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Wegen Verstappen: Verwirrung um Mercedes-Protest

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"Bulle" zuckte bei Überholversuch spät. Mercedes revidiert Meinung.

Mercedes zieht den Protest gegen Red-Bull-Jungstar Max Verstappen zurück. Nachdem die Rennkommissare nach dem Grand Prix von Japan entschieden, dass die Verhandlung in diesem Fall erst vor dem nächsten Rennen in den USA stattfinden sollte, verzichtet der Silberpfeil-Rennstall ganz auf eine Anhörung.

+++ WM-Leader Rosberg siegt in Suzuka +++

Grund für den Einspruch war Verstappens Verhalten bei einem Überholversuch von Hamilton in der vorletzten Runde. Der Team-Weltmeister argumentierte danach, der zweitplatzierte "Bulle" sei unberechenbar und gefährlich gefahren, als Hamilton vorbeizuziehen versuchte. Dies sei ein möglicher Verstoß gegen die Sportregeln.

Verstappen hatte in der Szene seine Position hinter dem deutschen Mercedes-Sieger Nico Rosberg verteidigt, als er beim Bremspunkt zur letzten Schikane kurz nach rechts zuckte und Hamilton blockte. Der war auf der linken Seite ausgewichen, musste den Notausgang wählen.

Hamilton spricht Klartext

Ursprünglich sollte der Vorfall erst in zwei Wochen untersucht werden, da Verstappen am Sonntag bereits Suzuka verlassen hatte und keine Aussage machen konnte. Nun revidieren die Silberpfeile ihre Meinung. Womöglich auf Druck von Hamilton.

Der Brite hatte getwittert: "Es gibt keinen Protest von mir oder Mercedes. Irgendein Idiot hat gesagt, wir würden protestieren, aber das stimmt nicht. Max ist gut gefahren, das war's. Wir machen weiter." Wenig später löschte er diesen Beitrag und erklärte: "Es gibt keinen Protest von mir. Ich habe gehört, dass das Team protestiert, aber ich habe ihnen gesagt, dass sie es nicht machen sollen. Wir sind Champions, wir machen weiter. Das war's."

© EPA
Hamilton

(c) EPA

Verstappen bekam nicht zum erste Mal in dieser Saison Ärger: In Spa hatte er Ferraris Kimi Räikkönen knallhart geblockt und dafür viel Kritik einstecken müssen. Niki Lauda wollte ihn gar in die "Psychiatrie" schicken.

"Müssen wissen, was erlaubt ist"

Diesmal meinte der Aufsichtsratschef von Mercedes im "ORF" lediglich: "Wir kennen Verstappen mittlerweile." Teamchef Toto Wolff erklärte die Aufregung: "Im Herzen bin ich ein Racer und liebe hartes Racing. Und Verstappen ist erfrischend. Er verteidigt sich sehr hart."

Aber: "Das Regelbuch sagt etwas anderes, es besagt, dass man sich beim Bremsen nicht mehr bewegen darf. Er wurde bisher nicht bestraft. Wir müssen da wissen, was erlaubt ist und was nicht", so Wolff.

Laut "Autobild" hatten die Silberpfeile auf Drängen eines Rennkommissars Einspruch erhoben. Und da Wolff sowie Lauda abgereist waren, sollen Technikchef Paddy Lowe und Teammanager Ron Meadows die Entscheidung getroffen haben. Wolff habe vom Flugzeug aus schließlich erzürnt den Protest zurückgezogen.

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