Vier Klubs legten Protest ein

Lizenz-Entscheidung

Vier Klubs legten Protest ein

Austria Kärnten scheint aber gerettet, geheimnisvoller Investor schoss 600.000 Euro zu.

Im Lizenz-Verfahren für die kommende Fußball-Saison durch die zuständigen Stellen der Fußball-Bundesliga steht die nächste Runde auf dem Programm. Mit Ablauf der Protestfrist am Dienstag (13. Mai/24.00 Uhr) haben vier Vereine ihr Veto gegen die vom Senat V in erster Instanz verfügte Verweigerung der Spielgenehmigung eingelegt. Es sind dies Austria Kärnten aus der T-Mobile-Liga sowie FC Kärnten aus der Red-Zac-Liga, SKN St. Pölten und SV Horn aus der Regionalliga Ost.

Entscheidung in fünf Tagen
Das Protest-Komitee muss laut den Bestimmungen nun innerhalb von fünf Tagen über die Einsprüche entscheiden. Danach ist das Verfahren bzw. der Instanzenweg innerhalb der Bundesliga abgeschlossen. Nach Abschluss des verbandsinternen Verfahrens kann innerhalb von sieben Tagen Klage vor dem Ständigen Neutralen Schiedsgericht eingebracht werden. Dieses Gremium entscheidet anstelle eines ordentlichen Gerichts aufgrund der UEFA-Frist bis Ende Mai.

Ursprünglich waren vom Senat V neben den vier oben genannten Vereinen auch noch Zweitliga-Absteiger SV Bad Aussee sowie den Regionalligisten Wr. Sportklub und St. Andrä die Linzenz verweigert worden, das Trio verzichtete aber auf einen Protest.

Bruder-Streit
Im Streit zwischen Austria Kärnten und FC Kärnten hat die Bundesliga die Millionenklage (insgesamt 4.154.610 Euro) des Zweitdivisionärs an den Oberhaus-Club weitergeleitet und diesen zu einer Stellungnahme aufgefordert. Die Austria hatte 2007 im Zuge ihrer Übersiedelung von Pasching nach Klagenfurt u.a. die Nachwuchs-Akademie des FC Kärnten übernommen. Für die Übertragung der Akademielizenz fordert der FC mit Hinweis auf die Aufwendungen seit 1998 nun 3,0 Mio. Euro. Als Ausbildungsentschädigung für 117 Nachwuchsspieler wurden insgesamt 588.610 Euro geltend gemacht, für eine zugesagte, aber nicht erfolgte Zahlung aus einem Vertrag mit Hauptsponsor Kelag weitere 500.000 Euro. Der Rest sind offene Rechnungen.

Auslosung Anfang Juni
Die Auslosung für die zwei Profi-Spielklassen wird nach den Lizenz-Entscheidungen Anfang Juni vorgenommen werden. Die tipp3-Bundesliga startet am 9., die Red Zac-Liga am 11. Juli in die neue Saison.

600.000 Euro für Austria Kärnten
Der Kärntner Fußball-Bundesligist Austria Kärnten hat es am Dienstagabend knapp vor Ablaufen der Frist um 24.00 Uhr offenbar geschafft, alle für die Erreichung einer Lizenz nötigen Unterlagen aufzustellen. Für die strittigen 600.000 Euro für die an den Verein angeschlossene Fußball-Akademie habe ein privater Investor eine Haftung abgegeben, sagte Landeshauptmann Jörg Haider (B).

"Nun sollte alles für die Lizenz da sein", meinte Haider. Die Haftung des unbekannten Investors gelte so lange, bis das Geld aus dem sogenannten Zukunftsfonds fließe. Zeitliche Begrenzung gelte keine, man wolle aber die ÖVP und ihren Parteichef Josef Martinz "nicht aus der Verantwortung lassen". "Die Versuche, den SK Austria Kärnten zu zerstören sind gescheitert, das war fünf Minuten vor zwölf", sagte der BZÖ-Politiker.