Koller: "Jeder muss die Scheißwege gehen"

ÖFB-Pressekonferenz

Koller: "Jeder muss die Scheißwege gehen"

Teamchef sprach über WM-Quali-Chancen - und stellte klare Forderung.

Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, das neue 3-4-3-System auch im nächsten WM-Qualifikationsspiel am 11. Juni in Irland zur Anwendung zu bringen. Im Test am Dienstag gegen Finnland (1:1) waren Abstimmungsprobleme augenscheinlich. Vor dem Gastspiel in Dublin haben die Österreicher aber zehn Tage Zeit, um weiter an der Alternative zu feilen.

+++System-GAU: Koller verwirrte ÖFB-Kicker+++

Die große Frage bei der Pressekonferenz am Mittwoch war: Wie soll Marko Arnautovic gegen Irland ersetzt werden? Koller appellierte an das Team. Er wisse, dass "Arnie" schwer zu ersetzen sei. Allerdings habe man auch Alaba ersetzen können, als dieser gefehlt hatte. "Jeder muss umso mehr die Scheißwege in der Defensive gehen", so die klare Forderung.

Die Hauptverantwortung dafür liegt wohl bei der neuen Dreierkette. Einen Einsatz dieser Formation in Dublin wollte Koller nicht ausschließen. "Es ist so, dass wir diese Sicherheit brauchen", erklärte der Schweizer. "Zehn Tage sind ein bisschen mehr als normal. Das heißt, dass wir gut vorbereitet in dieses Spiel gehen. Wir wollen das noch einmal einüben." Erst dann werde eine Entscheidung fallen.

Teamcamp ohne Team?
Ein Problem könnte laut Koller sein, dass mehrere Spieler nicht von Beginn des ab 31. Mai im Burgenland geplanten Camps an zur Verfügung stehen. Am 1. Juni ist das Finale des ÖFB-Cups angesetzt, erst am Tag danach endet für Marc Janko die Meisterschaft in der Schweiz. Und David Alaba könnte mit Bayern München auch noch das Champions-League-Finale am 3. Juni bestreiten.

Die Iren blieben zuletzt gegen Wales (0:0) und Island (0:1) zweimal ohne Treffer. Koller will die Videos genau studieren. "Wir kennen die Iren. Ich glaube nicht, dass sie ihre Spielweise groß ändern werden." Das gilt auch für das ÖFB-Team. Eine im Fußball immer öfter praktizierte Abkehr vom Ballbesitz als Ziel kommt für Koller nicht infrage. "Wir wollen den Ball haben, dann kann man Tore schießen und bekommt keine."

Der erste Lehrgang des Jahres war von Verletzungen, Erkältungen und Sperren beeinträchtigt. Für den Teamchef ist es teil seines Jobs, damit umgehen zu können. Nicht zuletzt ob des Ausfalles von Marko Arnautovic ist auch in Irland Improvisation gefordert. Koller: "Es geht für uns darum, irgendeine Formation zu finden, die standhalten kann."

Lob für Debütanten
Nachhaltig aufgedrängt hat sich gegen Finnland niemand. Zumindest für die Debütanten Florian Grillitsch und Stefan Lainer gab es Lob vom Trainer. "Für mich war das ein sehr guter Auftritt", sagte Koller. "Sie haben ruhig nach vorne gespielt. Es ist schön, wenn sie das umsetzen können." Dadurch entstehe mehr Konkurrenz. "Das heißt auch für die Gestandenen, dass man sich nicht zurücklehnen kann."

Das ÖFB-Tor hütete wie schon in der WM-Quali gegen Moldau (2:0) Heinz Lindner. Der Reservist von Eintracht Frankfurt scheint ob der Knieverletzung von Robert Almer auch für Irland in der Pole Position. Sein Vertrag in Frankfurt läuft mit Saisonende aus. Lindner bestätigte, dass er einen Clubwechsel anstrebt: "Ich muss auf Vereinsebene schauen, dass ich wieder zum Spielen komme."

Das würde auch Koller begrüßen. "Es ist wichtig, zu spielen und Spielpraxis zu holen." Das sei aber auch eine Frage von Vertragssituation und Angeboten. Nur auf die Einsatzminuten kommt es Koller nicht an. Schon Almer habe als Club-Ersatzmann im Team gute Leistungen gezeigt. "Es ist wichtig, dass man die Qualität hat, das ist nicht nur bei den Torhütern so. Nicht jeder Spieler hat die Qualität, Nationalspieler zu sein."

Kommt "Arnie" mit nach Irland?
Eine besondere Qualität hat Arnautovic. Dass Koller dessen Idee nachkommt, trotz der Sperre den Irland-Lehrgang mitzumachen, gilt als unwahrscheinlich. "Für ihn ist es eigentlich Urlaubszeit, das werden wir noch entscheiden", sagte der 56-Jährige. Möglicherweise könne Arnautovic zum Spiel nach Dublin kommen. "Ich glaube, dass es nicht das Optimalste ist, wenn er mittrainiert."

Seine Kollegen sollen die Dreierkette festigen. Schon im Schlüsselspiel des Jahres 2016 gegen Island hätte sie laut Koller rein taktisch gepasst, die Chancen seien aber nicht genutzt worden. Gegen Moldau hätte die Ausbeute ebenfalls höher sein können, gegen die Finnen lief das Spiel erst nach der Umstellung auf die altbewährte Viererkette besser.

"Es war schon auch auf das System zurückzuführen, dass man nicht weiß, ob man angreifen oder abwarten soll", schilderte Koller einige Unsicherheiten vor der Pause. Bei seiner Irland-Entscheidung für oder gegen die Dreierkette will er aber mehrere Faktoren einbeziehen. "Es ist wichtig, dass wir nicht nur auf die Ergebnisse schauen, sondern wie ist die Situation und das Selbstvertrauen der Spieler, das auszuführen."

Der oe24-LIVE-TICKER zur PK auf Seite 2:



 11:19

Das wars auch schon von der PK!

Kurz und bündig hat Koller alles beantwortet rund um das enttäsuche Finnland-Spiel und hat einen Ausblick gewagt auf das Entscheidungsspiel gegen Irland. Vor allem das Fehlen von Arnautovic schmerzt. Am 11. Juni geht es für die ÖFB-Elf gegen Irland weiter.

 11:17

Frage: Wie schwierig ist es für Lindner das er nicht spielt?

Koller: Klar wäre es besser wenn er spielt. Aber das hängt auch von der Vertragssituation ab. Für uns ist auch wichtig, dass du die Qualität hast, viele wollen ins Nationalteam, aber es kann nicht jeder ins Team. Es geht weniger darum ob man im Verein spielt oder nicht.

 11:15

Frage: Nehmen sie Arnautovic nach Irland mit?

Koller: Ich werde mir das noch anschauen, es wäre Urlaub für ihn (Anm. Arnautovic ist gesperrt). Ich glaube aber nicht, dass es gut wäre wenn er mittrainiert, da fehlt die Spannung.

 11:13

Frage: Wird es ohne Arnautovic nicht sehr schwer gegen Irland?

Koller: Ja klar, es wird schwer ihn zu ersetzen. Wir müssen Lösungen finden, wir müssen in der Gruppe auftreten, jeder muss defensiv ackern. Irland steht sehr kompakt, die hauen dazwischen, sie spielen aggressiv. Da müssen wir dagegen halten, dürfen aber nicht auf das Spielerische vergessen. Wir haben noch etwas Zeit und wollen das im Lehrgang eintrainieren.

 11:12

Frage: Haben Sie die neuen Spieler kennen gelernt?

Koller: Sie haben sich gut präsentiert, Grillitsch hat gut gearbeitet. Die Konkurrenz ist gewachsen. Man kann sich nicht zurücklehnen, das ist gut für das ÖFB-Aufgebot.

 11:10

Frage: Haben sich Teams auf ÖFB-Team eingestellt?

Koller: Wenn man den Ball nicht hat, muss man hinterher rennen. Das ist mühsam, es ist viel besser Ballbesitzfußball zu spielen, zu kombinieren. Das ist Fußball, das sind die Emotionen mit denen man auch die Fans mitnehmen kann. Wichtig sind aber auch die "Scheißwege", die man in der Defensive geht.

 11:08

Frage: Wie spielen wir gegen Irland?

Koller: Ich kenne Irland, weiß wie sie spielen. Ich werde mir das Spiel gegen Wales genau anschauen und dementsprechend aufstellen. Wir haben vor dem Irland-Spiel einen langen Lehrgang und 10 Tage Zeit. Es kann sein, dass wir bereits mit Dreierkette spielen, aber bis dahin kann viel passieren. Schauen wir was ich für Spieler zur Verfügung habe.

 11:05

Frage: Wie sieht das ÖFB-System jetzt aus?

Koller: Mit der Dreierkette haben wir schon bei der EM gespielt, gegen Island hat das gut gepasst. Wir hatten damals genug Chancen zu gewinnen, sind damals aber an der Chancenverwertung gescheitert. Wir haben zu wenige Tore erzielt in diesen zwei Spielen. Selbst gegen Moldawien hätten wir fast den Ausgleich kassiert. Dann wäre wieder alles in Frage gestellt worden. Erste Halbzeit gestern war schlecht, wir haben dann umgestellt, es war dann besser.

 11:03

Die "Kleinen" können mithalten

Koller: Es ist mittlerweile so, dass auch die "kleinen" Teams mithalten können. Das Ergebnis gegen Finnland war nciht gut, wir hätten gerne gewonnen, aber es ist kein Wunschkonzert. Wir müssen das analysieren. In der zweiten Halbzeit haben wir ein anderes System gespielt, das hat besser funktioniert.

 11:02

Koller am Podium

Koller eröffnet mit einer Analyse über Moldawien und Finnland. Koller: Es wird schwer, weil gegen Irland wichtige Spieler gesperrt sind.

 10:58

Entscheidungsspiel gegen Irland

Bis zum 11. Juni hat Marcel Koller Zeit sich zu überlegen wie er den irischen Abwehrwall durchbrechen will. Nach dem Remis zwischen Irland und Wales und dem Sieg gegen Moldawien liegt das ÖFB-Team vier Punkte hinter den Aufstiegsplätzen.

 10:47

Was sagt Koller zur Finnland-Fadesse?

In Freundschaftsspielen hat das ÖFB-Team selten zu überzeugen gewusst. Auch gegen die biederen Finnen reichte es gestern nicht zu einem Sieg. Arnautovic war der einzige Lichtblick. Der Stoke-Legionär fehlt aber gegen Irland.

 10:39

Herzlich willkommen beim oe24-Live-Ticker!

Teamchef Koller spricht heute über das Finnland-Spiel und die WM-Quali-Chancen unseres Teams