Eishockey

Linz greift nach den Sternen

Neuer Torhüter, neuer Trainer: EHC Liwest Black Wings Linz startet mit klaren Zielen in die neue Eishockey-Saison: Ein Playoff-Platz muß her.

Nach zwei Jahren Playoff-Absenz wollen die Verantwortlichen des EHC Liwest Black Wings Linz in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) wieder nach den Sternen greifen.
Schon das Auftakt-Spiel der im Vergleich zum Vorjahr stark veränderten Oberösterreicher birgt einige Brisanz, geht es am Freitag (19:15 Uhr) in der Linzer Eishalle doch gegen die Graz 99ers, Ex-Klub des neuen Black Wings-Trainers Bill Stewart.

10 neue Spieler
Der 48-jährige Kanadier, der bei der Gestaltung des Kaders - elf Abgängen im Sommer stehen zehn Neuerwerbungen gegenüber - ein entscheidendes Wort mitreden konnte, strebt als Minimalziel den Einzug ins Semifinale an. "Um eine Meisterschaft zu gewinnen, muss das Team zu einer Einheit werden. Wir haben 250 Tage Zeit", erklärte Stewart am Montagvormittag bei der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz und prophezeite seiner Truppe: "Große Worte vor dem Saisonstart kosten nicht viel, aber Erfolg kostet Schmerzen."

"Wollen oben mitspielen"
Klub-Präsident Wilfrid Wetzl, der in der Liga-Pause unter anderem die Torhüter Jürgen Penker (von den Vienna Capitals) und Patrick Machreich (von Meister VSV) verpflichtete, macht sich "berechtigte Hoffnungen, oben mitzuspielen". "Wir haben heuer eine Mannschaft mit mehr Tiefe im Kader. Am meisten haben wir aber in den Trainer investiert." Als Top-Favorit auf den Titel sieht Wetzl wenig überraschend Vizemeister und Finanz-Krösus Red Bulls Salzburg. "Dahinter folgen dann aber schon wir mit den Vienna Capitals, dem VSV und dem KAC."

Zweikampf ums Tor
Gerade die Torhüter-Frage verlangt von Coach Stewart vor dem Auftakt gegen die Grazer laut eigener Aussage die erste " große Entscheidung". Der Kanadier hat sich zwar noch nicht festgelegt, ob er als Nummer eins auf Penker oder Machreich setzen wird, gewinnt dem Zweikampf aber durchaus positive Aspekte ab: "Viel meinen, dass dies ein Problem wäre, aber die Torhüter sind unsere Stärke. Kein anderes Team hat ein ähnlich ausgeglichenes Goalie-Duo."

Härteste Vorbereitung
Kapitän Christian Perthaler blickt auf seine "bisher härteste, aber auch beste Vorbereitung in Linz" zurück und meinte bezüglich seiner Saisonziele augenzwinkernd: " Zwei Jahre ohne Playoff. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie das Gefühl ist. Wir müssen nun umsetzen, was wir uns in der Vorbereitung erarbeitet haben. " Die Linzer absolvierten in den vergangenen Wochen sechs Testspiele (4 Siege, 2 Niederlagen), zum ersten Mal seit 1993 gegen keinen österreichischen Gegner. Der slowenische Liga-Neuling Jesenice konnte dabei gleich zweimal bezwungen werden.
"Ich glaube, dass es ein Vorteil war, sich in der Vorbereitung etwas von den österreichischen Klubs fern zuhalten", glaubt Perthaler. Sein 34-jähriger Neo-Teamkollege und Verteidiger Francois Groleau, der aus der deutschen Bundesliga zu den Linzern gelotst wurde, blickt seiner Premiere in Österreich ohnehin mit kanadischer Gelassenheit entgegen: "Eishockey ist Eishockey. Egal, wo es gespielt wird."