Verdachtsfälle von Spielmanipulation in Ö

Wettskandal

Verdachtsfälle von Spielmanipulation in Ö

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Der Fall Taboga ist nur der vorläufige Höhpeunkt einer Reihe von Verdachtsfällen.

Im Februar 2005 droht der Skandal rund um Schiedsrichter Robert Hoyzer um manipulierte Spiele in Deutschland auf Österreich überzuschwappen. Die damaligen Bundesligisten SW Bregenz und Admira werden in Medien genannt, der Verdacht erhärtet sich aber nicht.

Im April 2006 ist von einem Manipulationsskandal bei Sturm Graz die Rede. In Telefonüberwachungsprotokollen der deutschen Polizei seien Kontakte von Verdächtigen mit Trainer Michael Petrovic und Spieler Bojan Filipovic belegt. Die Ermittlungen werden im April 2009 eingestellt, weil sich der Verdacht nicht erhärtet hat.

Im März 2011 strahlt der Manipulationsskandal um Ante Sapina auch nach Österreich aus. Laut Bochumer Staatsanwaltschaft soll ein Abwehrspieler des Kapfenberger SV über einen Mittelsmann insgesamt mehr als 200.000 Euro erhalten haben, die er zum Teil an seine Teamkollegen weitergeben sollte. Sapina und ein Kompagnon hätten hohe Beträge auf zwei Kapfenberger Spiele gesetzt.

Im April 2011 sagt Sapina aus, dass einige Spieler vom Kapfenberger SV vor der Bundesliga-Partie gegen Austria Wien vom 28. Oktober 2009 140.000 Euro erhalten hätten. Im Mai tauchen dann insgesamt fünf Spiele aus dem Herbst 2009 aus Österreich auf, mit denen sich der Prozess gegen Sapina beschäftigt: Red Bull Juniors Salzburg - TSV Hartberg (22.09), SV Kapfenberg - Austria Wien (28.10.), Red Bull Salzburg - SV Kapfenberg (29.08.), das Cupspiel SC Zwettl - TSV Hartberg (14.08.) und SV Kapfenberg - SK Rapid Wien (23.09.).

Im Februar 2013 sorgt Europol mit der Bekanntgabe für Aufsehen, dass zwischen 2008 und 2011 über 380 Spiele in Europa, weitere 300 in Asien, Süd- und Mittelamerika sowie Afrika zugunsten der asiatischen Wettmafia verschoben worden sein sollen - in den Zahlen sind freilich auch bereits bekannte Fälle enthalten. Österreich wird nicht explizit genannt, ein deutscher Staatsanwalt spricht aber davon, dass es den höchsten Profit mit 700.000 Euro bei einer Partie zwischen den Red Bull Juniors und Hartberg gegeben haben soll.

Am 7. November 2013 wird erstmals ein Spieler wegen Spielmanipulation verbandsrechtlich gesperrt. Der Ex-Profi, der nun bei einem burgenländischen Club (5. Leistungsstufe) unter Vertrag steht, gab einen Manipulationsversuch zu. Wegen des Geständnisses wird die Sperre auf sechs Monate reduziert. Der zweite Fall gegen einen nun in der steirischen Landesliga (4. Leistungsstufe) tätigen Spieler wird vom steirischen Verband behandelt und ist noch nicht abgeschlossen.

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