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Red Bull wieder mittendrin im WM-Rennen

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Vettel gilt bei den Buchmachern nun als WM-Favorit. Die Konkurrenz legt ihre Wunden.

Die Erleichterung ist förmlich spürbar gewesen. Denn der Druck war nicht wegzuleugnen. Zwei sicher scheinende Siege hatte Red Bull in der laufenden Formel-1-Saison bereits mit technischen Defekten verspielt, im dritten Anlauf klappte es endlich - und wie. Sebastian Vettel und Mark Webber dominierten den Grand Prix von Malaysia. "Damit sind wir wieder mittendrin im Kampf um die WM", strahlte Teamchef Christian Horner.

Ihre Chancen in Bahrain und Australien hatten die Bullen jeweils mit Vettel in Führung liegend ausgelassen. Ohne die Probleme könnte der 22-jährige Deutsche bereits bei drei Siegen in drei Rennen halten. Ähnlich dominant war im Vorjahr der spätere Weltmeister Jenson Button gestartet. Bei Red Bull war man aber erst einmal froh über das Erreichte. "Es gibt uns Selbstvertrauen. Wir wissen ja, dass wir ein schnelles Auto haben", sagte Horner.

Vettel kommt ohne Strafe davon
Es ist sogar das schnellste im Feld, das ist unbestritten. Die Standfestigkeit scheint nun ebenfalls im Griff. "Beide Autos sind völlig fehlerfrei gelaufen", erklärte Horner. Das gebe Auftrieb für das nächste Rennen in zwei Wochen in China. Dort hatte Red Bull im Vorjahr durch Vettel seinen ersten GP-Sieg überhaupt eingefahren. "China ist eine Red-Bull-Strecke. Sie werden dort wieder das beste Auto haben", versicherte Experte Alexander Wurz.

Der Konkurrenz bleibt kaum Zeit, um aufzuholen. Alle drei Pole Positions der Saison waren bisher an Red Bull gegangen. In Malaysia hatten Vettel und Webber auf überraschend trockener Strecke kein Problem, zu enteilen. "Wir sind das Ding relativ sicher nach Hause gefahren", sagte Vettel. Für ein Überrundungsmanöver unter Gelber Flagge gegen Lotus-Pilot Jarno Trulli kam der Jungstar nach einer Anhörung durch die Stewards ohne Strafe davon.

Konkurrent im eigenen Stall
Eine defekte Zündkerze und eine lose Radmutter hatten Vettel bereits viele Punkte gekostet. Seit Sonntag liegt er nur noch deren zwei hinter Überraschungsleader Felipe Massa auf dem geteilten zweiten WM-Rang. "Es gibt also doch eine höhere Gerechtigkeit", vermutete Dreifach-Weltmeister Niki Lauda. "Sie haben das beste Auto. Es war ein völlig verdienter Sieg." Red Bull sei wohl auch in den kommenden Rennen das Team, das es zu schlagen gilt.

Vettels Hauptkonkurrent könnte damit im eigenen Stall lauern. Ein etwas übermotivierter Start mit durchdrehenden Rädern hatte Webber in Sepang die Siegchance gekostet, als Nummer zwei sieht er sich keineswegs. "Wir waren beide am Limit. Der Geist und die Chemie in unserem Team sind aber großartig", betonte der aus der Pole gestartete Australier. Der Konkurrenzkampf sei befruchtend. "Wir pushen uns beide nach vor - das ist gut."

Öffentlich wird allerdings Vettel als zukünftiger Champion gehandelt. Der Deutsche hat Ferrari-Star Alonso als WM-Topfavorit abgelöst - zumindest bei den Buchmachern. Diese führen Webber immer noch als 15:1-Außenseiter. "Wir stehen mit beiden Fahrern in der WM gut da. Wir haben immer zwei Optionen", sagte Horner. Die Konkurrenz kommt erst beim übernächsten Rennen in Barcelona mit größeren Updates. Bis dahin muss Red Bull aber auch auf Geheiß der FIA seine Rückspiegel direkt ans Cockpit versetzen.

Rosberg lässt Schumi alt aussehen
"Keine Panik. Es war kein Festtag für Ferrari, aber die Fahrer blicken der Zukunft mit Zuversicht entgegen", resümierte die "Gazzetta dello Sport" das Osterwochenende. Während die Italiener zumindest in der WM mit beiden Piloten gut im Rennen liegt, hat deren Ex-Star Michael Schumacher bei seinem Comeback mit ganz anderen Sorgen zu kämpfen. Der Rekordchampion wird regelmäßig von seinem Teamkollegen Nico Rosberg übertroffen.

"Rosberg neue Nummer 1 bei Mercedes", war in der "Bild" zu lesen. Denn während der 25-Jährige in Sepang als Dritter aufs Podest fuhr, bleibt Schumachers sechster Platz von Bahrain dessen bestes Saisonergebnis. In Malaysia war nach neun Runden wegen eines Defekts Schluss. Vermutlich hatte sich links hinten eine Radmutter gelöst. "Das darf nicht passieren", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Das müssen wir abstellen."

Schumacher nahm das Out nach außen hin gelassen, wirkte fast phlegmatisch. "Es macht keinen Sinn, sich darüber zu ärgern", sagte der 91-fache GP-Sieger. "Das ist Motorsport." Einen großen Schritt nach vorne erwarten sich die Silberpfeile ebenfalls noch nicht in China, sondern beim Europa-Auftakt am 9. Mai. "Wir haben in Barcelona einiges vor", kündigte Schumacher an. Das große Update am Auto wirkt wie ein Strohhalm, an den er sich klammert. Schumacher: "Die Hoffnung stirbt zuletzt."

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