Bann gebrochen!

Kriechmayr beendet Abfahrts-Fluch bei Odermatt-Party in Wengen

Marco Odermatt ist auch auf der verkürzten Lauberhorn-Abfahrt unschlagbar. Der Weltcup-Dominator gewinnt in Wengen mit 0,78 Sekunden Vorsprung vor ÖSV-Star Vincent Kriechmayr, der damit den ersten rot-weiß-roten Podestplatz seit dem 17. Februar 2024 in der Königsdisziplin holt.

Marco Odermatt bleibt in der Abfahrt von Wengen unantastbar. Der Schweizer Ski-Star feierte am Lauberhorn seinen vierten Abfahrtssieg in Serie - erneut mit einer Machtdemonstration. Vincent Kriechmayr hatte im verkürzten Rennen als Zweiter bereits 0,79 Sekunden Rückstand, beendete jedoch just vor den Hahnenkamm-Rennen in der kommenden Woche eine Negativserie nach elf Abfahrten ohne ÖSV-Stockerlplatz. Dritter wurde der Super-G-Sieger Giovanni Franzoni aus Italien (+0,90).

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Die Eidgenossen Franjo von Allmen (+0,93) und Alexis Monney (+0,95) landeten auf den Plätzen vier und fünf. Daniel Hemetsberger wurde als Achter (+1,37) zweitbester Österreicher. Anders als Franzoni konnte Stefan Babinsky (+2,54), der Zweite des Super-G vom Freitag, nicht erneut glänzen. Kriechmayr drehte den Spieß nach Platz zwölf im Super-G um. "Eine meiner besseren Fahrten in der Abfahrt heuer. Es war teilweise sehr gut", sagte Kriechmayr im ORF. Sein zweiter Platz schade in Sachen Selbstvertrauen sicher nicht. "Aber fürs nächste Rennen habe ich trotzdem keinen Vorsprung."

Odermatt unwiderstehlich

Wegen Windes wurde der Start zum Hundschopf nach unten verlegt. Im Vergleich zur Original-Abfahrt verringerte sich die Fahrzeit um etwa 45 Sekunden. Kriechmayr legte mit Startnummer 6 als erster der Topleute vor, musste seinen Platz an der Sonne aber unter "Odi, Odi, Odi"-Sprechchören sogleich wieder räumen. Odermatt zertrümmerte die Bestzeit des Oberösterreichers um acht Zehntel.

 

 

 

Der Schweizer war in jedem Sektor ein paar Hundertstel schneller als Kriechmayr. "Ich finde zwei, drei Zehntel, aber acht Zehntel bei Gott nicht. Unglaublich, was der Odi da wieder abgeliefert hat", sagte Kriechmayr, der zweifache Wengen-Sieger (2019, 2022). Er hatte auch im Februar 2024 als Zweiter von Kvitfjell für den zuvor letzten Podestplatz eines Österreichers in einer Weltcup-Abfahrt gesorgt und im vergangenen Februar WM-Silber gewonnen. "Natürlich war es bitter, dass wir die letzten zwei Jahre so hintennach gegurkt sind. Aber ich habe mir darüber nicht immer den Kopf zerbrochen", bekannte Kriechmayr. Der letzte österreichische Abfahrtssieg ist mittlerweile 20 Weltcup-Rennen her.

Von Allmen touchiert die Bande

Der Tagessieg von Odermatt wackelte in der Folge nicht. Der hoch eingeschätzte Vorjahreszweite Von Allmen streifte mit vollem Risiko die Bande im Kernen-S und verlor in der Folge auch das Wettrennen gegen Kriechmayr. Auch Dominik Paris, Babinsky und Hemetsberger hatten rund um die einzigartige Rechts-Links-Kombination ihre Schwierigkeiten. "Ich war einen halben Meter zu spät", analysierte Hemetsberger. "Da habe ich sechs Zehntel verloren." Babinsky fühlte sich von Anfang an nicht wohl. "Das ärgert mich, weil ich einen guten Grundspeed habe. Ich habe das ganze Rennen nur gekämpft."

Gespannt wartete die Konkurrenz auf den Trainingsdominator Franzoni, der mit Nummer 28 und flacherem Licht Von Allmen noch vom Podest bugsierte. Über alle Zweifel erhaben war wieder einmal Odermatt. "Ich habe schon bei der Zielüberquerung gemerkt: Das war sehr gut", sagte Odermatt nach seinem bereits siebenten Saisonsieg, dem 52. im Weltcup. Mit dem vierten Streich in Wengen avancierte er zum Lauberhorn-Rekordmann vor Beat Feuz und Franz Klammer, die beide dreimal gewonnen hatten. Mit 1.105 hat er nun mehr als doppelt so viele Weltcup-Punkte gesammelt wie der Zweite, Lucas Pinheiro Braathen (538).

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