Last-Minute-Elfer rettet Sturm

Bullen nur Remis

Last-Minute-Elfer rettet Sturm

Sturm muss bei Wr. Neustadt ran, Salzburg daheim gegen Ried vor Pflichtsieg.

Sturm weiter auf Titelkurs
Sturm Graz liegt in der Fußball-Bundesliga weiter voll auf Meisterkurs: Die Steirer feierten am Sonntagnachmittag einen 2:1-(0:0)-Auswärtssieg bei Wiener Neustadt und liegen nun schon drei Punkte vor Titelverteidiger Salzburg, der im Heimspiel gegen Cup-Finalist SV Ried nicht über ein 2:2 (1:0) hinauskam. Die Sturm-Tore erzielten die Wechselspieler Florian Kainz (62.) und Samir Muratovic (87./Handelfer), zwischenzeitlich hatte Alexander Grünwald (75./Freistoß) den Ausgleich erzielt.

Mit einem Heimsieg am Mittwochabend gegen Wacker Innsbruck wollen die Grazer nun den dritten Titel der Club-Geschichte nach 1998 und 1999 perfekt machen. Der Vorsprung auf die Austria, die im Wiener Derby zum Zeitpunkt des Abbruchs 2:0 geführt hatte, dürfte weiter zwei Zähler betragen, da die "Veilchen" wohl zu Wochenbeginn am Grünen Tisch nach dem Platzsturm der Rapid-Anhänger zum 3:0-Sieger erklärt werden. Die Austria empfängt zum Abschluss Salzburg.

Vor der Partie in Wiener Neustadt verabschiedeten die Hausherren offiziell Cheftrainer Peter Schöttel und seinen Assistenten Dritan Baholli, die beide zu Rapid wechseln, ebenso wie Tormann Saso Fornezzi und Stürmer Hannes Aigner (beide nicht mehr im Kader). Allerdings erinnerte die Kulisse eher an ein Sturm-Heimspiel, waren doch mehr als 5.000 Grazer zur Auswärtspartie angereist. Nach dem Schlusspfiff feierte der Anhang der "Blackies" bereits den bevorstehenden Meistertitel.

Sturm war von Beginn weg spielerisch überlegen, kam aber vor der Pause nur zu wenigen guten Chancen gegen die extrem defensiv eingestellten Niederösterreicher. Bereits in der fünften Minute scheiterte Torjäger Kienast im 1:1-Duell an Tormann Razenböck (5.), der in der 28. Minute auch einen Schildenfeld-Kopfball parierte. Und knapp vor der Pause probierte es Salmutter mit einer "Granate" aus rund 25 Metern, die knapp über die Latte schoss (43.).

In Hälfte zwei trauten sich dann auch die Hausherren - wohl nach einer Kabinenpredigt von Schöttel - über die Mittellinie und hatten in Minute 57 die bis dahin beste Möglichkeit im Spiel: Simkovic setzte sich gegen Standfest durch und flankte ideal zum in der Mitte lauernden Thonhofer, dessen Schuss an die Latte krachte, der Ball sprang anschließend klar vor der Linie auf. Nicht einmal vier Minuten später jagte Grünwald den nächsten Sitzer für die Hausherren vom Elfer über die Latte (61.).

Und genau in dieser Drangphase der Niederösterreicher ging Sturm praktisch im Gegenstoß in Führung: Szabics flankte nach weitem Pass von Standfest ideal zur Mitte auf Kienast, der per Kopf auf Kainz weiterleitete. Und der 18-Jährige traf mit einem Schuss ins kurze Eck zur umjubelten Gäste-Führung. Danach tat sich Sturm zunächst leichter, nach einem Corner landete ein Burgstaller-Kopfball an der Stange (71.).

In der 75. Minute stockte den Tausenden Grazer Fans im Stadion aber der Atem, als ein Freistoß von Grünwald im Netz zappelte. Sturm-Schlussmann Gratzei sah bei dieser Aktion nicht gerade glücklich aus. Doch nur drei Minuten später machte er diesen Schnitzer wieder gut, als er gegen Thonhofer und anschließend auch gegen Helly im 1:1-Duell Sieger blieb (78.). Die Entscheidung brachte dann ein Handspiel ausgerechnet von Sturm-Leihgabe Edin Salkic im Strafraum. Diese Chance ließ sich Samir Muratovic nicht entgehen, der Bosnier verwertete den Elfer eiskalt und hielt das Team von Erfolgscoach Franco Foda damit auf Meisterkurs (87.).

Wiener Neustadt - Sturm Graz 1:2 (0:0)
Stadion Wiener Neustadt, 7.000 Zuschauer (ausverkauft), SR Manuel Schüttengruber
Tore: Grünwald (75.); bzw. Kainz (62.), Muratovic (87./Handelfer)

Wr. Neustadt: Razenböck - Klapf, Kral, Ramsebner, Schicker - Madl (85. Stanislaw), Grünwald -  Thonhofer, Burgstaller (73. Helly), Simkovic (59. Sadovic) - Salkic

Sturm: Gratzei - Standfest, Schildenfeld, Burgstaller, Pürcher - Hölzl, Kienzl, Weber (54. Muratovic), Salmutter (46. Kainz) - Kienast (79. Haas), Szabics

Gelbe Karten: Klapf, Grünwald, Salkic bzw. Weber, Burgstaller

Nächste Seite: RBS - SVR

Salzburgs Titelchancen praktisch vorbei
Red Bull Salzburg muss eine Runde vor Schluss der Fußball-Bundesliga die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung begraben. Ein Eigentor von Rabiu Afolabi in der 84. Minute kostete die "Bullen" am Sonntag gegen die SV Ried den Sieg. Nach dem 2:2 (1:0) beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Sturm Graz zwar drei Punkte, das klar schlechtere Torverhältnis von 12 Treffern lässt Christoph Leitgeb und Co. aber kaum mehr Hoffnungen.

Dank Treffern von Christoph Leitgeb (45.) und Joker Alan (58.) lagen die "Bullen" in einem über weiten Teilen offenen Schlagabtausch mit Cup-Finalist Ried lange Zeit durchaus verdient auf Erfolgskurs, gingen schließlich aber noch k.o. Ried, das bereits seit neun Spielen ungeschlagen ist, stieß indes auf Rang vier vor.

In einer schnellen, offensiv geführten Anfangsphase meldeten sich die "Bullen" schon nach 18 Sekunden mit einem Leitgeb-Kopfball zu Wort, die Antwort der Oberösterreicher ließ nichts zu wünschen übrig: Erst traf Royer aus wenigen Metern das Außennetz (5.), kurz darauf verhinderte nur Tremmel nach Guillem-Kopfball mit einer starken Parade die Gästeführung (9.).

Ried präsentierte sich gut eingestellt, kam in der Folge zwar kaum mehr zu guten Möglichkeiten, ließ aber auch wenig zu. So zog der explosive Zarate nach einem Konter unwiderstehlich in den Strafraum, sein Schuss von der rechten Seite wurde aber von Ried-Goalie Hesl entschärft (17.). In der 36. Minute wäre Hesl ein Zarate-Flachschuss unter dem Bauch fast ins Tor durchgerutscht.

Wenige Sekunden vor dem Ende der ersten Hälfte aber ließen sich die drei Rieder Dreier-Ketten düpieren - mit entscheidender Folge: Die kurze Verwirrung nach einem angeblichen Foul an Zarate im Mittelfeld nützte Hierländer zu einer weiten Flanke auf Leitgeb. Der konnte auf den zögerlichen Hesl zulaufen, weil Hadzic das Abseits aufgehoben hatte, und schob überlegt zum 1:0 ein (46.).

Ried zeigte sich unbeeindruckt: Drei Minuten nach Wiederbeginn verlängerte Glasner per Kopf einen Corner aufs lange Eck, wo der heranspringende Reifeltshammer zum Ausgleich einschoss (48.). Nur zehn Minuten später war aber wieder Salzburg dank eines Joker-Tors in Front: Der nur eine Minute zuvor für Dudic eingewechselte Alan schloss einen Konter nach Zusammenspiel mit Wallner erfolgreich ab - wieder wirkte die Rieder Abwehr beim langen Ball auf den Brasilianer nicht sattelfest. Es war für Alan bereits das sechste Tor im siebenten Einsatz unter Neo-Coach Ricardo Moniz.

Diese Führung war verdient, tat Salzburg doch klar mehr für das Spiel und zeigte - im Gegensatz zu vielen anderen Auftritten in dieser Saison - auch nach dem Gegentor den klaren Willen zum Sieg. Doch ein Blackout Afolabis nach Stanglpass von Schrammel ließ den Vorhang über die Meisterambitionen fallen (84.). Dabei hätte man in einer wild-engagierten Schlussphase noch die Chance auf den Sieg gehabt: In der ersten Minute der Nachspielzeit vergab der kurz zuvor eingewechselte Boghossian aus Kurzdistanz mit seiner ersten Ballberührung die Riesenchance auf den Sieg, Hesl rettete Ried schließlich mit einer Glanzparade gegen Wallner den Rieder Punkt.

Red Bull Salzburg - SV Ried 2:2 (1:0)
Red-Bull-Arena, 15.800, SR Grobelnik
Tore: Leitgeb (45.), Alan (58.); bzw. Reifeltshammer (48.), Afolabi (84./Eigentor)

Salzburg: Tremmel - Hierländer (89. Boghossian), Dudic (57. Alan), Afolabi, Ulmer (86. Teigl) - Leitgeb, Sekagya, Cziommer - Zarate, Wallner, Svento

Ried: Hesl - Reifeltshammer, Glasner, Riegler - Hadzic, Mader, Schrammel - Lexa (64. Nacho), Carril (81. Zulj), Royer - Guillem (69. Hammerer)

Gelbe Karten: Cziommer, Zarate, Dudic, Bodnar bzw. Reifeltshammer, Hadzic, Schrammel, Hammerer

Nächste Seite: Wacker Innsbruck - LASK

Wacker Innsbruck schlägt Absteiger LASK
Wacker Innsbruck hat sich im letzten Saison-Heimspiel im Tivoli neu mit einem Sieg von seinen Fans verabschiedet. Die Tiroler setzten sich gegen Absteiger LASK Linz mit 1:0 (0:0) durch und feierten erstmals nach vier Matches wieder einen Erfolg. Schütze des "Goldtores" war Ernst Öbster (49.), der in der kommenden Saison zu Grödig wechselt und vor seinem letzten Spiel im Heimstadion offiziell verabschiedet wurde.

Beide Teams traten mit veränderten Aufstellungen an, die nicht nur wegen Verletzungen und Sperren erzwungen waren. Innsbruck übernahm bald das Kommando und fand auch einige gute Möglichkeiten vor. Die beste vergab Bammer, der schön freigespielt wurde, aber an Keeper Pervan scheiterte (15.). Die einzige Chance der Linzer vor der Pause vergab Kragl, der alleinstehend Keeper Schumacher anschoss.

Kurz nach dem Wechsel gelang dem Team von Trainer Walter Kogler aber die Vorentscheidung. Öbster übernahm einen von der Linzer Abwehr weggeschlagenen Ball außerhalb des Strafraums volley und traf genau ins Kreuzeck. Er hatte danach weitere Möglichkeiten, u.a. ging ein Freistoß an Freund und Feind, aber auch am Tor vorbei (57.), einen guten Schuss faustete der Keeper weg (66.).

Die ambitionierte Schachner-Elf, in der der US-Amerikaner Barry debütierte, hatte hingegen nach dem Wechsel trotz des Rückstands in der Offensive eigentlich nichts mehr zu bieten und ist seit 18. August 2007 auf dem Tivoli weiter sieglos. Die Linzer waren wohl der Lieblingsgegner der Tiroler, die völlig verdient den dritten Sieg im vierten Saison-Duell mit dem LASK feierten und dabei kein einziges Gegentor zuließen.

FC Wacker Innsbruck - LASK Linz 1:0 (0:0)
Tivoli Neu, 7.600, SR Lechner
Tor: Öbster (49.)

Innsbruck:  F. Schumacher - Dakovic, Bea (38. Svejnoha), Pichler, Hauser - Bergmann, Öbster (77. Fröschl), Abraham, Köfler - Perstaller (54. Hinterseer), Bammer

LASK: Pervan - Hart, Winkler, Aufhauser, Schreiner - Barry (61. Duro), Majabvi, Metz - E. Sulimani (34. Santana), Kogler - Kragl

Gelbe Karten: Hart, Winkler

Nächste Seite: KSV - SVM

KSV schiebt sich auf Rang 8 vor
Der Kapfenberger SV hat am Sonntag in der vorletzten Bundesliga-Runde einen 2:1-(1:1)-Heimsieg gegen den SV Mattersburg gefeiert und wird damit die Saison auf Tabellenplatz acht beenden. Die Steirer, die mit dem Erfolg einen neuen Punkterekord (aktuell 38., bisherige Bestmarke 36 aus der Saison 2008/09) aufstellten, kamen nach 0:1-Rückstand dank Treffer von David Sencar (44.) und Dieter Elsneg (73.) zum neunten Saisonerfolg. Die nun fix neuntplatzierten Burgenländer waren durch Patrick Bürger (39.) in Führung gegangen.

Das Match begann mit einem Gustostückerl, Sencar prüfte Mattersburg-Tormann Borenitsch in der 6. Minute mit einem sehenswerten Fallrückzieher. Auch danach agierten beide Teams recht offensiv, weitere Höhepunkte bleiben aber zunächst aus. Nach einer halben Stunde verstolperte der für den angeschlagenen Felfernig eingewechselte Tieber (32.) eine Kapfenberger Großchance, kurz darauf scheiterte auch Gregoritsch (33.) an Borenitsch.

Entgegen den bisherigen Kräfteverhältnissen gingen die Mattersburger in Führung. Der von den Abwehrspielern vernachlässigte Bürger (39.) traf zum 1:0. Doch die Steirer kamen kurz vor der Pause durch Sencar (44.), der per Kopf erfolgreich war, noch zum verdienten Ausgleich. In der Nachspielzeit hatte die Kapfenberger bei einem Naumoski-Kopfball an die Stange gehöriges Glück, mit dem Remis in die Pause gehen zu können.

Nach Wiederbeginn erhöhten die Gäste zwar etwas den Druck, Potzmann und Bürger vergaben aber zwei gute Möglichkeiten. Auf der Gegenseite erzielte wenig später Elsneg in der 73. den zweiten Kapfenberger Treffer. Da eine echte Schlussoffensive der Burgenländer ausblieb, brachte die Gregoritsch-Truppe den Vorsprung problemlos über die Distanz. Zum Saisonabschluss muss Kapfenberg am Mittwoch in Ried antreten, Mattersburg empfängt Wiener Neustadt

Kapfenberger SV Superfund - SV Mattersburg 2:1 (1:1)
Franz-Fekete-Stadion, 2.000 (richtig), SR Brugger
Tore: Sencar (44.), Elsneg (73.); bzw. Bürger (39.)

Kapfenberg: Kostner - Sharifi, Schönberger, Fukal, Welnicki - Gucher - Elsneg, Erkinger (77. Spirk), Sencar, Felfernig (26. Tieber) - Gregoritsch (55. Alar)

Mattersburg: Borenitsch - Höller, Malic, Pöllhuber, Rath - Spuller, Ilsanker, Gartner (68. Seidl), Farkas - Naumoski (66. Potzmann), Bürger (78. Röcher)

Gelbe Karten: Erkinger, Elsneg, Sencar, Gucher bzw. Pöllhuber