Wengen-Sensationsmann Giovanni Franzoni dominierte auch das Abschlusstraining für die Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel (Samstag, 11.30 Uhr/ORF1 live). Der 24-jährige Italiener lässt die Konkurrenz und eine Legende zittern.
Nach Bestzeiten in beiden Wengen-Trainings sowie am Dienstag in Kitzbühel brannte der 24-jährige Italiener auch im Abschlusstraining am Freitag die schnellste Zeit in die eisige Streif. In 1:52,21 blieb Franzoni nur sechs Zehntel über dem legendären Streckenrekord von Abfahrts-Legende Fritz Strobl aus 1997 (1:51,58). Dass er es auch im Rennen kann, bewies der Shootingstar in Wengen mit dem Sieg im Super-G und Platz 3 in der Abfahrt hinter Marco Odermatt (SUI) und Vincent Kriechmayr.
In Kitzbüel wollen auch die Österreicher um den Sieg mitmischen. Der Wengen-Super-G-Zweite Stefan Babinsky zeigte am Mittwoch beim Abschlusstraining als Dritter (+0,29) hinter Franzoni und Nils Alphand (FRA/+0,09) auf.
Im Super-G am Freitag und beim Abfahrts-Klassiker am Samstag (jew. 11.30 Uhr/ORF1 live) will der 29-jährige Steirer den nächsten Podestplatz einfahren.
Kriechmayr: "Müssen uns warm anziehen"
Unser Top-Downhiller hielt sich auch gestern zurück. Doch nach dem 2. Platz vom Lauberhorn, dem ersten ÖSV-Podest seit zwei Jahren, fühlt sich Kriechmayr bereit, endlich die ÖSV-Sieglosserie in der Abfahrt (seit Kvitfjell 2023) zu beenden." Ein bissl mehr braucht's schon, um den Giovanni (Franzoni, d. Red.) zu biegen. Er muss schon ganz gut gefahren sein", meinte der 32-jährige Oberösterreicher nach seinem 10. Trainingsplatz (+1,09): "Ein bissl was find ich noch." Doch Kriechmayr warnt vor Franzoni: "Reden tut er so, als hätte er noch Reserven. Da können wir uns schon warm anziehen."
Kriechmayrs Schlüssel zum Sieg: "Ich muss die Fehler oben weglassen und in der Traverse noch entschlossener, noch kompromissloser fahren."
Franzoni gibt der Konkurrenz mit seiner unglaublichen Trainingsbestzeiten-Serie Rätsel auf. Hinter den Kulissen wird auch über ein "Wunderwachs" spekuliert. Dafür würden seine Topzeiten vor allem auf den Gleitabschnitten sprechen.
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Der Trainings-Dominator selbst erklärt seine Top-Zeiten auf der Streif so: "Ich versuche einfach, das richtige Tempo zu spüren, so wie im Rennen. Damit baue ich auch Selbstvertrauen auf." Wer kann ihm beim Speed-Doppel auf der Streif gefährlich werden? Franzoni: "Der Mann, den es zu schlagen gilt ist immer derselbe: Marco (Odermatt, d. Red.)." Der Schweizer (Trainings-9./+0,96) wiederum schiebt die Favoritenrolle dem Italiener zu: "Sein Grundspeed ist unglaublich, er ist schwer zu schlagen."
Streif-Debütant Schwarz greift im Super-G an
Zum ersten Mal im Renntempo auf der Streif unterwegs war Marco Schwarz (51./+3,55): "Sehr cool, da ist ein Kindheitstraum für mich in Erfüllung gegangen. Jetzt würde ich am liebsten gleich noch einmal runterfahren." Trotzdem lässt der Allrounder die Abfahrt am Samstag aus. Im Super-G am Freitag (11.30 Uhr) steht er am Start - und zählt nach dem Sieg in Livigno am 27. Dezember zum engsten Favoritenkreis.