Schneller, als man glaubt, in 2. Liga

Toni Polster

Schneller, als man glaubt, in 2. Liga

Toni Polster über die Krise bei der Wiener Austria.

Ich mache mir große Sorgen um meine Austria. Schneller, als man denkt, ist man in der 2. Liga. Die Erfahrung zeigt: Es hat schon viele Vereine erwischt, bei denen man es nie und nimmer geglaubt hätte. Was ich damit ­sagen möchte: Man soll die aktuelle Situation in Favoriten ernst nehmen. Es ist fünf nach zwölf.

Degradierung
Zuletzt wurden zu viele Fehler gemacht. Ein entscheidender: Man hat Sportchef Parits degradiert. Er wollte einen Dreijahresvertrag, man einigte sich auf eine Verlängerung um ein Jahr mit der Prämisse, dass er seinen Nachfolger einarbeiten soll. Aber den gibt es noch nicht. Finanzchef Kraetschmer kann zu Hause seiner Frau zwar vorrechnen, wie viele Windeln die österreichischen Frauen im Jahr verbrauchen, aber sportlich hat er ­keine Kompetenz. Heißt: Hier fehlt jetzt der Ansprechpartner für Spieler und Manager. Bestes Beispiel: Man hatte beim Hosiner-Abgang keinen Plan B, obwohl man seit eineinhalb ­Jahren gewusst hat, dass er weg will.

Kein Stolz
Die Hauptschuld am Desaster liegt aber bei den Spielern. Die müssten eigentlich stolz sein, dass sie bei der Austria spielen dürfen. Da vermisse ich die Einstellung. Auch hier müsste sehr schnell ­gehandelt werden.