Was für ein Krimi in Mugello! Marc Marquez schafft beim MotoGP-Comeback nach einer schweren Doppel-Operation direkt den Sprung in die Top 10. Trotz Platz 6 schlägt der Ducati-Star aber Alarm.
Nach seinem schweren Sturz beim Sprint in Le Mans am 9. Mai meldete sich der siebenmalige MotoGP-Weltmeister am Freitag im Training von Mugello eindrucksvoll zurück. Im ersten freien Training am Vormittag reichte es nach 13 Runden zwar nur für P15, doch am Nachmittag raste der Werks-Ducati-Pilot mit vollem Risiko auf den sechsten Platz. Damit sicherte er sich den direkten Einzug in das wichtige Q2-Segment für das Qualifying am Samstag. Doch trotz des sportlichen Erfolgs bremst der Spanier die Erwartungen für das restliche Rennwochenende in Italien radikal ab.
Bittere Realität nach der Doppel-Operation
Direkt nach dem Sturz in Frankreich wurde der Superstar in Spanien operiert. Dabei behandelten die Ärzte nicht nur den gebrochenen fünften Mittelfußknochen des rechten Fußes. Auch an der rechten Schulter wurde ein Eingriff vorgenommen, weil eine alte Schraube auf einen Nerv drückte und ein Kribbeln verursachte. Zwar ist dieses Problem nun behoben, doch der Körper streikt nach der Zwangspause noch gewaltig. Der Ducati-Pilot gab offen zu, dass er sich beim ersten harten Ausgang auf dem Motorrad viel schlechter gefühlt habe als im Vorfeld gedacht.
Keine Jagd auf die Top 5
Wenn ich den Helm aufhabe, bin ich mental bereit, erklärte der Superstar kämpferisch, stellte aber sofort klar: Ich bin im Moment noch nicht wieder bereit, um überhaupt um die Top 5 zu kämpfen. Auf dieser einen schnellen Runde am Nachmittag habe er extrem viel riskieren müssen, um die Werks-Ducati im Spitzenfeld zu platzieren. Für die anstehenden Sessions hat sich der Champion daher bewusst keine Ziele bezüglich der Platzierung gesetzt. Im Fokus steht für ihn nach der langen Leidenszeit einzig die stetige Weiterentwicklung des lädierten Körpers.
Die brutale Grenze des siebenfach operierten Arms
Die Sorgen vor den langen Renndistanzen am Wochenende sind begründet. Marquez verliert vor allem in den schnellen Rechtskurven sowie bei den harten Richtungswechseln in Mugello noch spürbar viel Zeit. Wir müssen jetzt herausfinden, wo die Grenze für diesen Arm liegt, der vom Ellbogen bis zur Schulter sieben Operationen hinter sich hat, so der Spanier. Zwischen den Jahren 2020 und 2023 verpasste er wegen den Folgen seines schweren Jerez-Sturzes fast so viele Rennen wie er bestritt. Aus diesen Fehlern der Vergangenheit hat der Routinier gelernt und predigt nun absolute Geduld.
Teamkollege Bagnaia durchschaut das Kräfte-Rätsel
Seinem Ducati-Teamkollegen Francesco Bagnaia, der das Training am Freitagnachmittag auf dem starken zweiten Platz beendete, ist die veränderte Fahrweise bereits aufgefallen. Ich spüre, dass er sich seine Kräfte einteilt, analysierte der Italiener das Comeback. Wenn er eine schnelle Runde fahren muss, dann tut er das, aber er schont sich wohl für die Hauptrennen. Da Ducati für das Heimrennen am Sonntag ein spezielles Sonderdesign zum 100-jährigen Jubiläum aufgelegt hat, ist der Druck im Team ohnehin enorm hoch.
Vorsichtige Rückkehr wie beim Winter-Test
Die aktuelle Ungewissheit erinnert den Spanier stark an den Saisonbeginn, als er nach den Verletzungen vom Indonesien-Wochenende 2025 in Mandalika ebenfalls lange um seine Fitness bangen musste. Ich komme vorsichtig zurück, ich weiß selbst nicht, was meine 100 Prozent sind, gesteht der Superstar. Dennoch bleibt der unbändige Wille des Champions intakt. Das Wichtigste sei für ihn, dass er im Kopf bereit ist, den Kampf anzunehmen, denn andernfalls wäre es besser, sofort aufzugeben. Ob der Körper mitspielt, werden die nächsten Wochen zeigen.