Immer mehr Oranje-Stars sprechen sich gegen Teamchef van Basten aus. Der will den eingeschlagenen Weg jedoch nicht verlassen.
Nach den jüngsten Unruhen um die vorläufig aus dem Fußball-Nationalteam zurückgetretenen Stars Mark van Bommel und Ruud van Nistelrooy hängt bei den Niederländern der Haussegen schief. Vor den EM-Qualifikationsspielen in Bulgarien und gegen Albanien ist vor allem Bondscoach Marco van Basten ins Zentrum der Kritik geraten. Sowohl Bayern-Profi Van Bommel als auch Real-Stürmer Van Nistelrooy wollen unter der Regie des ehemaligen Weltklassespielers nicht für das "Oranje-Team" spielen.
Mehr Gespräche mit Spielern
Van Basten, dessen Personalpolitik schon nach dem WM-Aus im Achtelfinale heftig kritisiert worden war, nahm es gelassen und gab eine gewisse "Nachlässigkeit" in der Kommunikation mit den Spielern zu. "Ich begreife, dass es besser gewesen wäre, wenn ich das Gespräch gesucht hätte", sagte van Basten im Trainingsquartier in Noordwijk. Trotz des Verzichts der beiden Profis, sei die Tür zur Nationalmannschaft nicht unbedingt für immer zu. "Nichts ist undenkbar", meinte der ehemalige Weltklasse-Stürmer.
Star wollen nicht zurück
Aus Sicht der beiden Profis ist eine Rückkehr allerdings kein Thema. Van Nistelrooy, der wie Van Bommel zuletzt bei der WM in Deutschland zum Einsatz gekommen war, hatte die Personalpolitik des Teamchefs heftig kritisiert und ihm Vetternwirtschaft vorgeworfen. Andere vom Bondscoach ausgemusterte Profis wie Clarence Seedorf und Edgar Davids hatten Van Basten zuvor ebenfalls öffentlich kritisiert.
Teamspieler würden Comebacks begrüßen
Die aktuellen Nationalspieler selbst zeigten sich von der Entwicklung überrascht. Kapitän Edwin van der Sar hält das Fehlen zweier gestandener Spieler für falsch. "Sie hätten natürlich hier sein müssen ", sagte der Torhüter von Manchester United. Er hätte sich gewünscht, dass "Oranje" die beste Mannschaft aufbieten könne, die denkbar sei. Auch Blackburn-Verteidiger Andre Ooijer fand, "dass die beiden Spieler besondere Qualitäten haben. Darum finde ich es schade, dass sie nicht hier sind".