Der Steirer gewann zuletzt Gent-Wevelgem

Eisel geht als Mitfavorit in Flandern-Rundfahrt

Nach seinem Triumph beim Klassiker Gent-Wevelgem will Bernhard Eisel am Ostersonntag bei der Flandern-Rundfahrt neuerlich zuschlagen. Der 29-jährige Steirer ist bei der 94. Auflage der 262 km langen Tortur mit vielen schwierigen Anstiegen und Pflastersteinabschnitten nach seinem größten Karriereerfolg vor wenigen Tagen einer der Mitfavoriten.

Der Columbia-Profi kann bei der "Ronde van Vlaanderen" als Kapitän wieder voll auf die Unterstützung seiner Columbia-Teamkollegen bauen. "Realistisch gesehen hat Bernhard die größten Chancen im Team", erklärte Columbia-Sportdirektor Tristan Hoffman. "Er hat immer brav für die Mannschaft gearbeitet. Jetzt ist es er, der unterstützt wird."

Die leicht veränderte Strecke weist diesmal 15 kurze, aber teils extrem steile, "Hellinge" genannte Anstiege auf. Diese teils mit Pflaster gesäumten Rhythmusbrecher machen die letzten 130 km des Weges von Brügge zum Ziel in Meerbeke zu einer Riesenherausforderung für Fahrer und Material. Die Fahrzeit wird, je nach Witterungsbedingungen, zwischen sechs und sechseinhalb Stunden betragen. Für den Renntag ist leichter Regen vorhergesagt, was eines der härtesten Eintagesrennen der Welt noch zusätzlich erschweren könnte.

Der Stellenwert der "Ronde" im radsportverrückten Belgien ist enorm, Zehntausende enthusiastische Zuschauer werden am Streckenrand wieder für Gänsehautstimmung sorgen. Im Fahrerfeld gleicht der Sieg bei einem der fünf Monumente des Radsports einem Ritterschlag. Zum Favoritenkreis zählen die Belgier Tom Boonen und Stijn Devolder, die seit 2005 je zwei Siege zu Buche stehen haben, und der Schweizer Fabian Cancellara, dem dieser Sieg noch in seiner Klassiker-Sammlung fehlt.

Der "Vlaanderens mooiste" (Flanderns Schönste) genannte Klassiker ist eines der Lieblingsrennen von Eisel. Als beste Platzierung hat er einen elften Platz vor zwei Jahren zu Buche stehen, diesmal will der gebürtige Voitsberger aber mehr und sein Formaufbau scheint ideal zu passen.

Die Buchmacher stufen Eisel jedenfalls im engsten Favoritenkreis ein. Boonen ist mit einer Quote von 4,0 der erste Anwärter. Eisel wird an sechster Stelle gereiht. Hinter Ex-Weltmeister Bonnen folgen Cancellara (4,5), der Italiener Filippo Pozzato (9,0) und der Däne Matti Breschel (12,0). Nach dem Spanier Juan Antonio Flecha (14,0) wird von den Wettbüros dann schon der Österreicher (33,0) als aussichtsreichster Siegkandidat geführt.

Neben Eisel treten mit Peter Wrolich und Matthias Brändle noch zwei weitere Österreicher an.