Tapfere Austria bleibt unbelohnt

0:1 gegen Porto

Tapfere Austria bleibt unbelohnt

Austria gegen Porto an einem Punkt dran, am Ende entschied eine Aktion.

Ein couragierter Auftritt war für die Austria zu wenig. Die Wiener haben am Mittwoch ihr Debüt in der Fußball- Champions-League daheim gegen den FC Porto unglücklich 0:1 (0:0) verloren. Österreichs Meister musste sich zum Auftakt der Gruppe G vor 37.500 Zuschauern im Ernst-Happel-Stadion durch ein Tor von Lucho Gonzalez (55.) geschlagen geben.

Die Violetten hielten bei ihrem Debüt in der Königsklasse gut mit dem vierfachen Europacup-Sieger mit und fanden auch einige Topchancen vor. Die besten Möglichkeiten vergaben Marko Stankovic (57., Stange) und Philipp Hosiner (30., 60., 64.).

Diashow: Die besten Bilder von Austria vs. Porto

Die besten Bilder von Austria vs. Porto

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    Gänsehaut-Stimmung
    Um 20.41 Uhr erklang die berühmte Hymne der Champions League nach 2.842 Tagen Pause wieder für einen Club aus Österreich. Das Glitzern in den Augen der Debütanten Stankovic, Heinz Lindner und Co. war nicht zu übersehen. Und die Austrianer nahmen die Freude mit in die Partie.

    Austrias Courrage überrascht Porto
    Wie von Coach Nenad Bjelica gefordert, trat seine Truppe furchtlos und unbekümmert auf. Den ersten Warnschuss feuerten zwar die Gäste durch Fernando ab (3.), danach sorgte jedoch vor allem immer wieder der ambitionierte Daniel Royer über die rechte Seite für Offensivimpulse der Austrianer.

    Zu viele gute Chancen vergeben
    Zwei Fernschüsse Royers gingen über das Tor (5., 9.), ein Versuch des Offensivspielers aus aussichtsreicher Position wurde gerade noch abgeblockt (20.). Dazu versuchte es Florian Mader mit einem gefinkelten Freistoß (10.) und einem Weitschuss (22.) vergeblich.

    Und auch Goalgetter Hosiner ging mit seinen Möglichkeiten mit dem Fuß (30.) und dem Kopf (32.) leichtfertig um und brachte Porto-Goalie Helton nicht in Bedrängnis.

    Porto hatte trotz eines deutlichen Plus an Ballbesitz alle Hände voll zu tun, Herr der Lage zu werden. Einmal tauchte Stürmerstar Jackson Martinez dann aber vor der Pause brandgefährlich vor dem Austria-Gehäuse auf, traf den Ball aber nicht richtig (28.).

    Porto eiskalt
    Nach der Pause bissen die "Drachen" aus Porto dann eiskalt zu. Danilo tankte sich auf der rechten Seite durch, seinen klugen Querpass verwertete der argentinische Kapitän Lucho Gonzalez flach ins rechte Eck zum 1:0 (55.).

    Austria versuchte alles
    Die Austria ließ sich aber vom Treffer des Champions-League-Dauergasts nicht entmutigen und setzte zu einem Zwischensprint an. Stankovic traf per Kopf die rechte Stange (57.) und Hosiner vergab zwei weitere Topchancen. Zunächst sprintete der Burgenländer alleine aufs Porto-Tor, schloss jedoch zu zentral ab (60.), wenig später knallte Hosiner dann den Ball um wenige Zentimeter an der rechten Stange vorbei (64.).

    Im Finish hatte die Austria noch einmal Pech, denn ein Handspiel von Porto-Verteidiger Nicolas Otamendi im eigenen Strafraum blieb ohne Folgen (85.).

    Porto liebt Wien
    Damit war Wien für Porto trotz einer verhaltenen Darbietung neuerlich eine Reise wert. 1987 gewann die Blau-Weißen im Wiener Prater mit einem 2:1 gegen Bayern München den Meistercup. Und auch auf dem Weg zu ihren Triumphen im UEFA-Cup 2003 und in der Europa League 2011 setzte sich Porto in Wien gegen die Austria (1:0) und Rapid (3:1) durch.

    Für die Austria geht es in der Champions League am 1. Oktober auswärts gegen Zenit St. Petersburg weiter, Porto empfängt Atletico Madrid.

    Austria Wien - FC Porto 0:1 (0:0)
    Wien, Ernst-Happel-Stadion, 37.500 Zuschauer, SR Thomson/SCO
    Tor: Lucho Gonzalez (55.)

    Austria: Lindner - Koch, Rogulj, Ortlechner, Suttner - Stankovic, Holland (84. Okotie), Mader - Royer, Hosiner (84. Kienast), Jun (68. Simkovic)

    FC Porto: Helton - Danilo, Otamendi, Mangala, Alex Sandro - Fernando, Lucho Gonzalez (87. Quintero) , Josue - Varela (79. Herrera), Jackson Martinez, Lica (68. Ismailow)

    Gelbe Karten: Koch, Hosiner bzw. Alex Sandro, Varela

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    Philipp Hosiner (Stürmer Austria): "Es ist sehr bitter, wir waren sehr knapp dran. Wir hatten gute Torchancen und Pech im Abschluss. Ich denke, wir haben uns sehr gut verkauft. Leider haben wir kein Tor gemacht. Ich denke, wir können auf unsere Leistung stolz sein. Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können."

    Marko Stankovic (Mittelfeldspieler Austria): "Das (Anm.: Stangenschuss) tut weh. Man sieht, dass wir mehr als das Erreichen der Gruppenphase wollten. Wir haben gesehen, dass wir Punkte mitnehmen können. Wir können gut kicken, das haben wir gezeigt, leider haben wir unserer Chancen nicht reingehaut. Ich bin eher brennheiß, als dass ich froh bin, dass wir eine gute Leistung gezeigt haben."

    Manuel Ortlechner (Kapitän Austria): "Das war eine ambitionierte Leistung von uns. Wir haben unsere Möglichkeiten gehabt, deshalb sind wir alle enttäuscht. Die Möglichkeiten muss man auf diesem Niveau nutzen. Wir haben super dagegengehalten. Es war ein toller Fußball-Abend, leider hat das Ergebnis nicht gepasst."

    Nenad Bjelica (Trainer Austria): "Auf dieser Leistung können wir aufbauen. Ich bin stolz auf das, was die Jungs gezeigt haben. Natürlich hat uns vor dem gegnerischen Tor viel Effektivität gefehlt, aber wie wir taktisch und körperlich gearbeitet haben, darauf können wir stolz sein. Egal ob Grödig oder Porto, wir haben zu viele Chance vergeben. Wir werden im Training unsere Konzentration steigern müssen.

    Meine Mannschaft hat frech und ohne Respekt gegenüber Porto gespielt. Wir haben gesehen, dass wir gegen eine europäische Topmannschaft mithalten können. Wir wollen in Zukunft den einen oder anderen Punkt mitnehmen, und das werden wir auch tun."

    Paulo Fonseca (Porto-Trainer): "Wir waren vor der Austria gewarnt und haben ein schweres Spiel erwartet. Wenn sie so wie heute auftritt, dann kann die Austria auch Atletico Madrid und Zenit St. Petersburg voll fordern und um den Aufstieg mitspielen. Die Austria hat sehr gut begonnen und uns mit Pressing im Aufbau gestört, damit hatten wir lange Schwierigkeiten, und dazu haben wir auch viele Abspielfehler gemacht. In der zweiten Hälfte sind wir dann besser in das Spiel reingekommen und haben sehr pragmatisch gespielt. Dieser Sieg war wichtig, denn es gibt keine leichten Spiele in der Champions League."