Herzog sagt Rapid als Sportdirektor ab

Will Trainer bleiben

Herzog sagt Rapid als Sportdirektor ab

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Überraschende Wende bei Rapid: Herzog sagt ab, will lieber Trainer bleiben.

Andreas Herzog hat dem SK Rapid erst am Mittwoch für den Posten als Sportdirektor abgesagt, nachdem er eine Nacht über das Angebot geschlafen hatte. Nach dem ersten Interesse und dem Gespräch mit Präsident Edlinger sei er eigentlich "Feuer und Flamme" für die Aufgabe gewesen. "In der Nacht habe ich mich praktisch umentschieden. Ich sehe mich in den nächsten Jahren eher als Trainer", erklärte Herzog.

Bauchentscheidung
Erst in der Früh sei ihm bewusst gewesen, dass er derzeit lieber mit den Spielern auf dem Platz als im Management arbeite. "Entweder ich mache etwas zu 100 Prozent oder ich mache es gar nicht. Wenn ich derzeit lieber Trainer bin, kann ich keinen anderen Job machen", erklärte Herzog. Ähnliches hatte zuletzt bereits Wr. Neustadts Trainer Peter Schöttel durchklingen lassen, an dem die Hütteldorfer ebenfalls Interesse bekundet haben sollen.

Herzog ehrte das Interesse des Rekordmeisters, bei dem er einst groß geworden war. "Wenn Rapid anfragt, ist das etwas Besonderes", erinnerte der Ex-Teamkapitän. "Ich war am Anfang sehr interessiert. Ich war sogar Feuer und Flamme." Auch nach seinem Umdenken befürchtet Herzog aufgrund der transparenten Vorgehensweise keine Probleme beim ÖFB. Sein Vertrag als U21-Teamchef läuft noch bis Ende der EM-Qualifikation im Dezember 2012.

Als Teamchef bisher übergangen
Beim A-Team war dem einstigen Aushängeschild nach dem Rücktritt von Josef Hickersberger nach der Heim-EM 2008 vorübergehend Karel Brückner als Teamchef vorgesetzt worden. Nach dem achtmonatigen Intermezzo des Tschechen erhielt Dietmar Constantini den Vorzug als Cheftrainer, Herzog übernahm die U21. Dass er auf höchstem Level bisher nicht die Chance erhalten hat, beunruhigt Herzog nicht. "Ich mache mich deswegen nicht verrückt."

Konzentratiuon auf EM-Quali mit der U21
Mit dem neuen U21-Team, das heuer bisher alle drei Testspiele gewonnen hat, strebt er die Qualifikation für die EM 2013 in Israel an. "Es macht mir Spaß, mit den besten jungen Fußballern des Landes zu arbeiten", versicherte Herzog. Sehr oft kann er das ob der wenigen gemeinsamen Termine zwar nicht tun. "Aber das ist das Los, bei einer Nationalmannschaft zu arbeiten. Ich muss für mich entscheiden, wie lange ich das noch mache", sagte der 42-Jährige.

ÖFB atmet durch
ÖFB-Präsident Leo Windtner zeigte sich nach Herzogs überdachter Entscheidung, dem Verband treuzubleiben, erfreut. "Ein Wechsel von Andi wäre ein enormer Verlust für uns gewesen", betonte der Oberösterreicher. Er verstehe aber das Interesse an der neuen Chance. "Das Angebot von Rapid ist nicht nur eine Auszeichnung für Herzog persönlich, sondern auch für den ÖFB, und es beweist, dass gerade im ÖFB-Nachwuchsbereich hervorragend qualifizierte Persönlichkeiten tätig sind", meinte Windtner.

Rapid und Herzog hatten den Verband über ihre geplanten Gespräche informiert. "Es war eine völlig korrekte Vorgehensweise von ihm", betonte ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner am Dienstag. Edlinger und Herzog hatten sich daraufhin zu einem laut Rapid-Angaben "konstruktiven und freundschaftlichen Gespräch" getroffen. Darin habe der Wunschkandidat dem Club seine Absage begründet.

Rapid muss Suche von Neuem beginnen
Die Hütteldorfer werden daher Verhandlungen mit weiteren Kandidaten führen. Edlinger will bei der Suche nach dem neuen Sportdirektor aber laut eigenen Angaben nichts überstürzen. Kolportierte Namen wollte der Rekordmeister am Mittwoch in der Öffentlichkeit nicht kommentieren.

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