So gnadenlos sind die Formel-1-Monster

Fahrer verraten

So gnadenlos sind die Formel-1-Monster

Schneller, aggressiver, härter: Neo-Boliden verlangen Fahrern alles ab.

Noch vor wenigen Monaten saß er im Auto. Auf der Jagd nach jeder Tausendstel. Nur eines im Blick: den WM-Titel. In Abu Dhabi krönte Nico Rosberg seine Karriere, hörte danach auf dem Höhepunkt auf. Am Mittwoch tauchte er wieder an der Rennstrecke auf. Ganz entspannt, mit Sonnenbrille blickte er in der Box auf die Monitore. Diesmal als interessierte Privatperson.

+++ Testfahrten in Barcelona: Umwelt-Irrsinn in der Formel 1 +++

Der zurückgetretene Deutsche war gekommen, um sein Ex-Team bei den Testfahrten in Barcelona einen Besuch abzustatten. Er plauderte mit Ingenieuren und Kollegen, darunter sein Nachfolger bei Mercedes, Valtteri Bottas. Sein Eindruck von der neuen Formel 1: "Die Autos sehen aggressiv aus und haben so viel Power. Das sind echte Monster!"

Die Boliden aggressiver, die Pirellis breiter, die Rundenzeiten schneller - eine Regel-Reform macht’s möglich. "Dadurch haben wir in schnellen Kurven mehr Haftung, in den langsamen sorgen die Reifen für mehr Grip. Es ist wie eine Aspirin-Tablette, die alle Probleme mit einem Schlag geheilt hat", betont Sebastian Vettel.

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"Es ist fast surreal"

Plötzlich übt die Motorsport-Königsklasse wieder jene Faszination von früher aus. Ob damit wirklich die Spannung steigt? Die ersten Vergleiche lassen es erhoffen, dass Ferrari auf Augenhöhe mit Mercedes steht. Was indes schon jetzt klar ist: Die Piloten brauchen wieder mehr Feingefühl, zugleich wird das Fahren brutaler denn je.

Lewis Hamilton bestätigt Rosbergs Aussagen: "Es ist das schnellste Auto, das ich je gefahren bin. Es ist fast surreal und sollte die Buben von den Männern trennen." Sein neuer Teamkollege hebt vor allem die körperliche Belastung hervor. "Es ist härter. Ich bin froh über das harte Training im Winter. Mein ganzer Körper fühlt sich steifer an, speziell der Nacken", so Bottas.

Renault-Pilot Nico Hülkenberg wird deutlich: "Was wir vor drei Jahren gemacht haben, ist eine Kaffeefahrt gegen das hier. Mein Gurt drückt mir gegen das Schlüsselbein. Die Kräfte sind viel heftiger." Und das macht es für die Beobachter wie Rosberg spannender.