Erste WM-Hälfte ist gelaufen: ÖSTERREICH-Experte Pacult zieht Bilanz.
PACULTS TOPS
Südamerikaner: Brasilien,
Argentinien, Chile, Paraguay und Uruguay beherrschten die Gruppenphase. In
zehn Spielen gab es acht Siege und zwei Unentschieden. Die Südamerikaner
sind nicht nur technisch sehr stark, sondern agieren auch kampfbetont.
Diego Maradona: Ich bin ein großer Fan des Argentiniers. Er hat es bisher allen Kritikern gezeigt, er schaffte mit weißer Weste den Gruppensieg. Dazu kommt: Seine Show- und Kusseinlagen sorgen für große Unterhaltung. Er lässt sich nichts gefallen, rechnet schonungslos ab.
Südafrika: Was wurde im Vorfeld alles kritisiert? Doch das befürchtete Chaos blieb aus, es gab bisher auch keine Zwischenfälle. Südafrika präsentierte sich von der besten Seite, sehr gastfreundlich mit sehr begeisterungsfähigen Fans.
Lionel Messi: Der kleine Argentinier hat zwar noch kein Tor erzielt, aber er ist trotzdem der bisher herausragendste Spieler dieser WM. Wenn er so weiterzaubert, dann wird er sicher auch seine Tore machen und am Ende zum Superstar dieser WM gewählt werden. Er hat jedenfalls schon widerlegt, dass er nur bei Barcelona aufspielen kann.
Ausgeglichenheit: Bis auf Nordkorea und Frankreich spielten alle anderen Teams um den Aufstieg mit. Damit war für Spannung in der Gruppenphase gesorgt, die sogenannten Außenseiter haben Stärke gezeigt.
PACULTS FLOPS
Vuvuzelas: Zum Glück haben die
Fernsehleute einen Filter gefunden, der das Getröte fast stilllegt. In den
ersten Spielen bekam ich fast immer Kopfschmerzen und hatte das Gefühl, dass
Gelsenschwärme durch mein Zimmer fliegen.
Tormänner: Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es bei einer vorigen WM so viele Torhüter-Patzer gegeben hat. Aber ich bin davon überzeugt, dass der WM-Ball daran schuld ist. Der „Jabulani“ flattert und macht komische Bewegungen.
Fitness: Man merkte vor allem den europäischen Mannschaften an, dass ihre Spieler nicht topfrisch sind. Das hängt mit der großen Überbelastung zusammen. Die Profis sind nach einer langen Saison mit Meisterschaft, Cup, Champions League und Länderspielen ausgelaugt.
Torflaute: Nur 2,09 Treffer im Schnitt nach den Gruppenspielen. Das ist Minusrekord. Dabei hat das 7:0 von Portugal den Schnitt schon deutlich erhöht. Grund: Es werden viel zu wenig Doppel- und Steilpässe versucht, dafür das Kurzpassspiel im Mittelfeld forciert. Die bisher torärmste WM fand 1974 in Deutschland statt (2,55 Tore pro Spiel).
Taktik: Wer einen berauschenden Offensiv-Fußball erwartet hatte, wurde enttäuscht. Statt Hacke-Spitze-Eins-Zwei-Drei wurde großteils Sicherheits-Fußball geboten. Grund: Die Angst vorm Verlieren. Darum war bisher das oberste Gebot: Die Null muss stehen.
Böse Jungs: Nicolas Anelka hat mit seiner Trainer-Beschimpfung seinem Team keinen Gefallen getan. Er hätte lieber mit Toren als mit großen Tönen glänzen sollen. Auch das Saufgelage bei den Serben hat der Mannschaft geschadet.
PACULTS DREAM-TEAM
Tor: Benaglio (SUI)
Abwehr:
Heinze (ARG), Puyol (ESP), Marquez (MEX), Ramos (ESP)
Mittelfeld: De
Jong (NED), Boateng (GHA), Özil (GER), Messi (ARG)
Angriff:
Forlan (URU), Villa (ESP)
Ersatz: Cesar (BRA), Maicon (BRA), Xabi
Alonso (ESP), Schweinsteiger (GER), Ji-Sung Park (KOR), Xavi Hernandez
(ESP), Vittek (SLK), Higuain (ARG), Honda (JPN)