Virus grassiert! Djokovic-Turnier als Corona-Party?

Vier positive Fälle

Virus grassiert! Djokovic-Turnier als Corona-Party?

Die positiven Tests auf Covid-19 von zwei Spielern, einem Trainer und einem Fitnessbetreuer ist das vorläufige alarmierende Ergebnis der vom Serben Novak Djokovic veranstalteten Adria-Tour.

Tennis-Star Grigor Dimitrov wurde positiv auf das Covid-19-Virus getestet - Diese Nachricht erschütterte vor Kurzem die Tennis-Welt. Wenige Tage zuvor schlug der 29-Jährige noch gemeinsam mit Dominic Thiem Und Novak Djokovic bei der "Adria-Tour" auf. Die vom "Djoker" selbst initiierte "Tennis-Show" in Belgrad erntete international massive Kritik, da das Turnier vor vollen Tribühnen stattfand, keine Abstandsregeln festgelegt waren und selbst die Handtücher von Balljungen gebracht wurden. In Zeiten der Corona-Krise ein absolut fragwürdiges Vorgehen.

Dimitrov trat trotz auftretender Symptome zum Duell mit dem kroatischen Lokalmatadoren Borna Coric an. Nach der 1:4, 1:4-Niederlage gab er seinem Gegner und dem Stuhl-Schiedsrichter jedoch nicht die Hand, sondern suchte nur Kontakt von Faust zu Faust. In seiner nächste Partie wurde die Weltnummer 19 dann durch Nino Serdarusic ersetzt.

>>>Zum Nachlesen: Tennis-Schock: Thiem-Freund Dimitrov positiv auf Coronavirus getestet

Medienberichten zufolge könnten einige Personen in Kontakt mit Dimitrow gekommen sein, denn während der fünf Tagen in Zadar nahm er zusammen mit anderen Spielern an mehreren Veranstaltungen teil, etwa einen Basketballspiel mit der Mannschaft des Klubs Zadar sowie einer Kinderveranstaltung, berichtete das Internetportal 24sata.hr. Die Turnierorganisatoren teilten mit, dass es in Zadar auch positive Tests von Marko Paniki, dem Fitnesstrainer von Djokovic, sowie Christian Groh, dem Trainer von Dimitrow, gegeben habe. Der Weltranglistenerste Djokovic soll mittlerweile einen Covid-19-Test gemacht hat, das Ergebnis ist nicht bekannt.

Auch Borna Coric positiv getestet

Bereits am Tag danach verkündete auch Coric, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Es gehe ihm gut und er verspüre keinerlei Symptome.

Was bedeutet das nun für Österreichs Tennis-Star Thiem? Der Lichtenwörther weilt momentan in Nizza bei der "Ultimate-Tennis-Showdown". Fakt ist: Bei seiner Rückreise von Belgrad nach Österreich konnte der 26-Jährige einen negativen Corona-Test vorweisen, sonst wäre eine Teilnahme in Nizza oder auch in der Südstadt undenkbar gewesen. Dennoch war Thiem ebenfalls Teil der "Belgrad-Show".

Wie viele Spieler hatte auch die Nummer drei der Welt nach seinem Turnier-Sieg eine Party besucht und - einem Video zufolge - ohne Abstandregeln zu beachten mit nacktem Oberkörper getanzt.

>>>zum Nachlesen: Thiem feiert wilde Oben-ohne-Party in Disko

Hygienemaßnahmen hatte es auch im Stadion nicht gegeben, die Teilnehmer umarmten sich, die Zuschauer auf dem Platz saßen dicht gedrängt, Masken waren kaum zu sehen. Djokovic wimmelte die Kritiker ab. Man habe sich an die Regeln und Maßnahmen, die von den Institutionen der Regierung und der öffentlichen Gesundheit festgelegt worden waren, gehalten.

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Veranstalter von "THIEMs7" zuversichtlich

Ab 7. Juli lädt Thiem zum "THIEMs7" nach Kitzbühel. Da wären eigentlich auch Dimitrow und Coric eingeladen gewesen. Trotz der Entwicklungen scheint laut Aussendung des Veranstalters hinter der Durchführung der Veranstaltung derzeit kein Fragezeichen zu stehen. Und auch die Tür für die beiden aktuell infizierten Spieler ist nicht zu.

Man stehe in engem Kontakt mit dem Management der beiden betroffenen Spieler. "Wenn Grigor Dimitrow und Borna Coric nach 14 Tagen Heimquarantäne ein negatives Testergebnis vorweisen können, spricht von unserer Seite nichts dagegen, dass die beiden Spieler in Kitzbühel aufschlagen können. In den nächsten Tagen werden die jeweiligen Managements über diese Option entscheiden", hieß es in der Stellungnahme.

Sollten Dimitrow und Coric nicht in Kitzbühel spielen können, würden die Plätze in Abstimmung mit Dominic und Wolfgang Thiem nachbesetzt werden. Ein Kitz-Teilnehmer hat sich mittlerweile übrigens in Selbstisolation begeben, der russische Zadar-Finalist Andrej Rublew befolgte den Ratschlag des Veranstalters. Mit dem Start von THIEMs7 würde die Quarantäne auslaufen.

Sicherheitsbestimmungen werden streng gehandhabt

Es sei den Veranstaltern "im Zuge des aktuellen Anlassfalls wichtig zu unterstreichen, dass die Sicherheitsmaßnahmen im Zuge der THIEMs7 umfassend und in strenger Abstimmung mit den zuständigen Behörden gehandhabt werden". Das Konzept sieht vor, dass alle Spieler und Begleitpersonen unmittelbar nach ihrer Ankunft in Kitzbühel getestet werden. Das Präventionskonzept werde mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Für die 500 zugelassenen Zuschauer würden strenge Auflagen gelten, es gäbe zugewiesene Sitzplätze, nach Ende der jeweiligen Session müssen die Fans das Stadion zügig verlassen.

Die Veranstalter des Tennis-Events in Berlin (ab 13. Juli), wo Thiem ebenfalls spielen soll, wollen vor einer möglichen Reaktion die weitere Entwicklung abwarten. Falls es notwendig sei, würde man sich nach neuen Teilnehmern umschauen, sagte ein Sprecher am Montag laut dpa.