Schwerer geht es kaum – und genau das macht es so reizvoll. Wenn Österreichs Handball-Team bei der am Donnerstag startenden EM in Dänemark, Schweden & Norwegen die nächste Sensation schaffen wollen, müssen sie mindestens einen der beiden Riesen Deutschland oder Spanien hinter sich lassen.
Ein echter Härtetest – doch Rot-Weiß-Rot hat genau das vor zwei Jahren schon einmal geschafft. Der Traum vom nächsten Märchen lebt. „Wir wollen wieder einen Hype auslösen“, sagt Flügel Sebastian Frimmel – und spricht vielen Fans aus der Seele. Zur Erinnerung: Mit zwei Remis gegen Spanien und Kroatien marschierte Österreich 2024 in die Hauptrunde und schrieb mit Platz acht erneut Geschichte – so wie schon bei der Heim-EM 2020.
Spätestens da war klar: Die ÖHB-Auswahl ist in der erweiterten europäischen Spitze angekommen. Doch diese Position zu halten, ist ein Drahtseilakt. Bei der WM im Vorjahr reichte es nur zu Rang 17 – allerdings nach zahlreichen Ausfällen und dennoch mit vielen starken Auftritten.
Der Kapitän ist zurück – die Hoffnung lebt
Jetzt sind alle wieder an Bord. Mykola Bilyk, Janko Bozovic und Boris Zivkovic sind fit und führen eine eingespielte, routinierte Truppe ins Turnier. Bilyk (114 Länderspiele), Bozovic (201), Frimmel (127) und Tobias Wagner (122) sind die Fixpunkte, unterstützt von Routiniers wie Herburger, Zivkovic und Hutecek. Dazu kommen hungrige Youngsters wie Jakob Nigg und Goalie Leon Bergmann, der zuletzt sogar Frankreich ärgerte.
Für Neo-Teamchef Iker Romero ist es die erste EM mit Österreich. Die Vorbereitung brachte zwar vier Niederlagen – doch der Spanier glaubt an sein Team: „Wir können gegen alle gewinnen – und auch gegen alle verlieren.“ Frimmel ergänzt: „Wir haben uns über Jahre viel Selbstvertrauen erarbeitet. Wir wissen, dass wir Außenseiter sind – aber genau das hat uns immer stark gemacht.“
Mission: Deutschland knacken!
Zum Start wartet gleich ein Kracher: Am Donnerstag (20.30 Uhr) geht es gegen Deutschland. Die DHB-Auswahl träumt vom Halbfinale, Österreich von der nächsten Sensation. Bei der EM 2024 und in der Quali gab es jeweils ein Remis – jetzt soll mehr her. Bilyk: „Wir wollen endlich nicht nur mithalten – wir wollen Deutschland schlagen.“
Am Samstag folgt Spanien, das derzeit im Umbruch steckt. Und zum Abschluss wartet mit Serbien ein Gegner, der alles andere als ein Selbstläufer ist. Fazit: Todesgruppe, große Träume – und wieder ein rot-weiß-rotes Märchen? Die ÖHB-Boys sind bereit, ganz Europa wieder zu überraschen.