Trainer sehen Austria als Titel-Favorit

Vor Bundesliga-Start

Trainer sehen Austria als Titel-Favorit

Umfrage unter Liga-Trainern: Austria Top-Favorit, Abstiegskampf völlig offen.

Der FK Austria Wien hat im Herbst mit tollen Leistungen überzeugt und sich einen Sieben-Punkte-Vorsprung auf Red Bull Salzburg erarbeitet. Für die Trainer der Fußball-Bundesliga-Clubs ist es den Wienern daher im Frühjahr absolut zuzutrauen den ersten Meistertitel seit 2006 einzufahren. "Der Vorsprung der Austria nach 20 Runden ist groß, deswegen hat sie die größte Chance", ist sich Rapid -Trainer Peter Schöttel bewusst.

Kompaktheit spricht für Austria
Das sieht auch Nenad Bjelica so. "Natürlich wird es nicht einfach, aber ich traue ihnen den Titel zu, weil sie eine eingespielte Mannschaft und einen sehr guten Trainer haben", sagte der WAC-Coach. Auch Franz Lederer sieht die Favoritner am Saisonende auf Platz eins. "Die Austria sollte aufgrund des Barazite-Transfers vor allem in der Offensive noch stärker sein, da wird es für die anderen Teams schwer, sie noch einzuholen", erklärte Mattersburgs Coach.

Aufpassen auf Bullen
Für Peter Hyballa (Sturm Graz), Michael Angerschmid (Ried), Dietmar Kühbauer (Admira Wacker Mödling) und Roland Kirchler (Wacker Innsbruck) ist zu erwarten, dass Salzburg oder die Austria am Ende ganz oben stehen werden. "Die Ausgangssituation ist komplett neu, weil sieben Punkte sind eine Menge Holz. Vor der Austria muss man den Hut ziehen, aber Salzburg ist nicht außer Acht zu lassen. Für die Truppe wäre es ein Wahnsinn, wenn sie es nicht schaffen würde", sagte Kühbauer.

Rapid muss im Derby zuschlagen
Heimo Pfeifenberger (Wiener Neustadt) schloss sich dem Quartett an, ergänzte allerdings noch: "Rapid hat nur mehr eine Chance, wenn sie im Derby gleich einmal zuschlagen." Die als Favorit in die Saison gestarteten Salzburger rechnen mit einem spannenden Frühjahr. "Letztendlich haben noch vier Mannschaften Chancen auf den Meistertitel, aber ich glaube daran, dass wir uns am Ende durchsetzen werden", gab sich Salzburg-Trainer Roger Schmidt optimistisch. Der Deutsche rechnete auch gleich vor: "In den nächsten 15 Spielen müssen wir vier Punkte auf Austria Wien aufholen und dann das letzte Heimspiel gewinnen."

Die voranliegenden Wiener nehmen die Favoritenrolle an. "Wir haben uns den Erfolg erarbeitet und werden uns jetzt nicht verstecken. Man kann vielleicht sogar sagen, dass die Austria Titelfavorit ist", sagte Coach Peter Stöger.

Offener Abstiegskampf
Noch offener als der Titelkampf ist vorerst die Situation am Tabellenende, wo drei Teams innerhalb eines Punktes liegen. Zu einer Prognose, wen es erwischen werde, wollte sich kein Trainer hinreißen lassen. Für die Coaches der fünf Topteams steht fest, dass ein spannendes Rennen bevorsteht. "Es wird wahrscheinlich bis zum Ende hochdramatisch bleiben", sagte Schmidt stellvertretend.

Die restlichen fünf Mannschaften sind sich allesamt der Abstiegsgefahr bewusst, deren Hauptziel ist damit der Klassenerhalt. "Es sind fünf Mannschaften unten, die eigentlich noch Probleme bekommen können, wir sind auch dabei", schätzte Bjelica die Situation realistisch ein. "Wir sehen die Situation richtig und sind nicht so blauäugig, dass wir glauben, das uns nach hinten nichts mehr passieren kann", sagte Lederer, dessen Team genauso wie der WAC einen Fünf-Punkte-Polster auf das Tabellenende hat.

Kühbauer glaubt an Mattersburg
Die Admiraner haben nur einen Zähler Luft. "Ich glaube aber schon auch, dass Mattersburg und Wolfsberg noch dazukommen können. Mattersburg hat die beste Karten, weil sie die Situation seit Jahren kennen und gelernt haben, damit umzugehen", sagte Kühbauer.

Für die derzeit punktgleich am Ende der Tabelle liegenden Clubs wird bald abzusehen sein, wie sich die Situation entwickelt. "Es können alle fünf Vereine, die hinten sind, dabei sein. Nach den ersten drei Runden wird ein kleiner Trend zu erkennen sein, es könnte sein, dass eine Mannschaft wegbricht oder sich ins Mittelfeld absetzt", meinte Kirchler. Für Pfeifenberger ist daher eines klar. "Der Start ins Frühjahr wird entscheidend sein."

Mit der Transferpolitik waren alle Coaches grundsätzlich zufrieden, nur Kirchler hätte gerne noch einen Qualitätsspieler wie den von Rapid zum Erste-Liga-Club Altach gewechselten Boris Prokopic gehabt, der finanziell nicht leistbar war. Und Kühbauer hätte gerne noch einen Innenverteidiger-Ersatzmann für den angeschlagenen Richard Windbichler in seinem Kader gesehen.