Paukenschlag vor dem FIFA-Kongress in Vancouver! Die iranische Delegation hat ihre Anreise nach Kanada am Mittwoch abgebrochen und den sofortigen Rückflug angetreten.
Nach einem Vorfall am Flughafen Toronto wird der Iran beim FIFA-Kongress am Donnerstag in Vancouver nicht am Verhandlungstisch sitzen. Die Delegation um Verbandspräsident Mehdi Taj reagierte damit auf ein laut iranischen Berichten absolut inakzeptables Vorgehen der kanadischen Einwanderungsbehörden bei der Passkontrolle.
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Behandlung als Grund für Abbruch
Neben Präsident Taj kehrten auch Generalsekretär Hedayat Mombeini und dessen Vize Hamed Momeni Kanada umgehend den Rücken. Die Nachrichtenagentur Tsanim berichtete von einem unangemessenen Verhalten der Beamten vor Ort, dass das Trio dazu veranlasste, noch am Mittwoch den nächsten Flieger in Richtung Heimat zu nehmen. Die FIFA hat den Vorfall gegenüber den Iranern bereits bedauert, doch der diplomatische Schaden im Fußball-Zirkus ist angerichtet.
Politisches Pulverfass vor der WM
Die Spannungen kommen zur Unzeit, da die Teilnahme des Iran an der kommenden Weltmeisterschaft am 11. Juni aufgrund des Krieges zwischen den USA und dem Iran ohnehin am seidenen Faden hängt. Besonders brisant: Gemäß der Auslosung soll das iranische Nationalteam seine Gruppenspiele in den USA austragen. FIFA-Boss Gianni Infantino versucht nun zu retten, was zu retten ist, und hat bereits ein Krisenmeeting in der Zentrale in der Schweiz angekündigt.
Zukunft des Iran-Fußballs ungewiss
In der Schweiz sollen die Wogen geglättet werden, während in Vancouver die restlichen Weltverbände tagen. Ob die diplomatischen Verwerfungen Auswirkungen auf den WM-Startplatz des Teams haben, bleibt abzuwarten. Klar ist nur, dass die Stimmung zwischen den Gastgebern und der iranischen Delegation einen historischen Tiefpunkt erreicht hat, der weit über den grünen Rasen hinausgeht.