Rapid: Aufatmen nach Sieg über Metalist

Versöhnlicher EL-Abschied

Rapid: Aufatmen nach Sieg über Metalist

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Schöttel kann tief durchatmen. Rot-Sünder Pichler entschuldigt sich bei Mitspielern.

Selten in der jüngeren Vergangenheit hat Peter Schöttel so befreit gewirkt wie nach dem 1:0 von Rapid am Donnerstag im Happel-Stadion gegen Metalist Charkiw. Mit dem Erfolg über die Ukrainer wurde das Horrorszenario einer Europa-League-Gruppenphase ohne Punktgewinn doch noch abgewendet und damit auch Moral für die restlichen beiden Bundesliga-Spiele in diesem Jahr getankt. "Wir freuen uns riesig über diesen Sieg. Das ist für die Mannschaft, die Betreuer, den Verein und die Fans ein wichtiger Prestigeerfolg", jubelte der Trainer der Hütteldorfer.

Ehre gerettet
Durch den Sieg glückte Rapid eine Ehrenrettung. "Für uns ist es um sehr viel gegangen. Null Punkte, das hätten wir uns ewig anhören müssen, und zu einem Zeitpunkt, als keiner mehr damit gerechnet hat, haben wir den Gruppensieger geschlagen und doch noch angeschrieben. Jetzt möchte ich den Namen Shamrock Rovers nie mehr hören", schmunzelte Schöttel. Die Iren hatten sich im Vorjahr als bisher einziges Team ohne Zähler aus der Europa-League-Gruppenphase verabschiedet.

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Dieses Schicksal blieb den Grün-Weißen dank einer ansprechenden spielerischen Leistung in der ersten Hälfte und eines kämpferischen Auftritts nach der Pause erspart. "Nach den ersten 45 Minuten hätten wir höher führen können, danach haben wir andere Qualitäten wie Leidenschaft und Zusammenhalt in die Waagschale geworfen und hatten einige Male auch Glück", sagte Schöttel.

Pichlers Blackout kostete beinahe den Sieg
Rapids Rückfall resultierte unter anderem aus der unnötigen Roten Karte für Harald Pichler, der kurz vor der Halbzeit den Metalist-Kicker Willian an der Mittellinie mit gestrecktem Bein fällte. "Ich habe mich dafür bei der Mannschaft entschuldigt", gestand der Defensivspieler.

Schöttel nimmt Schiri-Kritik zurück
Unmittelbar nach dem Ausschluss war Schöttel noch fuchsteufelswild in der Coaching Zone auf- und abgelaufen. "Aus meiner Perspektive während des Spiels war die Rote Karte überhart. Nachdem ich die Aktion im Fernsehen gesehen habe, muss ich aber sagen, dass seine Attacke überhart war. Er darf sich bei seinen Mitspielern bedanken, dass sie trotzdem gewonnen haben", erklärte Schöttel.

Pichlers besonderer Dank galt wohl Deni Alar, der mit seinem fünften Europacup-Treffer in dieser Saison zum Matchwinner avancierte. "Die Erleichterung ist riesengroß. Die Rote Karte hat uns nicht zurückgeworfen, dadurch ist eine 'Jetzt-erst-recht-Stimmung' entstanden und wir haben weiter Gas gegeben", betonte der Stürmer.

Rapid-Einstellung war top
Diese Einstellung von Alar und Co. beeindruckte Schöttel. "Man hat von Start weg gesehen, dass es für uns keine lästige Pflichterfüllung in einem Bewerb war, aus dem wir schon ausgeschieden waren." Auch die Ukrainer nahmen die Partie nach der Meinung von Schöttel ernst, obwohl sie bereits zuvor als Sieger der Gruppe K festgestanden waren. "Metalist hat zwei Stammspieler (Anm.: Taison und Cleiton Xavier) daheim gelassen, ansonsten aber mit der Einsergarnitur gespielt. Umso schöner ist unser Erfolg."

Finanzielles Trostpflaster
Freude bereitet das 1:0 auch in finanzieller Hinsicht, schließlich gibt es dafür eine Siegesprämie von 200.000 Euro von der UEFA. Außerdem wurden am Donnerstag zwei Negativserien beendet:. Zuvor hatte Rapid in der Europa-League-Gruppenphase acht Niederlagen en suite kassiert und sieben Heimpartien vergeblich auf einen vollen Erfolg gewartet.

Nun soll der Aufschwung am Sonntag im Heimspiel gegen Wacker Innsbruck fortgesetzt werden, auch wenn die Partie gegen den ukrainischen Spitzenclub Spuren hinterlassen hat. "Von der Psyche her sind alle im Hoch, anderseits war das Metalist-Match sehr anstrengend. Wir mussten gegen einen spielstarken Gegner viel laufen", meinte Schöttel und kündigte für das Duell mit den Tirolern vier bis fünf Änderungen an.
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