Drei Monate vor der WM nimmt nicht nur das Geschehen auf dem Platz Fahrt auf: In den USA treffen Stars aufeinander, während hinter den Kulissen bereits ein spannender TV-Transfer für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt.
Genau drei Monate vor dem WM-Gruppenspiel zwischen Weltmeister Argentinien und Österreich in Arlington bei Dallas steigt im New Yorker Stadtteil Bronx Sonntag (18 Uhr/MEZ) ein kleines Vorspiel. Im Schlager der fünften Runde der Major Soccer League zwischen Tabellenführer New York City FC mit dem Ex-Salzburger Hannes Wolf gegen den Dritten, den regierenden Meister Inter Miami, mit Lionel Messi, der letzten Dienstag das 900. Tor seiner Karriere erzielte.
Derzeit nicht einmal auf Rangnicks-Abrufliste
Messi wäre Fixstarter beim Titelverteidiger, wenn er mit 39 seine sechste WM bestreiten will. Der zwölf Jahre jüngere Wolf steht hingegen im aktuellen Teamkader von Ralf Rangnick nicht einmal auf der Abrufliste. Etwas verwunderlich, da man am Beispiel von Dominik Fitz annehmen muss, dass die Major Soccer League ein besseres Niveau als Österreichs Bundesliga hat. Fitz zählte bei Austria zu den auffälligsten Offensivspielern der Liga. Seit ihn Minnesota im August um zwei Millionen Euro kaufte, bestritt er nur sieben Spiele, nur eines von Beginn an. In den ersten vier Runden dieses Jahres gehörte Fitz nicht zum Kader von Trainer Cameron Knowles, einem Neuseeländer.
Ist Tür für den Grazer wirklich nicht zu?
Wolf, dessen Vertrag bis 2027 läuft, spielte immer von Beginn an. Wolf war mit Red Bull Salzburg dreimal Meister, zweimal Cupsieger. Aus dieser Zeit kennt Rangnick seine Qualitäten. Das große Pech des Grazers war der komplizierte Knöchelbruch, den er 2019 bei der Unter 21-EM in Triest beim 2:0 gegen Serbien erlitt, als sein Wechsel zu RB Leipzig schon fixiert war. Danach kam er schwer in die Gänge, auch nicht ein Jahr später unter Marco Rose, seinem Förderer in Salzburg, bei Mönchengladbach. Seit 2024 ist er bei New York City, fühlt sich ein wenig übersehen: „Die Tür für ihn ist nicht zu“, sagte Rangnick bei der Nominierung seines Kaders. Überzeugend klang das nicht.
TV-Transfer von Herzog: Im Juni im ORF statt Sky
Schon jetzt ist der WM-Transfermarkt eröffnet. Zumindest in Sachen TV-Experten. Ein offenes Geheimnis, dass Sky für die WM Andreas Herzog dem ORF zur Verfügung stellt. Herzog, der als Spieler bei Los Angeles Galaxy und Co-Trainer des US-Teams von 2012 bis 2016 genug US-Erfahrung hat, wird mit Rainer Pariasek die Österreich-Gruppe vor Ort beobachten. Als Gegenleistung tritt ORF-Experte Herbert Prohaska erstmals bei „Talk & Tore“ von Sky auf. Die WM wird Prohaska vom Küniglberg analysieren. Ebenso Peter Stöger, der vor seinem Kurzengagement bei Rapid auch zu den Sky-Experten gehörte.