MotoGP in Assen

Marc Márquez siegt, Bruder Alex bricht sich die Hand

Ducati-Star Marc Márquez bleibt das Maß aller Dinge: Der Spanier triumphiert in Assen souverän, trotz Trainingsstürzen und körperlicher Probleme. Dahinter zeigen Aprilia-Fahrer Marco Bezzecchi und KTM-Youngster Pedro Acosta bärenstarke Rennen.

Schon beim Start des Grand Prix in Assen wurde es turbulent: Pole-Setter Fabio Quartararo (Yamaha)erwischte einen miserablen Start, rutschte sofort auf Platz vier zurück. Ducati-Ass Francesco "Pecco" Bagnaia erwischte dagegen einen Raketenstart und übernahm sofort die Führung vor den Márquez-Brüdern. KTM-Talent Pedro Acosta sowie Marco Bezzecchi lauerten dahinter, Acosta-Teamkollege Brad Binder fiel auf Platz 17 zurück.

Stürze, Drama und ein unaufhaltsamer Marc Márquez

Bereits in der zweiten Runde schnappte sich Marc seinen Bruder und Gresini-Ducati-Fahrer Alex Márquez und setzte zur Jagd auf Teamkollege Pecco an. Kurz danach verlor Pole-Setter Fabio Quartararo weitere Plätze, seine Yamaha ist auf der Geraden chancenlos. In Runde fünf setzte Marc Márquez das erste Ausrufezeichen: In Kurve eins nach der Start&Ziel-Geraden fuhr er an Bagnaia vorbei in Führung. Hinter ihnen krachte es wenig später: In Kurve 5 stürzte sein Bruder Alex nach einem riskanten Überholversuch über Außen gegen Acosta und brach sich dabei die linke Hand.

Mir stürzt erneut

Das Rennen blieb weiterhin ein wilder Ritt. Honda-Pilot und 2020-Weltmeister Joan Mir und Rookie Fermín Aldeguer flogen gemeinsam ab. Mir musste wegen eines Highsiders seines Vordermanns in die Eisen steigen, kam ins Straucheln und stürzte. Daraufhin musste Fabio Quartararo ins Kiesbett ausweichen, fiel weit zurück und kämpfte sich später noch auf Platz zehn.

Vorne formierte sich ein hochkarätiges Spitzenquartett: Márquez führte vor Bezzecchi, Acosta und Bagnaia. Runde um Runde setzte "Bez" alles daran, Marc unter Druck zu setzen. Doch der sechsfache Weltmeister ließ nichts anbrennen, baute seinen Vorsprung sukzessive aus und ließ niemanden mehr ernsthaft in Schlagdistanz kommen.

Bezzecchi glänzt - Bagnaia nur Schadensbegrenzung

Im letzten Renndrittel versuchte Bezzecchi nochmals alles, kam in der Schlussrunde bis auf 0,7 Sekunden heran, mehr war aber nicht drin für den Aprilia-Fahrer. Bagnaia sicherte sich immerhin Platz drei, doch nach seiner starken Quali-Leistung hatte der Werks-Ducati-Fahrer sich mehr ausgerechnet. KTM-Youngster Acosta beeindruckte erneut, fuhr lange auf Podiumskurs und holte mit Rang vier ein Top-Resultat. Dahinter komplettierte Maverick Viñales auf der Tech3-KTM ein starkes Teamergebnis für KTM.

Für Fabio Quartararo endete ein schwieriges Wochenende mit Platz zehn. Nach dem Sprint-Crash am Samstag und fehlender Pace im Rennen war für den Yamaha-Star einfach nicht mehr drin. Angesichts der katastrophalen Performance seiner M1-Maschine kann man dem Franzosen keinen Vorwurf machen, er holte mit der Poleposition das Maximum raus.

Wer kann Marc Márquez noch stoppen?

Marc Márquez bleibt in dieser Saison das Maß aller Dinge. Selbst angeschlagen zeigt er einmal mehr eine beeindruckende Machtdemonstration und holt souverän seinen nächsten Sieg. Dahinter glänzt Marco Bezzecchi mit einem überragenden Wochenende, und Pedro Acosta beweist erneut, welch außergewöhnliches Talent er ist.

Und Bagnaia? Der zweifache Ex-Weltmeister hatte nach dem Freitag noch betont, sich auf der neuen Ducati so wohl wie nie zuvor zu fühlen. Im Rennen reichte es dennoch nur für Platz drei, obwohl er im Qualifying vor Teamkollege Marc Márquez auf Rang zwei lag. Durch den Sturz vom WM-Zweiten Bruder Alex baute Marc seine WM-Führung auf 68 Punkte aus.

Ergebnisse Assen Grand-Prix:

Pos Punkte Fahrer Team Zeit/Abstand
1 25 Marc Marquez (ES) Ducati Lenovo Team 40:14.072
2 20 Marco Bezzecchi (IT) Aprilia Racing +0.635
3 16 Francesco Bagnaia (IT) Ducati Lenovo Team +2.666
4 13 Pedro Acosta (ES) Red Bull KTM Factory Racing +6.084
5 11 Maverick Viñales (ES) Red Bull KTM Tech3 +10.124
6 10 Fabio Di Giannantonio (IT) Pertamina Enduro VR46 Racing Team +12.163
7 9 Franco Morbidelli (IT) Pertamina Enduro VR46 Racing Team +18.896
8 8 Raul Fernandez (ES) Trackhouse MotoGP Team +20.295
9 7 Enea Bastianini (IT) Red Bull KTM Tech3 +23.687
10 6 Fabio Quartararo (FR) Monster Energy Yamaha MotoGP Team +23.743

In zwei Wochen geht es am Sachsenring weiter, einer Strecke, auf der Márquez als "King of the Ring" gilt und seit Jahren dominiert. Es bleibt die Frage, wer den sechsmaligen Champion in dieser Saison überhaupt noch stoppen kann.

Bei Alex Márquez ist nach seiner Handfraktur fraglich, ob er rechtzeitig fit wird. Und Teamkollege Bagnaia kommt mit den anhaltenden Vorderrad-Problemen seiner Ducati nicht zurecht und liegt mit mittlerweile 126 Punkten Rückstand abgeschlagen auf Platz drei.

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