008 (5:1 in Graz gegen Malta) und der höchste Pflichtspiel-Erfolg seit dem 11. Juni 2003 (5:0 in Innsbruck gegen Weißrussland) nicht nur für ihn selbst, sondern auch für die gesamte Mannschaft eine Initialzündung sein. "Nach den beiden bitteren ersten Spielen war das 4:0 sehr wichtig. Wir schauen wieder nach vorn, jetzt ist alles möglich."

Der wiedergewonnene Optimismus wurde auch durch den überraschenden Punktgewinn der Schweden beim 4:4 in Deutschland nicht getrübt. "Das ist super, jetzt können wir wieder Erster in der Gruppe werden", schmunzelte Janko.

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