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Nationalteam

Scharner: "Team macht Spaß"

Paul Scharner ist bei Topklubs heiß begehrt. In ÖSTERREICH verrät er seine Liebe zu Fulham und warum im Team jetzt alles besser ist.

ÖSTERREICH: Herr Scharner, Fulham würde für Sie 7 Mio. Euro zahlen. Haben Sie schon unterschrieben?
Paul Scharner: Nein. Aber ein Wechsel zu Fulham ist momentan am konkretesten. Es ist einer meiner Lieblingsklubs und erfüllt meine Anforderungen: Das heißt sie spielen in der Europa League und einen technisch anspruchsvollen Fußball.

ÖSTERREICH: Für die technisch feine Klinge ist Scharner aber nicht bekannt.
Scharner: Mag sein. Aber ich fühle mich bereit dazu. Ich will unbedingt in einer Mannschaft spielen, die Kombinationsfußball zeigt. Und auch selbst wieder Akzente in der Offensive setzen, wieder Tore schießen.

ÖSTERREICH: Was macht Fulham aus? Was fasziniert Sie am Traditionsverein?
Scharner: Die Atmosphäre ist ganz speziell. Das Stadion Craven Cottage liegt gleich neben der Themse und ist das älteste in der Premier League. Allein die Holztribüne sorgt für ein ganz besonderes Flair. Dazu kommt natürlich noch ein toller Manager. Roy Hodgson ist seit zwei Jahren bei Fulham, hat den Klub vor dem Abstieg gerettet und auf die internationale Bühne geführt. Er ist sehr erfahren und steht für attraktiven Fußball.

ÖSTERREICH: Zudem ist er ein großer Scharner-Fan.
Scharner: Ja, das ist richtig. Seitdem er bei Fulham ist, gab es immer wieder Kontakt. Er will mich schon seit zwei Jahren holen – das ist natürlich ein großer Vorteil, wenn der Trainer einen unbedingt haben will.

ÖSTERREICH: Hamburg ist für Sie keine Alternative?
Scharner: Ich sage niemals nie. Auch der HSV ist ein Traditionsverein – kommt in Deutschland gleich nach Bayern. Wenn ihre Philosophie stimmt und sie nächste Saison den FC Bayern fordern wollen, bin ich dabei. Aber Priorität hat die Premier League.

ÖSTERREICH: Im Team waren Sie zuletzt Kapitän. Wie verstehen Sie die Rolle?
Scharner: Naja. Ich nehme meine neue Rolle sehr ernst. Ich habe versucht, sehr kommunikativ aufzutreten und mit jedem Spieler zumindest kurz gesprochen. Vor allem habe ich darauf geschaut, dass die Anspannung bis zum Spiel gegen Serbien steigt.

ÖSTERREICH: Wie dürfen wir uns das konkret vorstellen?
Scharner: Ich habe mir das Training ganz genau angeschaut und dabei gesehen, wer ein Gespräch braucht – den habe ich mir zur Brust genommen.

ÖSTERREICH: Auch Marko Arnautovic?

Scharner: Ja. Ich habe versucht, rauszukitzeln, was in ihm steckt. Schließlich hat er alle Anlagen. Ich will ihn ja nicht zu sehr loben, weil er ohnehin mit der Verletzung und den ganzen Vertragsverhandlungen eine schwierige Zeit durchmacht. Aber er ist sicher unser größtes Talent.

ÖSTERREICH: Unter Constantini sind plötzlich auch Niederlagen erlaubt. Wie kommt das?

Scharner: Das Umfeld macht es aus. An der Spitze ist mit Windtner ein neuer Mann, der hat reagiert und Constantini geholt. Er spricht viel mit den Spielern - das kommt gut an. Die Spieler fahren wieder gerne zum Team.

ÖSTERREICH: Ist die WM-Quali noch zu schaffen?

Scharner: Das steht gar nicht im Vordergrund. Es wäre vermessen von der Quali zu sprechen. Das Team steht erst am Anfang seiner Entwicklung.