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Konsequenzen

Prämien der Teamspieler werden gekürzt

Österreichs Teamspieler werden in die Pflicht genommen. Erste Maßnahme nach den letzten Pleiten: Ivanschitz & Co. müssen finanziell bluten.

Mit nur zwei Spielen hat es die Nationalmannschaft geschafft, Österreichs Fußball einen der größten Imageschäden der letzten Jahre zuzufügen. Nach dem blamablen 1:1 auf den Färöern und der 1:3-Klatsche gegen Serbien wird hart durchgegriffen.

Die Prämien von Andreas Ivanschitz & Co. sollen gekürzt werden. Der Vorschlag stammt von ÖFB-Vizepräsident Leo Windtner, der sich mit all seiner Macht dafür einsetzen will. „Die Teamspieler stehen in einer materiellen Schicksalsgemeinschaft mit dem ÖFB“, erklärt Windtner gegenüber ÖSTERREICH. „Nach so einem gewaltigen Imageverlust dürfen sie sich nicht erwarten, dass sie mit denselben Prämien weiterspielen können. Bei einem endgültigen Aus in der WM-Qualifikation bin ich für sofortige Kürzungen.“

3.000 Euro für Sieg
Zur Erklärung: Unsere Teamkicker werden nur für Bewerbsspiele entlohnt, für freundschaftliche Länderspiele gibt es nichts. Für einen Sieg kassiert ein Spieler rund 3.000 Euro, für ein Unentschieden die Hälfte und bei einer Niederlage geht er leer aus. Im Klartext: Sogar für das peinliche Auftreten gegen Färöer gab es 1.500 Euro für jeden.

Moralische Pflicht
ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig packt die Teamspieler bei der Ehre. Zu den Prämienkürzungen wollte er sich nicht äußern, aber er sagt: „Es geht nicht nur um die WM-Qualifikation, jeder Spieler steht moralisch in der Pflicht, auch Punkte für die FIFA-Weltrangliste zu sammeln.“ Wie viele andere wundert er sich auch über Aussagen mancher Teamspieler. „Das Match gegen Färöer schönzureden, war etwas übertrieben“, so Ludwig, der sich nun mit wirtschaftlichen Einbußen beim ÖFB herumschlagen muss: „Die aktuelle Lage ist schwer einzuschätzen, aber mit permanent vollem Stadion können wir nicht mehr rechnen.“

Analyse
Noch vor dem Freundschaftsspiel gegen die Türkei am 19. November im Ernst-Happel-Stadion wird es einen Krisengipfel der ÖFB-Verantwortlichen unter der Führung von Präsident Friedrich Stickler geben. „Wir werden uns mit dem Betreuerteam zusammensetzen und analysieren, ob wir wirklich alles getan haben, was möglich war.“

Natürlich wird dabei Teamchef Karel Brückner zur Diskussion stehen.