Grugger: Ärzte sind optimistisch

Hoffnung nach Horror-Sturz

Grugger: Ärzte sind optimistisch

Die Ärzte von ÖSV-Ass Hans Grugger sind „vorsichtig zuversichtlich“.

Österreich bangt noch immer um Ski-Ass Hans Grugger. Fans schickten Hunderte Briefe und Blumen. Das Wochenende über wachten Gruggers Freundin Ingrid Rumpfhuber und seine Eltern im Spital. Auch die dritte Nacht auf der Intensivstation der Neurochirurgie der Innsbrucker Klinik verlief ruhig.

Im Tiefschlaf
Der 29-jährige Salzburger liegt weiter im künstlichen Tiefschlaf, aber: „Sowohl Hirndruck als auch Kreislauf des Patienten sind stabil“, sagt der Kliniksprecher Johannes Schwamberger zu ÖSTERREICH.

Die Ärzte führen beim ÖSV-Läufer, der am Donnerstag so schwer gestürzt war, dass er notoperiert werden musste, laufend Untersuchungen durch.

Zuversicht
Schwamberger: „Das Gesamtbild der Tests gibt den Spezialisten Grund zu vorsichtigem Optimismus. Es besteht keine unmittelbare Lebensgefahr und die Ärzte haben keinen Verdacht, dass sich sein Zustand verschlechtern wird.“ Prognosen über den weiteren Verlauf seien schwierig.

So wird die Abfahrt jetzt viel sicherer

Die Sturzserie in Kitzbühel hat eine neue Sicherheitsdebatte im Skisport entfacht. ÖSTERREICH hat die Details, was neu werden soll.

Spätestens seit ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel im ÖSTERREICH-Interview eine Abfahrtsreform forderte, ist die Sicherheitsdebatte voll entfacht. Gestern war sie auch Thema im ORF-Talk im Zentrum. Mit diesen Ideen wollen die Ski-Experten den Rennläufern mehr Sicherheit garantieren:

Weniger Tempo
Schröcks­nadel will Abfahrten mit Geschwindigkeiten von 140 km/h verbieten: „Runter mit dem Tempo!“ FIS-Renndirektor Günter Hujara meint aber: „Es geht nicht um die Maximalgeschwindigkeit, sondern um das Durchschnittstempo.“

Mehr Tore
Abfahrtsstrecken sollen variantenreicher werden. „Wir brauchen spannende Elemente wie zum Beispiel beim Ski-Cross“, sagt Schröcksnadel. Mehr Tore wären ein Schritt in die richtige Richtung.

Mehr Trainingseinheiten
Fest steht: Haben die Läufer mehr Zeit zum Trainieren, können sie schwierige Stellen besser einschätzen. Einhelliger Tenor: „Ein Trainingslauf ist viel zu wenig.“

„Airbag“ für Rennläufer
Seit einem Jahr testet die FIS Verbesserungen bei der Ausrüstung. Hujara: „Wir eruieren gerade, inwiefern Nackenschutz oder Airbag für Rennläufer umgesetzt werden können.

Einheitliche Standards
Ex-Formel-1-Rennfahrer Niki Lauda sagt zu ÖSTERREICH: „Kitzbühel hat das höchste Sicherheitsniveau. In der Formel 1 wird vor jedem Rennen die Strecke abgefahren, das muss auch im Skisport passieren.“

Selbstorganisation
Lauda weiter: „Die Rennläufer müssen sich selbst organisieren und die FIS muss auf die Fahrer hören. Wir sind seinerzeit in Barcelona auch nicht gestartet.“

Sicherheitsrat bei FIS
Ex-Skirennläuferin Hanni Weirather-Wenzel fordert eine Art „Sicherheitsrat“ bei der FIS. „Es muss bei der FIS drei bis vier Experten geben, die sich nur um dieses Thema kümmern.“

Flexibleres Regelwerk
Sie ist dafür, dass die FIS das Regelwerk anpasst. „Da muss die FIS flexibler werden. Das Regelwerk muss jedes Jahr adaptiert werden. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Fahrer mit demselben Belag fahren müssen und so eine Art Vereinheitlichung passiert.“ Allen Experten ist klar: Es ist fünf nach zwölf, ein Sturz wie jener von Grugger darf nicht mehr passieren.

(prj, okk)