WM 2006: Ex-Blatter-Sprecher wittert Verschwörung

Vergabe-Skandal

WM 2006: Ex-Blatter-Sprecher wittert Verschwörung

Wird das deutsche Sommermärchen nun zum Alptraum?

Neun Jahre nach dem Sommermärchen droht dem deutschen Fußball ein handfester Skandal. Für den Zuschlag der WM 2006 soll nach einem unbestätigten Bericht des "Spiegel" Geld aus einer schwarzen Kassa des Bewerbungskomitees geflossen sein. Wie das Nachrichtenmagazin am Freitag online ohne Quellennennung berichtete, sollen vier entscheidende Stimmen aus dem FIFA-Exekutivkomitee gekauft worden sein.

DFB dementiert heftig
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den Bericht bereits als haltlos zurückgewiesen. Die Schlussfolgerungen des Nachrichtenmagazins seien durch keinerlei Fakten belegt, hieß es in einer Mitteilung des nationalen Verbandes.

"Mit aller Konsequenz hält der DFB deshalb nochmal ausdrücklich fest, dass dementsprechend weder der DFB-Präsident noch die anderen Mitglieder des Organisationskomitees in derartige Vorgänge involviert sein oder davon Kenntnis haben konnten", betonte der DFB. Der Verband behielt sich zudem rechtliche Schritte gegen den "Spiegel" vor.

Politik verlangt Aufklärung
Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat schnelle Aufklärung zu den Bestechungsvorwürfen in Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-WM 2006 an Deutschland verlangt. Bei einem Besuch im Iran sagte Steinmeier am Samstag, er könne dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) "nur raten, jetzt schnellstmöglich Untersuchungen einzuleiten und die offenen Fragen zu klären".

"Das ist im Interesse des Sports und des Fußballs. Aber das ist auch unser gemeinsames Interesse, dass da nichts hängen bleibt", meinte Steinmeier.

Verschwörung
Der ehemalige Fifa-Mediendirektor Guido Tognoni zeigte sich hingegen überrascht über die Vorwürfe. Im Interview mit Sky sprach der Ex-Blatter-Sprecher sogar von einer Verschwörung gegen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach. „Ist es Zufall oder gibt es eine Person, die Wolfgang Niersbach beschädigen will?", so Tognoni. Niersbach wurden zuvor Chancen eingeräumt, Nachfolger von UEFA-Boss Platini zu werden.