Taboga

Taboga festgenommen

Wettbetrug in Millionenhöhe

Taboga sitzt in U-Haft, drei weitere Grödig-Kicker werden von Verdächtigen beschuldigt.


Blitz-Zugriff der Polizei am Donnerstag im größten Wett-Skandal des heimischen Fußballs: 20 Profi-Kicker wurden von der Polizei einzeln verhört, parallel dazu fanden Hausdurchsuchungen in Salzburg, Kärnten, Niederösterreich und Wien statt.

Für Kronzeugen Dominque Taboga (31) klickten in Kärnten die Handschellen. Der Ex-Profi-Kicker wurde sofort in die Justizanstalt Salzburg überstellt, die U-Haft ist beantragt. Fast zeitlich gingen den Ermittlern auch zwei mutmaßliche albanische Wettpaten Ilir N. (51) und Arben T. (42) aus Tirana samt einem mutmaßlichen österreichischen Verbindungskomplizen Johannes L. (Ex-Profi Kicker und Teammanager) ins Netz. Bei den Albanern wurde eine Liste mit 26 Spielern gefunden.

Ex-ÖFB-Kicker Sanel Kuljic brachte Fall ins Rollen
Der schlimme Verdacht: Seit 2004 sollen 17 Spiele der heimischen Bundesliga, Ersten Liga und Regionalliga von der Wettmafia geschoben worden sein. Gewettet wurde auf Ereigniswetten: Wer bekommt den nächsten Eckball? Wer verschuldet einen Elfmeter? Wer bekommt eine rote Karte? Es geht um Millionenbeträge. Auch die asiatische Mafia soll ihre Finger im Spiel gehabt haben.

Wie berichtet, brachte die Verhaftung von Ex-ÖFB-Kicker Sanel Kuljic den Fall ins Rollen. Er soll Ex-Grödig-Kicker Taboga mithilfe des Schuldeneintreibers Sulim D. wegen 65.000 Euro erpresst haben. Taboga wusste offenbar nicht mehr weiter, lief zur Polizei, erstattete Anzeige.

Doch nun hat sich das Blatt gewendet. Das mutmaßliche Elfmeter-Foul im Spiel gegen Red Bull brachte Taboga nun selbst wieder ins Visier der Ermittler. Im Verhör sagte er: „Ich verlangte dafür 40.000“. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

Das Protokoll zur Taboga-Einvernahme:

Schiebung angeboten
Aus Verzweiflung, weil ich nicht mehr wusste, wie ich weitermachen soll, bot ich an, das nächste Meisterschaftsspiel gegen Red Bull Salzburg zu manipulieren. So, dass der SV Grödig verliert. Ich verlangte dafür 40.000 Euro.

Kollegen angeworben
Ich stimmte dem Angebot Leute anzuwerben zu und redete deshalb mit dem Tormann vom SV Kapfenberg, Raphael W., mit Innenverteidiger Thomas S. und dem Verteidiger Sharifi N. Es haben aber alle abgelehnt [...] Weiters will ich noch gestehen, dass ich im Frühjahr 2013 vier Spieler meines (Ex-)Vereins gefragt habe, ob sie eventuell bei Spielmanipulationen mitmachen wollen. Dies waren Stefan N., Ernst Ö., Mario L. und Thomas Z. Sie wollten aber nichts damit zu tun haben.

Mitspieler bestohlen
Ich entwendete 5.000 Euro aus der Mannschaftskasse des SV Grödig.

über Selbstmord
Ich war so verzweifelt, eigentlich wollte ich mir das Leben nehmen.

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Das war der Liveticker zur Pressekonferenz in Salzburg

17.26 Uhr: Das war es für heute von unserem Liveticker zum Wettskandal im heimischen Fußball! In den nächsten Wochen und Monaten wird uns der Fall aber sicherlich noch weiter beschäftigen! Wir bedanken uns für Ihr Interesse!

17.17 Uhr: Ein Bild von der Pressekonferenz in der Landespolizeidirektion Salzburg. Im Hintergrund sieht man die Partien, die seit 2004 manipuliert worden sein sollen. Durch die "Task-Force Wettbetrug" des Bundeskriminalamtes wurde die Operation "RINAS" eingeleitet.

© Neumayr
Wettbetrug in Millionenhöhe
× Wettbetrug in Millionenhöhe

17.08 Uhr: In der Vorwoche wurden wurden im Zuge der Operation "RINAS" bereits zwei Albaner festgenommen. Bei ihnen wurde auch die Liste mit 26 weiteren Spielernamen gefunden. Auf fünf Verdächtigte wurden man bei weiteren Einvernahmen von Beschuldigten aufmerksam.

16.50 Uhr: Dreh- und Angelpunkt des Wettskandals, der den österreichischen Fußball erschüttert, soll Albaniens Hauptstadt Tirana sein.

16.35 Uhr: Bei der PK wurde auch eine Liste der von Manipulationen betroffenen Spiele veröffentlicht. Diese Partien stehen unter Manipulationsverdacht - für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung. Die komplette Liste finden Sie hier.

16.20 Uhr: Bei den drei aktiven Bundesliga-Profis des SV Grödig soll es sich um Stefan N., Mario L. und Thomas Z. handeln. Für alle drei gilt die Unschuldsvermutung.

16.13 Uhr: Von den Manipulationen sollen seit 2004 rund 17 bis 19 Spiele von der Regionalliga bis hinauf in die Bundesliga betroffen sein.

16.05 Uhr: Aktuell sind im ganzen Land Verhöre im Gange. Insgesamt wurden und werden 20 Fußballer von den Behörden einvernommen.

15.56 Uhr: Mit Dominique Taboga und Sanel Kuljic sitzen aktuell zwei ehemalige Bundesliga-Profis in U-Haft. Zudem sollen noch vier weitere Personen festgenommen worden sein.

15.46 Uhr: Wir bleiben LIVE für Sie dran und berichten weiter von den neuesten Entwicklungen. Derzeit laufen Hausdurchsuchungen in Wien, Niederösterreich, Salzburg und Kärnten - steht die heimische Bundesliga vor dem ganz großen Knall?

15.42 Uhr: Dominique Taboga ist bereits in U-Haft. Damit ist die Pressekonferenz beendet.

15.41 Uhr: Die beiden Albaner sollen auch Connections zum asiatischen Wettmarkt haben.

15.40 Uhr: Die Festnahme von Dominique Taboga war gerichtlich bewilligt, erst danach fanden Hausdurchsuchungen statt. In 17 Spielen sollen Manipulationshandlungen gesetzt worden sein, es ist noch nicht klar, ob auch alle Versuche aufgegangen sind.

15.39 Uhr: Weiter geht es: Der ÖFB hat bereits um Akteneinsicht gebeten und arbeitet eng mit der Polizei zusammen. Was das Strafausmaß angeht: Sollte es sich um einen Schaden höher als 50.000 Euro handeln, drohen den Beschuldigten bis zu 10 Jahre Haft.

15.37 Uhr: Kurzes Zwischenfazit: Es gibt mittlerweile also mehr als 20 Beschuldigte, einige Personen wurden bereits festgenommen. Besonders brisant: Unter den Verdächtigen sind auch drei aktive Spieler des Bundesligisten SV Grödig.

15.33 Uhr: Aus ermittlungstechnischen Gründen wird keine genaue Angabe zur Schadenssumme gemacht, es ist aber eine "sehr hohe Summe".

15.31 Uhr: 3 aktuelle Spieler von Grödig werden konkret von anderen Beschuldigten belastet.

15.30 Uhr: Laut Neher wurden heute aktive Spieler des SV Grödig verhört. Es soll sich dabei durchwegs um Beschuldigte in dieser Sache handeln.

15.29 Uhr: Für die Tätergruppe waren auch Handicap-Wetten interessant.

15.29 Uhr: Die Liste wurde bei der Festnahme der beiden Albaner gefunden. Durch die Vernehmungen können noch weitere Verdächtige aufkommen.

15.27 Uhr: Bei den manipulierten Spielen handelt es sich um Spiele der Bundesliga, Erste Liga und Regionalliga.

15.26 Uhr: Auf der gefundenen Liste stehen 26 Spielernamen, durch die polizeilichen Einvernahmen konnten 4 weitere Beschuldigte ausgemacht werden.

15.25 Uhr: In vielen Fällen soll es sich um versuchte Manipulation handeln. Durch Vereinswechsel der Spieler sind viele Vereine betroffen.

15.25 Uhr: Eine Ereigniswette ist z.B. wer den nächsten Elfmeter zugesprochen bekommt usw. Bei einem Spiel können bis zu 200 Wetten gesetzt werden, das gibt jede Menge Spielraum für Manipulationen. Zur Zeit besteht kein Hinweis darauf, dass die Vereine davon Bescheid wussten.

15.24 Uhr: Erklärung zur Manipulation: Es handelte sich nicht um Ergebnis- sondern um Ereigniswetten.

15.23 Uhr: 30 Personen wurden befragt, davon werden derzeit 20 Personen beschuldigt. In Salzburg wurden heute 4 Beschuldigte einvernommen. In Klagenfurt wurde eine Liste mit Namen gefunden.

15.21 Uhr: Die Namen der Festgenommenen (u.a.): Ilir N., Johannes L. Arben T., Sanel Kuljic, Dominique Taboga. Es sollen 17 bis 19 Spiele von Manipulation betroffen sein.

15.19 Uhr: Heute wurden in NÖ, Wien, Salzburg und Kärnten Hausdurchsuchungen durchgeführt, derzeit werden noch 20 Personen verhört. Laut Ermittlungsleiter Holzer gibt es bereits 6 Festnahmen.

15.18 Uhr: Aus diesem Geständnis ging hervor, dass Taboga scheinbar nicht die ganze Wahrheit gesagt habe. Wegen "Verdunkelungsgefahr" wurde der Ex-Grödig-Spieler deshalb gestern festgenommen.

15.17 Uhr: Jetzt zu den aktuellen Entwicklungen: Die zwei Albaner und der Funktionär des Regionalligaclubs wurden bereits letzten Freitag festgenommen. Sie werden beschuldigt, Spiele manipuliert zu haben. Einer der Verdächtigen soll sich kooperativ gezeigt und ein umfassendes Geständnis abgelegt haben.

15.15 Uhr: Staatsanwaltschaftssprecher Neher meint, in den letzten 14 Tagen einiges erlebt zu haben, es sei auch viel bei den Untersuchungen weitergegangen. Die Verlängerung der U-Haft über Kuljic wird bestätigt, in einem Monat würde es die nächste Untersuchung geben.

15.14 Uhr: Pracher begrüßt die Medienvertreter und stellt seine Kollegen am Podium sicherheitshalber nochmals vor.

15.13 Uhr: Es geht los! Ermittlungsleiter Andreas Holzer, Dieter Csefani vom Büro Organisierter Kriminalität, der stellvertretende Leiter vom LKA, Karl-Heinz Pracher und Marcus Neher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg kommen herein.

15.10 Uhr: Sanel Kuljic muss übrigens weiter in U-Haft bleiben, gegen Dominique Taboga wurde Antrag auf Verhängung der U-Haft eingebracht.

15.08 Uhr: Wir warten noch auf den Beginn der PK. Mittlerweile sind rund 40 Medienvertreter im Zimmer 302 der Landespolizeidirektion Salzburg eingetroffen.

15.04 Uhr: Im Mittelpunkt der heutigen PK wird die Festnahme von Dominique Taboga stehen. Wir sind gespannt, ob die Behörden auch Details zu den angeblich 26 anderen Verdächtigen machen werden.

14.59 Uhr: In Kürze startet die Pressekonferenz.

14.55 Uhr: Was bereits bekannt ist: Neben den zwei Albanern wurde auch ein Funkitonär eines österreichischen Regionalligisten festgenommen. Auch hier wurde - bislang - kein Name genannt.

14.50 Uhr: Großer Medienandrang bereits in der Landespolizeidirektion Salzburg.

14.42 Uhr: Kurz zur Erinnerung: Der nun festgenommene Taboga hatte die ganze Sache am 11. November selbst ins Rollen gebracht, als er Ex-Teamspieler Sanel Kuljic wegen Erpressung anzeigte. Seit damals wandelte sich seine Rolle vom Opfer zum verdächtigen Täter. Außerdem soll er gestanden haben, 5.000 Euro aus der Vereinskasse von Grödig entwendet zu haben.

14.33 Uhr: Neben Dominique Taboga wurden drei weitere Verdächtige festgenommen. Laut Polizeiangaben sind darunter aber keine aktiven Fußballer. Vielmehr handelt es sich dabei u.a. um zwei Männer aus Tirana, die für die dortige Wettmafia arbeiten sollen. Weitere Details werden wir in ca. einer halben Stunde erfahren.

14.13 Uhr: Sollten sich erste - unbestätigte - Berichte bewahrheiten, droht dem österreichischen Fußball ein Skandal und Imageschaden ungeahnten Ausmaßes. Angeblich wird ja insgesamt gegen 26 aktive (!) Profis wegen Wettbetrugs ermittelt.

14.06 Uhr: In rund einer Stunde startet in der Landespolizeidirektion Salzburg die Pressekonferenz. Rede und Antwort stehen werden dabei der Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, Marcus Neher, der Ermittlungsleiter des Bundeskriminalamtes, Andreas Holzer, und der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamtes Salzburg, Karl-Heinz Pracher

13.55 Uhr: Derzeit fliegen in ganz Europa Wettskandale auf - zuletzt auch in Tschechien. Erst gestern erschütterte das Bekanntwerden eines Wettskandals sogar England, das Mutterland des Fußballs. Dort wurden sechs mutmaßliche Wettbetrüger festgenommen. Wegen laufender Untersuchungen wurden aber keine Details veröffentlicht. Laut Medienberichten sollen aber mindestens drei Spieler festgenommen worden sein - es soll sich dabei um Spieler unterklassiger Vereine handeln, die Premier League ist, derzeit, nicht im Visier der Ermittler.

13.46 Uhr: Der Fall Taboga hat mittlerweile derart große Dimensionen angenommen, dass sich nun das Bundeskriminalamt mit dem Fall befassen wird.

13.35 Uhr: Ab 15 Uhr gibt es in der Landespolizedirektion Salzburg eine Pressekonferenz  zu der Festnahme Tabogas und dem schwelenden Wettskandal im österreichischen Fußball. Wir werden für Sie LIVE berichten.

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Die mutmaßliche Spielmanipulations- und Wettbetrugs-Affäre im österreichischen Fußball weitet sich aus: Am Mittwoch wurde der ehemalige Bundesliga-Spieler des SV-Grödig , Dominique Taboga (31) , in Kärnten festgenommen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, Marcus Neher, sagte, dass gegen den Ex-Fußballer ein Antrag auf U-Haft gestellt werde.

Gegen Taboga werde wegen Betruges in Zusammenhang von Spielmanipulation und Wettbetrug ermittelt, weiters wegen Veruntreuung, erklärte der Staatsanwalt. Taboga war offenbar an bundesweiten Spielmanipulationen beteiligt. Der 31-Jährige soll zudem 5.000 Euro aus der Mannschaftskasse des SV Grödig genommen und in die eigene Tasche gesteckt haben.

Justizanstalt Salzburg
Taboga, der seit 14. November nicht mehr Spieler des SV Grödig ist, wurde bereits in die Justizanstalt Salzburg überstellt. Dort sitzen seit 15. November Ex-Teamspieler Sanel Kuljic (36) sowie der tschetschenische Konventionsflüchtling Sulim D. (32) in Untersuchungshaft. Sie sollen Taboga erpresst haben. Gegen sie wird ebenfalls wegen des Verdachts der Spielmanipulation und des Wettbetrugs ermittelt. Am vergangenen Freitag sind drei weitere Personen in Zusammenhang mit der Wett-Affäre festgenommen worden. Es handelt sich dabei um einen Teammanager eines Regionalliga-Vereins, der früher selbst Fußballprofi war, sowie um zwei Albaner aus Tirana.

Keine aktiven Fußballer in Haft
Alle drei, die sich schon in U-Haft befinden, sind laut Neher keine aktiven Fußballspieler. Es gebe Hinweise auf Spielmanipulationen, die das ganze Bundesgebiet und Spiele unterschiedlichster Vereine betreffen würden. Gewettet wurde offenbar auf Spielausgang, Corner und Elfmeter. Das Bundeskriminalamt ermittelt noch gegen weitere Verdächtige. Nicht bestätigten Informationen zufolge sollen rund zwei Dutzend Bundesliga-Spieler im Visier der Ermittler stehen. Kuljic und Sulim D. müssen wegen Verdunkelungsgefahr weiterhin in U-Haft bleiben. Das ist das Ergebnis der Haftprüfungsverhandlung vom (heutigen) Donnerstag am Landesgericht Salzburg. Kuljic wird wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs und wegen schwerer Erpressung beschuldigt. Die U-Haft wurde für beide für einen Monat verlängert.

Mehrere Manipulationen
Der Verteidiger von Kuljic, der Salzburger Rechtsanwalt Franz Essl, erklärte am Donnerstag: "Laut Aussage des in U-Haft befindlichen Teambetreuers sollen mehrere, von diesem konkret bezeichnete Spiele manipuliert worden sein. Mein Mandant hat mit Wettbetrug nichts zu tun. Die Vorwürfe sind auch leicht zu entkräften: Vorwiegend geht es um Spiele des SV Kapfenberg. Zum Zeitpunkt dieser Spiele spielte mein Mandant großteils gar nicht beim SV Kapfenberg, sondern beim FCS Xamax Neuchatel (in der Schweiz, Anm.). Bei einem Spiel – SV Kapfenberg gegen Red Bull Salzburg am 17. März 2012 (Endstand 0:1, Anm.) – hat mein Mandant nur die 1. Halbzeit gespielt und es stand damals 0:0."