So lief die Entscheidung beim Spielberg-Krimi

Stewards im Fokus

So lief die Entscheidung beim Spielberg-Krimi

Über 3 Stunden musste Max Verstappen um seinen Sieg zittern. Das Chaos hinter den Kulissen.

Sonntag, 18.31 Uhr. Die Tür im FIA-Container geht auf, und die Piloten kommen nach dem Hearing raus. Verstappen mit hochrotem Kopf, Leclerc mit Pokerface. Irgendwer im Hintergrund plärrt: „Ferrari!“ Während im Fahrerlager das allgemeine GP-Wochenend-Abbauchaos herrscht, wird wild diskutiert. Tenor: Sieht nach einem Sieg von Leclerc aus. Kurz später taucht im Internet eine FIA-Erklärung auf, die das bestätigt: 5-Sekunden-Strafe gegen Verstappen - offenbar eine Fälschung. Offiziell ist nichts. Wir treffen Streckenchef Andreas Meklau. Der bestätigt nichts, sagt aber nur: „Die Daten sprechen gegen Verstappen“. Doch entscheiden müssen die Rennstewards. Hinter den Kulissen wird offenbar wild debattiert.

Die riesige Red-Bull-Energy-Station macht dicht. Kein Reporter darf rein. In der Ferrari-Hospitality bereiten sie hingegen alles für eine improvisierte Pressekonferenz vor. Da gibt’s sogar noch frischen Espresso für die Reporter. Offenbar rechnet man dort, dass Leclerc den Sieg erbt.

Um 19.49 Uhr geht daneben bei den Bullen die Tür auf. Teamchef Chris Horner schießt heraus, lacht: „Das Ergebnis ist offiziell. Keine weiteren Untersuchungen gegen Verstappen.“ Hinter ihm der Sieger, der es offenbar erst jetzt realisiert: „Das war jetzt noch nervenaufreibender als das Rennen. Ich habe noch nie drei Stunden auf einen Sieg warten müssen.“ Beide rennen durch die Garage, wo die gesamte Red-Bull-Crew ausgeharrt hat: Alles ist bereit fürs späte Sieger-Foto. Red-Bull-Dusche, alle brüllen vor Freude. VIP-Gast Patrick Dempsey schießt begeistert Fotos mit dem Handy: „So was hab ich noch nicht erlebt!“

PS: Ferrari-Rennchef Mattia Binotto findet die Entscheidung „grundfalsch“, verzichtet jedenfalls auf einen Protest: „Im Sinne des Rennsports. Wir alle wollen Racing sehen.“