Milot Rashica Kosovo

Nach Provokation

Vor Duell mit Spanien: Kosovo droht mit Spielabbruch

Beim WM-Qualifikationsspiel zwischen Spanien und dem Kosovo könnte es zu einem Eklat kommen.

Anfang März sorgte der spanische Verband für Aufsehen als man bei der Aufzählung der WM-Quali-Gruppengegner vom "Territorium Kosovo" in einer Meldung schrieb. Kosovos Fußballverband stellte sofort klar: Seit 2008 sei man unabhängig und, dass man nicht mehr zu Serbien gehöre. Es sei reine Provokation der Spanier so eine Meldung zu machen.

Spanien und fünf weitere EU-Staaten erkennen den Kosovo bis heute nicht als offiziellen Staat an. Auf der iberischen Halbinsel befürchte man einen Domino-Effekt. Würde man den Kosovo  anerkennen, so säe man neuen Wind in die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens.

Kosovo droht abzubrechen

Im März 2019 beim EM-Quali-Spiel der U17 gegen den Kosovo weigerte man sich anzutreten. Im aktuellen Fall ist die Seleccion gezwungen das Spiel zu bestreiten. Sportrechtlich sind dem Verband die Hände gebunden, weil der Kosovo als Mitglied der FIFA und der UEFA voll anerkannt ist.

Am Mittwoch kommt es nun um (ab 20.45 Uhr im sport24-LIVE-Ticker) in Sevilla zum brisanten Duell. Der Kosovo droht mit Spielabbruch, sollte das offizielle Protokoll nicht eingehalten werden. Das Spiel solle "mit Flagge und Hymne" ausgetragen werden, lässt der kosovarische Verband mitteilen. Ansonsten spiele man nicht. Man sei in dieser wichtigen Frage zu "keinerlei Zugeständnissen" bereit.

Provokation auf Pressekonferenz

Den Ernst der Lage zeigten die Kosovaren auf der Pressekonferenz vor der Partie. Coach Bernard Challandes wurde von einem spanischen Journalisten gefragt, wie er den Gegner einschätze. Plötzlich aber grätschte der Mediensprecher dazwischen und fragte, von welchem Land Challandes Trainer sei. Schliesslich käme der Kosovo in der Berichterstattung der Zeitung nicht vor.

Aussenministerin macht Hoffnung

Spaniens Aussenministerin Arancha Gonzalez machte dennoch Hoffnung, dass die Partie mit allen notwendigen Regularien ablaufen wird. «Die Seleccion spielt ja auch gegen die Färöer, Wales, Schottland, Nordirland oder Gibraltar Fussball, obwohl das ebenfalls keine Staaten sind.»